Vergessene Zeit: Der Lagebuschturm in Rostock – Vom Wehrturm zum historischen Gefängnis
In der beliebten Reihe Historische Ansichten werfen der renommierte Fotograf Gerhard Weber und Thomas Werner, ein Experte aus dem Rostocker Kulturamt, einen faszinierenden Blick in die Vergangenheit der Hansestadt. Ihre neueste Folge, Nummer 1735, widmet sich dem markanten Lagebuschturm, einem Bauwerk mit einer bewegten und oft vergessenen Geschichte.
Ein Bauwerk mit doppelter Funktion
Der Lagebuschturm, der in seiner heutigen architektonischen Form im Jahr 1577 errichtet wurde, diente über Jahrhunderte hinweg nicht nur als fester Bestandteil der Stadtbefestigung. Bis weit in das 19. Jahrhundert hinein fungierte er zusätzlich als Gefängnis, eine wenig bekannte Tatsache, die sein historisches Erbe um eine düstere Facette bereichert.
Spuren des Krieges und spätere Erneuerung
Die verheerenden Bombardements des Zweiten Weltkriegs hinterließen auf der Südseite des Beginenbergs deutliche Spuren und führten zu mehreren Baulücken. Im Jahr 1958 ermöglichte diese Situation einen unverstellten Blick auf die historische Stadtmauer und den Lagebuschturm, dessen Dach sich damals in einem besorgniserregenden Zustand befand.
In den 1960er-Jahren wurde der Turm schließlich umfassend saniert und erhielt ein neues Dach, um ihn für die Nachwelt zu erhalten. Das Haus links im historischen Bild gehört zur Bebauung der Straße Hinter der Mauer, während die sichtbare Einzäunung Teil des Kindergartens am Beginenberg ist.
Ein Fenster in die Vergangenheit
Die Zusammenarbeit zwischen Fotograf Gerhard Weber und dem stadtgeschichtlich versierten Thomas Werner bietet den Lesern ein einzigartiges Fenster in die Vergangenheit Rostocks. Ihre detaillierten Betrachtungen und die sorgfältig ausgewählten Aufnahmen, wie die aus der Sammlung Gerhard Weber, machen vergessene Kapitel der Stadtgeschichte wieder lebendig und unterstreichen die Bedeutung der Denkmalpflege.



