Gänseinvasion auf Landesgartenschau-Gelände in Neuss
Nur noch 48 Tage bis zur feierlichen Eröffnung, doch auf dem Areal der Landesgartenschau 2026 in Neuss herrscht derzeit nicht die erwartete Gartenidylle, sondern eine regelrechte Gänseinvasion. Wildgänse, darunter Kanadagänse, Nilgänse und Graugänse, haben sich auf dem Gelände breitgemacht und richten erheblichen Schaden an.
Setzlinge werden gefressen, Wiesen verunreinigt
Die gefiederten Eindringlinge fressen systematisch die frisch gepflanzten Setzlinge und verkoten die sorgfältig angelegten Wiesenflächen. Katja Feller, Sprecherin der Landesgartenschau Neuss, beschreibt die Situation gegenüber Medien: „Das war ein großer Schreck, als wir zusehen mussten, wie die vielen Gänse die Pflanzen fraßen.“ Die Veranstalter sprechen von einem hohen wirtschaftlichen Schaden, der durch die ungebetenen Gäste entstanden ist.
Operation „Gänseschreck“ gestartet
Umgehend wurde der Expertenrat der Landesgartenschau einberufen, der ein umfangreiches Maßnahmenpaket beschlossen hat. Unter dem Codenamen „Gänseschreck“ sollen die Tiere nun konsequent von dem Gelände vertrieben werden. Geplant ist eine Lenkung und Vergrämung der Gänse zurück in ihre ursprünglichen Lebensräume.
Die Maßnahmen umfassen:
- Einsatz von speziell ausgebildeten Greifvögeln
- Arbeit mit abgerichteten Hunden
- Unterstützung durch Dutzende Freiwillige
- Reduzierung der Mäharbeiten auf den Wiesen
Zudem wurde ein Antrag gestellt, die Schonzeit für die Gänse vorübergehend aufzuheben, um die Vergrämungsmaßnahmen effektiver durchführen zu können.
Langfristiges Wildtiermanagement geplant
Nicht nur die akute Plage soll bekämpft werden, sondern langfristig ist ein umfassendes Wildtiermanagement vorgesehen. Besonders die Ausbreitung der invasiven Nilgänse soll eingedämmt werden, um ähnliche Probleme in Zukunft zu vermeiden.
Die Sprecherin der Landesgartenschau erklärt dazu: „Wir haben das Thema natürlich beachtet während der Planungen. Aber man weiß nicht, wann und wo die Gänse auftauchen. An manchen Tagen sind auch gar keine Tiere da.“ Die Unvorhersehbarkeit des Gänseverhaltens habe die Situation erschwert.
Eröffnung findet planmäßig statt
Trotz der aktuellen Herausforderungen geben die Veranstalter Entwarnung: Die Eröffnung der Landesgartenschau wird am 16. April 2026 wie geplant stattfinden. Aus der ehemaligen Pferderennbahn soll in den kommenden 179 Tagen ein blühender Bürgerpark werden, der etwa 650.000 Besucher anziehen soll – und kein dauerhaftes Quartier für Wildgänse.
„Auch wenn Wildgänse die neu angelegten Flächen im übertragenen Sinne ‚zum Fressen gern haben‘: Die Landesgartenschau wird ein Erfolg“, versichert Katja Feller. Die Veranstalter sind zuversichtlich, dass mit den eingeleiteten Maßnahmen das Problem bis zur Eröffnung unter Kontrolle gebracht werden kann.



