Nach Brand: Einziger Buchladen in Waren öffnet wieder
Buchladen in Waren nach Brand wiedereröffnet (07.05.2026)

Der einzige Buchladen in Waren hat nach einem verheerenden Brand wiedereröffnet. Nach dem mutmaßlich vorsätzlichen Brandanschlag im vergangenen Sommer auf ein Nachbargeschäft war bei „Müritz-Buch“ alles hinüber. Zur Wiedereröffnung in der Langen Straße 13 gab es für die Kunden ein Gläschen Prosecco. „Wir freuen uns riesig, wieder hier zu sein, und die Kunden sind begeistert“, sagte Inhaber Stefan Dahlmann dem Nordkurier. Bis Anfang Mai mussten die Kunden mit einem kleineren Geschäft zwei Häuser weiter vorliebnehmen.

Aufwendige Sanierung nach Kontamination durch giftige Gase

Das Arbeiten in den neu hergerichteten Räumlichkeiten und in dem weitläufigeren Laden sei deutlich angenehmer als an dem Ausweichstandort, berichtet der Inhaber. Doch bis zur Wiedereröffnung sei ein erheblicher Um- und Ausbau nötig gewesen. „Zunächst mal mussten diese Räume vollständig renoviert und saniert werden. Die waren kontaminiert durch giftige Gase, weil hier etliche Kunststoffe verbrannt sind. Und es musste alles, was hier im Lokal war, vernichtet werden, nicht nur die Bücher, sondern auch Regale, Technik – alles“, sagt Stefan Dahlmann.

Alles musste neu angeschafft und aufgebaut werden. Anfangs hatte er gehofft, wenigstens einige Regale mithilfe einer Spezialreinigung von Fachfirmen retten zu können. Doch das war nicht möglich. Den Schaden schätzt Stefan Dahlmann auf einen sechsstelligen Betrag, nach eigenen Angaben hat er aber noch keinen vollständigen Überblick. „Gott sei Dank sind wir gut versichert, das hätte uns sonst das Genick gebrochen“, stellt er fest.

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Buchladen als kultureller Treffpunkt

Als einziger Buchladen in der Müritzstadt glaubt Dahlmann fest an die Relevanz seines Geschäfts. „Ein Buchladen ist immer ein kultureller Treffpunkt, der einfach das Geschehen in der Stadt mitbestimmt. Wir veranstalten zum Beispiel Lesungen zusammen mit dem Haus des Gastes und auch hier in den eigenen Räumen und verstehen uns als Austauschpunkt für alle kulturell Interessierten“, erklärt der Buchladen-Inhaber.

Warum Buchläden trotz Online-Boom relevant bleiben

Trotz des boomenden Online-Handels ist Dahlmann von traditionellen Buchläden überzeugt. Seine Begründung: „Wir erleben im Umgang mit unseren Kunden, dass sie nach wie vor Spaß daran haben, gedruckte Bücher in die Hand zu nehmen und sich im Kaufgeschehen mit uns auszutauschen über das, was sie kaufen und was sie lesen mögen. Und wir können Empfehlungen aussprechen, das ist schon etwas anderes als anonym auf dem Laptop zu surfen und was in den virtuellen Warenkorb zu legen.“

„Wirtschaftlich lohnt sich das Geschäft auf alle Fälle“, sagt Stefan Dahlmann. Grund dafür sei unter anderem, dass er an mehreren Standorten aktiv ist. Seine vier Filialen ermöglichten bessere Konditionen im Einkauf. Am Standort in Waren sind derzeit fünf Mitarbeiter beschäftigt.

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