Wolfsrudel am Ostufer der Müritz gesichtet - CDU-Politiker Diener veröffentlicht Aufnahmen
Wolfsrudel an der Müritz gesichtet - Diener veröffentlicht Fotos

Wolfsrudel am Ostufer der Müritz gesichtet - Politischer Wirbel um Aufnahmen

Am Freitagmorgen wurden drei Wölfe am Ufer der Müritz, Deutschlands größtem Binnensee, fotografiert. Die Aufnahmen zeigen die Tiere, die teils galoppierend, teils trabend am Seeufer entlanglaufen. Die Sichtung ereignete sich bei Röbel in Richtung Nationalpark und sorgt für politische Diskussionen.

CDU-Politiker Diener veröffentlicht Beweismaterial

Thomas Diener, CDU-Landtagsabgeordneter und bekannter Wolfsgegner, hat die Fotos und ein Video auf Facebook geteilt. In seinem Beitrag kommentiert er sarkastisch: „Wolfsalarm und kein Ende. Viel Spaß allen Anglern, Jägern und Touristen vor Ort!“ Das Material erhielt der Politiker aus Jägerkreisen, wobei er den Urheber auf dessen ausdrücklichen Wunsch nicht nennt, aber dessen Glaubwürdigkeit betont.

Diener versichert: „Ich kenne den Mann und kann versichern, dass er glaubwürdig ist und die Bilder nicht gefälscht sind.“ Der selbst als Landwirt tätige Abgeordnete wehrt sich gegen Zweifel an der Echtheit: „Einem wird immer wieder unterstellt, man könne einen Wolf nicht von einem Schaf unterscheiden, halte Goldschakale oder Schäferhunde für Wölfe, aber Schakale erreichen die Größe nicht, und Schäferhunde treten nicht in Rudeln auf.“

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Politische Forderungen und ungewöhnliche Aktionen

Der CDU-Politiker macht seit Jahren mit seinem Engagement gegen die Ausbreitung der Wölfe von sich reden. Bekannt geworden ist er durch Auftritte im Wolfskostüm, mit denen er auf das Thema aufmerksam macht. Diener fordert eine stärkere Eindämmung der Wolfspopulation, auch durch mehr Abschüsse. Er kritisiert, dass sich das Monitoring in Mecklenburg-Vorpommern vorwiegend auf DNA-Proben stütze, die nur einen geringen Teil der tatsächlichen Population nachweisen würden.

„Sichtungen gehören meiner Meinung nach genauso in die Statistik, damit wir eine Vorstellung bekommen, wie viele es wirklich sind und dass es immer mehr werden“, erklärt Diener. Der Politiker hatte sich kürzlich mit seiner Parteiführung überworfen und wirft seinen Parteifreunden vor, sich nicht ausreichend um die Themen des ländlichen Raums zu kümmern.

Grenzüberschreitende Aktion im Wolfskostüm

Seine ungewöhnliche Protestaktion setzt Diener konsequent fort. Kürzlich führte ihn sein Langzeitprojekt vom Heimatort Möllenhagen bis ins 110 Kilometer entfernte Hintersee an der deutsch-polnischen Grenze. Dort ließ er sich mit Kostüm, Schlitten und Koffer am Dorfeingangsschild fotografieren – ein Bild, das laut Diener 350.000 Mal aufgerufen wurde.

Die Aktion ging noch weiter: „Wo ich schon mal dort war, bin ich auch gleich mal bis nach Polen gefahren – und zwar im Wolfsfell“, berichtet der Politiker. „Die Beamten an der Grenze haben gestaunt. Sowas hatten die noch nie gesehen. Sie haben mich komplett durchsucht und sich besonders über den Inhalt des Koffers gewundert.“ Der Koffer war, wie sich herausstellte, leer.

Wachsende Wolfspopulation in Mecklenburg-Vorpommern

Experten schätzen, dass es in Mecklenburg-Vorpommern etwa 200 Wölfe gibt. Die Sichtungen werden immer häufiger, was die Diskussion über den Umgang mit den Raubtieren weiter anheizt. Die aktuelle Sichtung am Ostufer der Müritz unterstreicht die Präsenz der Tiere in der Region und sorgt für kontroverse Debatten zwischen Naturschützern, Landwirten und Politikern.

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