Angler schneiden Löcher ins Eis: Kampf gegen massives Fischsterben in Ueckermünde
Angler retten Fische mit Motorsäge in Ueckermünder Gewässern

Angler schneiden Löcher ins Eis: Kampf gegen massives Fischsterben in Ueckermünde

Die anhaltenden Frostperioden im Nordosten Deutschlands haben zu einer dramatischen Situation in den Gewässern des Regionalanglerverbands Ueckermünde geführt. Unter der dicken Eisschicht der flachen Torfstiche bei Grambin und Luckow sind zahlreiche Fische verendet, darunter große Hechte mit Längen von 70 bis 80 Zentimetern.

Gewässer kippen durch Sauerstoffmangel

Olaf Tott, der Vorsitzende des Regionalanglerverbands, erklärt die kritische Lage: "Die Gewässer sind nur etwa einen Meter tief. Durch die dicke Eisschicht und die sich bildenden Faulgase bekommen die Fische nicht mehr genug Sauerstoff." Viele Tiere seien bereits erstickt. Besonders betroffen sind die flachen Seen, in denen die Photosynthese der Wasserpflanzen durch das Eis und eine zusätzliche Schneeschicht vollständig zum Erliegen kommt.

Rettungsaktion mit Motorsägen und Strohballen

In einer beherzten Rettungsaktion griffen die Angler zu elektrischen Motorsägen und schnitten etwa zwei mal zwei Meter große Löcher in die Eisschicht. "Es hat richtig geblubbert und gestunken, als die Faulgase entweichen konnten", berichtet Tott von der dringend notwendigen Maßnahme. Anschließend füllten die Helfer Strohballen in die Öffnungen, damit die Gewässer durch die Halme weiter atmen können. Die Bereiche wurden mit rot-weißen Bändern abgesichert.

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Unterschiedliche Situation in verschiedenen Gewässern

Während die flachen Torfstiche bei Grambin und Luckow besonders gefährdet sind, zeigen sich die Gewässer bei Eggesin mit vier bis fünf Metern Tiefe stabiler. Hier gebe es am Grund noch ausreichend Sauerstoffreserven. Vorsorglich wurden dennoch in Rochow und Liepgarten Löcher ins Eis geschnitten. In Altwigshagen nutzten die Angler ohnehin vorhandene Öffnungen, die von traditionellen Eisbadern geschaffen wurden.

Langfristige Folgen noch unklar

Trotz aller Rettungsbemühungen rechnet der Regionalanglerverband damit, dass nach dem vollständigen Abtauen des Eises das ganze Ausmaß des Fischsterbens sichtbar wird. Studien zufolge kann es bereits nach 35 bis 55 Tagen geschlossener Eisdecke zu massiven Verlusten kommen. "Wenn wir nur zehn Prozent der Fische gerettet haben, dann haben wir etwas gekonnt", betont Olaf Tott die Bedeutung der schnellen Intervention.

Die Angler müssen sich nun darauf einstellen, in den kommenden Wochen zahlreiche tote Fische aus den Gewässern entfernen zu müssen. Die Situation verdeutlicht, wie empfindlich flache Seen auf längere Frostperioden reagieren und wie wichtig rechtzeitige Maßnahmen zum Schutz der Fischbestände sind.

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