Überschwemmungen in Vorpommern: Gefahrenlage im Anklamer Umland verschärft sich weiter
Die massiven Überschwemmungen im Anklamer Ortsteil Pelsin und in Spantekow haben sich nach den starken Regenfällen vom späten Sonntagnachmittag weiter zugespitzt. Feuerwehren und das Technische Hilfswerk (THW) sind seit mehr als 30 Stunden im Dauereinsatz, um die Wassermassen zu bekämpfen und die betroffenen Gemeinden zu schützen.
THW-Verstärkung aus Norddeutschland
Weil die lokalen Kräfte nicht mehr ausreichen, wurde am Sonntagnachmittag der Landesverband des THW „Küste“ aktiviert. Kreissprecher Florian Stahlkopf informierte, dass zusätzliche Einsatzkräfte und Technik aus Schleswig-Holstein und Hamburg nach Vorpommern verlegt wurden. Diese Verstärkung soll insbesondere in den besonders betroffenen Gebieten Pelsin und Spantekow Entlastung bringen.
In Pelsin werden die THW-Helfer mit Hochleistungspumpen erwartet, die bis zu 15.000 Liter Wasser pro Minute befördern können. Bislang wurden die Wassermengen aus einem übervollen Graben und den Äckern in Richtung Pelsiner See gepumpt – von einer Dorfseite über die Bundesstraße 197 auf die andere Seite und weiter ins Gelände. Der Dorfteich kann bereits kein zusätzliches Wasser mehr aufnehmen.
Spantekow im Ausnahmezustand
In der Ortslage Spantekow nahm die einlaufende Wassermenge zum Abend hin ebenfalls weiter zu. Die Einsatzkräfte des Katastrophenschutzes, die zuvor in Pelsin unterstützt hatten, wurden nach Spantekow verlegt, wo die Gemeindewehr samt mehreren Löschgruppen seit rund 30 Stunden im Schichtsystem im Dauereinsatz ist.
Mit insgesamt vier Einsatzstellen in der Gemeinde war der Bereich Spantekow einer der Schwerpunkte der Überschwemmungslage im Anklamer Land. Neben THW und Katastrophenschutz halfen hier auch die Nachbarwehren aus Sarnow/Wusseken, Neuenkirchen und Iven. Die Pumpen und Spritzen laufen seit Stunden ununterbrochen, um Grundstücke und Wohnhäuser vor den Fluten zu schützen.
Einsatzstatistik und Koordination
Seit Samstagnachmittag sind die Einsatzkräfte mit dem Kampf gegen die Wassermassen beschäftigt. Die Leitstelle des Landkreises Vorpommern-Greifswald hat mehr als 120 Einsätze ausgelöst. Die koordinierte Zusammenarbeit von Feuerwehr, THW, Katastrophenschutz und Nachbarwehren ist entscheidend, um die kritische Situation unter Kontrolle zu bringen.
Die anhaltenden Regenfälle und die übervollen Gewässer stellen weiterhin eine erhebliche Gefahr dar. Die Einsatzkräfte bleiben in höchster Alarmbereitschaft, während die Bewohner der betroffenen Gebiete auf weitere Unterstützung hoffen.



