Nie wieder Supermarkt? Rostocker Jungunternehmer startet 35-Minuten-Lieferrevolution
Der 23-jährige Paul Ebel aus Rostock hat mit seinem Startup Fast einen Expresslieferservice für Lebensmittel gegründet, der ab dem 1. April in der Hansestadt an den Start geht. Als erster Anbieter dieser Art in ganz Mecklenburg-Vorpommern verspricht Fast die Lieferung von Lebensmitteln innerhalb von nur 35 Minuten direkt an die Haustür.
Supermarktpreise und Tiefstpreisgarantie für 2.500 Produkte
In enger Zusammenarbeit mit Rewe bietet Fast seinen Kunden ein umfangreiches Sortiment von 2.500 Artikeln an. Dieses reicht von Grundnahrungsmitteln über Kühl- und Tiefkühlware bis hin zu Snacks und Getränken wie Bier. Besonders hervorzuheben ist die Tiefstpreisgarantie des Unternehmens: Alle Produkte werden zu den regulären Supermarktpreisen verkauft, lediglich eine pauschale Liefergebühr von 4,99 Euro fällt zusätzlich an – unabhängig von der Bestellgröße.
„Es ist ganz klar das Ziel, Rostock mit neuen Innovationen voranzubringen“, betont Gründer Paul Ebel. Die Bestellungen werden über die eigens entwickelte Fast-App abgewickelt, die bereits seit einer Woche zum Download verfügbar ist und bereits mehrere hundert Downloads verzeichnen kann. Bezahlt werden kann bequem mit PayPal, Klarna oder Kreditkarte.
Logistik aus dem Lager in der Südstadt mit E-Fahrrädern und Mopeds
Die Logistikzentrale von Fast befindet sich am Platz der Freundschaft in der Rostocker Südstadt. Von dort aus starten derzeit vier E-Fahrräder und drei Mopeds, um die Bestellungen schnellstmöglich auszuliefern. Die Lebensmittel werden in umweltfreundlichen Papiertüten verpackt, die im Hauptquartier am Hauptbahnhof vorbereitet werden.
Obwohl bereits etablierte Einzelhändler wie Rewe oder Edeka in Rostock und Mecklenburg-Vorpommern Lieferservices oder Abholoptionen anbieten und auch der Nordkurier seit Jahren Lebensmittel in der Region ausliefert, sieht Paul Ebel eine klare Marktlücke für sein Expresskonzept. „Unser System glänzt mit niedrigen Lieferkosten und extrem schneller Lieferzeit“, erklärt der Jungunternehmer.
Abomodell zur Kundenbindung und Expansionspläne
Um Kunden langfristig an sein Unternehmen zu binden, hat Fast ein attraktives Abomodell entwickelt. Das „My Fast“-Abo kostet monatlich 7,99 Euro und ermöglicht unbegrenzte Bestellungen mit einer Liefergebühr von nur einem Euro pro Lieferung. Ein Jahresabo ist für 79,99 Euro erhältlich. Dieses Modell soll insbesondere vor dem Hintergrund einer möglichen Ansiedlung des deutschlandweiten Marktführers Flink in der Region von strategischer Bedeutung sein.
Der Service startet zunächst in ausgewählten Stadtteilen Rostocks: Südstadt, Innenstadt, Hansaviertel und Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Die Lieferzeiten sind montags bis freitags von 7 bis 24 Uhr sowie samstags von 7 bis 22 Uhr. Doch bereits vor dem offiziellen Start hat Paul Ebel ambitionierte Expansionspläne: „Der Plan ist ganz klar zu wachsen. Schwerin wäre die nächste Stadt in Mecklenburg-Vorpommern“, kündigt er an und ist dort bereits auf Investorensuche.
Erfahrung aus früheren Unternehmungen und Finanzierung
Für den 23-jährigen Rostocker ist Fast nicht das erste Business. Bereits 2020 brachte er mit seiner Firma Bird die ersten E-Roller in die Hansestadt und arbeitete später als Standortleiter beim E-Roller-Anbieter Voi. „Die Erfahrungen im Fuhrparkmanagement und in der Logistik sind relativ ähnlich, und es ist immer noch ein Startup, was total Spaß macht“, so Ebel.
Insgesamt flossen 250.000 Euro in den Standort seiner Firma Fast und weitere 250.000 Euro in die Entwicklung der App. Ebel erhielt einen Kredit von der VR-Bank, nachdem viele andere Banken seine Idee abgelehnt hatten. „Dafür bin ich sehr dankbar, denn viele haben nicht an die Idee geglaubt“, sagt der Gründer, der selbst 60.000 Euro Eigenkapital eingebracht hat. Aufgrund der limitierten Ressourcen stammt ein Teil der Fahrerausrüstung aus Insolvenzauktionen der Firma Flink in Österreich, weshalb die Liefertaschen beispielsweise pink statt blau sind. Dennoch betont Ebel: „Wir sind ausdrücklich kein Flink-Klon, das Konzept ist komplett anders und überarbeitet.“
Zum Start am 1. April beschäftigt Fast zunächst drei Mitarbeiter, die über dem Mindestlohn verdienen, weitere werden gesucht. Das Unternehmen behält die Downloadzahlen der App genau im Blick, um die benötigte Anzahl an Fahrern und Lebensmitteln optimal zu planen und Lebensmittelverschwendung zu vermeiden.



