Buckelwal in der Ostsee: Malchiner Firma bereitet sich auf Entsorgung vor
Der gestrandete Buckelwal in der Ostsee vor der Insel Poel kämpft noch immer um sein Überleben, doch die Vorbereitungen für seine letzte Reise laufen bereits. Eine Firma vor den Toren Malchins, SecAnim, hat sich darauf eingestellt, die sterblichen Überreste des Meeressäugers zu übernehmen und fachgerecht zu entsorgen. Das Schweriner Umweltministerium hatte bereits vor Ostern erste Absprachen mit dem Tierverwerter getroffen, als es für den Wal noch Hoffnung gab.
Wissenschaftliche Untersuchung vor der Verwertung
Bevor der Wal nach Malchin transportiert wird, ist zunächst die Wissenschaft am Zuge. Das Deutsche Meeresmuseum in Stralsund plant, nach dem Ableben des Tieres Körper und Organe zu untersuchen, um die genaue Todesursache festzustellen. Auch am Skelett des Kolosses gibt es mittlerweile mehrere Interessenten. Diese Untersuchungen sind entscheidend, um Erkenntnisse über den Gesundheitszustand des Wals und mögliche Umweltfaktoren zu gewinnen.
Erst nach Abschluss dieser Analysen wird der Kadaver zur weiteren Verarbeitung nach Malchin gebracht. Die Bergung des Wals aus dem Ostseewasser muss sehr schnell erfolgen, da der Körper nach dem Tod rasch aufbläht. Für diese Aufgabe sind andere Stellen zuständig, wie Karsten Libnow, der Niederlassungsleiter von SecAnim, erklärt. Sein Unternehmen stellt sich darauf ein, die sterblichen Überreste dann vom Stralsunder Museum abzuholen.
Verwertung nach strengen Richtlinien
Für den hochmodernen Verwertungsbetrieb in Malchin stellt ein Wal keine besondere Herausforderung dar, da es nicht der erste seiner Art ist, der dort verarbeitet wird. „Es gelten bei uns für einen Wal die gleichen Richtlinien wie eben auch für andere Tiere“, erläutert Libnow. Allerdings ist der spätere Kadaver sehr tranhaltig und muss deshalb mit anderem Material gemischt werden, um eine effiziente Verarbeitung zu gewährleisten.
SecAnim kümmert sich hauptsächlich um in der Landwirtschaft gestorbene Tiere, ist aber auch für den Abtransport von großen Tieren wie Elefanten gerüstet – ein bis zwei pro Jahr, wie Libnow berichtet. Aus Tierkadavern und tierischen Abfallfetten stellt die Firma jährlich mehrere Tausend Tonnen Biodiesel her. Zusätzlich wird Tiermehl produziert, das als Zusatzbrennstoff in der Zementindustrie eingesetzt wird. Diese Prozesse erfolgen unter höchsten Hygienestandards und tragen zur umweltfreundlichen Energiegewinnung bei.
Gewicht und Verarbeitungserwartungen
Der Ostseewal wird auf ein Gewicht zwischen 12 und 15 Tonnen geschätzt. Was davon nach der Zerlegung übrig bleibt, ist noch ungewiss. „Wir rechnen mit zehn Tonnen. Aber das ist reine Spekulation“, sagt Libnow. Die genaue Menge hängt von den Untersuchungen der Wissenschaftler und dem Zustand des Kadavers ab. Die Probenentnahme am toten Tier bleibt den Malchinern erspart, da diese Aufgabe bereits von den Forschern übernommen wird.
Diese Vorgehensweise stellt sicher, dass sowohl wissenschaftliche Erkenntnisse als auch eine nachhaltige Verwertung des Wals gewährleistet werden. Die Zusammenarbeit zwischen Umweltministerium, Meeresmuseum und Verwertungsbetrieb zeigt, wie komplexe Prozesse bei solchen Tierdramen koordiniert werden müssen.



