Massive Proteste begleiten Gründung des AfD-Jugendlandesverbands in Niedersachsen
Vor der geplanten Gründungsveranstaltung für den niedersächsischen Landesverband der AfD-Jugendorganisation Generation Deutschland ist es am Samstag in Dötlingen im Landkreis Oldenburg zu umfangreichen Kundgebungen und Gegendemonstrationen gekommen. Nach Angaben der Polizei versammelten sich zunächst etwa 70 Menschen am Morgen, um gegen die Veranstaltung zu protestieren.
Bis zu 300 Demonstranten bei Spitzenzeit
Laut einer Polizeisprecherin erreichte die Zahl der Gegendemonstranten in der Spitze sogar rund 300 Personen, die vor Ort gegen die AfD-Veranstaltung protestierten. Inzwischen sei „nahezu alles an Versammlung vorbei“, teilte die Sprecherin mit. Die Protestierenden zeigten kreative Transparente mit Aufschriften wie „Keen Tee för de AfD“ und wurden auch von Mitgliedern der Initiative „Opas gegen Rechts“ unterstützt.
Polizei mit angemessenem Kräfteansatz vor Ort
Neben der eigentlichen Parteiveranstaltung fanden als Gegenversammlungen sowohl eine Mahnwache als auch eine Demonstration statt. Die Polizei begleitete „das Gesamtgeschehen vor Ort mit einem angemessenen und ausreichenden Kräfteansatz“, wie es in einer offiziellen Mitteilung hieß. Das Gründungstreffen in Dötlingen – wo auch die niedersächsische AfD ihren Sitz hat – begann gegen 11.30 Uhr hinter verschlossenen Türen und war für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.
Jugendorganisation im Fokus der Sicherheitsbehörden
Die neue Jugendorganisation steht besonders im Blickfeld der Sicherheitsbehörden, nachdem der AfD-Landesverband in Niedersachsen als extremistische Bestrebung eingestuft wurde. Der Verfassungsschutz geht von personellen und ideologischen Kontinuitäten zur früheren, als rechtsextremistisch eingestuften „Jungen Alternative“ aus.
AfD-Landesvize Stephan Bothe wies diese Vorwürfe jedoch entschieden zurück. Es gebe keine personellen Überschneidungen zwischen den Organisationen, da viele frühere Mitglieder der Jungen Alternative inzwischen zu alt für eine Jugendorganisation seien. Die Generation Deutschland sei bewusst so strukturiert worden, dass die AfD „die Hand drauf hat“ und aktiv gegen extremistische Bestrebungen vorgehen könne.
Für 18.00 Uhr war eine Pressekonferenz angesetzt, bei der die neu gegründete Jugendorganisation ihre Positionen und Ziele vorstellen wollte. Die Ereignisse des Tages zeigen deutlich die politisch aufgeladene Atmosphäre, die solche Gründungsveranstaltungen der AfD in Niedersachsen begleitet.



