Karnevalist Tilly zeigt neuen Putin-Wagen trotz laufendem Moskauer Prozess
Tillys Putin-Wagen trotz Moskauer Prozess

Karnevalist Tilly zeigt neuen Putin-Wagen trotz laufendem Moskauer Prozess

In Moskau läuft ein Strafverfahren gegen ihn – doch der Düsseldorfer Bildhauer Jacques Tilly lässt sich davon nicht einschüchtern. Zum Höhepunkt des Straßenkarnevals präsentiert er einen neuen Putin-Wagen beim Rosenmontagszug in Düsseldorf. Tilly wird in Russland wegen Verunglimpfung der Staatsorgane, einschließlich Präsident Wladimir Putin und der Armee, angeklagt. Ihm droht eine Geldstrafe oder sogar Freiheitsentzug von bis zu zehn Jahren.

Solidarität und Kritik aus der Politik

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat das Verfahren gegen Tilly scharf kritisiert und zur Solidarität mit dem Karnevalisten aufgerufen. Tilly selbst erklärte, er sei Drohungen gewohnt und werde sich nicht einschüchtern lassen. Er betonte, dass er als Reaktion auf den Prozess keine besonders extremen Wagen baue, sondern weiterhin gute politische Satire mache, wie immer.

Andere Städte verzichten auf Putin-Satire

In den Karnevalshochburgen Köln und Mainz verzichten die Organisatoren der Rosenmontagszüge hingegen offenbar auf Putin-kritische Wagen, anders als in früheren Jahren. Das Festkomitee Kölner Karneval bestritt, dass dies aus Angst vor Repressalien geschehe. Zugleiter Marc Michelske verwies auf öffentliche Solidaritätsbekundungen mit Tilly. In Mainz hieß es, man wolle Redundanz vermeiden, da Putin und der Ukraine-Krieg bereits mehrfach Thema waren. Stattdessen stehen dort Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und US-Präsident Donald Trump im Fokus der Satire.

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Erwartungen zum Rosenmontag

An diesem Montag rollen die Rosenmontagszüge in Köln, Düsseldorf, Mainz und anderen Städten durch die Straßen. In Mainz werden rund 600.000 Besucherinnen und Besucher erwartet. Für Tilly ist der Rosenmontag ein normaler, aber harter Arbeitstag. Er äußerte, dass dank des Prozesses nach Aschermittwoch nicht alles vorbei sei, sondern es weitergehe – leider. Die Spannung auf seinen Putin-Wagen ist groß, während die Debatte um künstlerische Freiheit und politische Repressionen weiter anhält.

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