Neuer Rettungsversuch für gestrandeten Buckelwal vor Poel gestartet
Die Vorbereitungen für einen erneuten Rettungsversuch des vor der Ostsee-Insel Poel liegenden Buckelwals laufen auf Hochtouren. Zahlreiche Helfer wollen heute versuchen, den in misslicher Lage befindlichen Meeressäuger aus seiner prekären Situation zu befreien. Erfreulicherweise zeigt sich das Tier in einem deutlich besseren Zustand als ursprünglich befürchtet.
Umfangreiche Vorbereitungen am Hafen von Kirchdorf
Am Vormittag bereiteten Einsatzkräfte am Hafen von Kirchdorf auf Poel eine große Arbeitsplattform vor, die mit Schläuchen, einer leistungsstarken Pumpe, einem mobilen Kran und speziellem Arbeitsgerät ausgestattet wurde. Mehrere kleine Schwimmpontons lagen bereit, um bei der Bergung eingesetzt zu werden. Rund 30 Schaulustige und mehrere Kamerateams verfolgten die Vorbereitungen für die spektakuläre Rettungsaktion aus nächster Nähe.
Wal reagiert lebhaft auf Annäherungsversuche
Der Buckelwal zeigte am Morgen heftige Reaktionen auf einen sich nähernden Taucher. Das Tier schlug energisch mit seiner mächtigen Schwanzflosse, der sogenannten Fluke, und drehte sich um beinahe 90 Grad, wie im Livestream von News5 deutlich zu sehen war. Diese unerwartete Aktivität veranlasste die Helfer, sich zunächst vom Wal zurückzuziehen. Nach wenigen Minuten beruhigte sich das Tier jedoch wieder und verharrte erneut ruhig im hüfttiefen Wasser.
Umweltminister Backhaus: "Heiße Phase der Bergung"
Der Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus (SPD), betonte am Hafen von Kirchdorf die Bedeutung des aktuellen Rettungsversuchs. "Der Bergungsversuch geht jetzt in die heiße Phase über", erklärte Backhaus. Der Minister zeigte sich überzeugt von dem vorliegenden Rettungskonzept, für das sein Ministerium die offizielle Duldung ausgesprochen hat. "Der Wal bekommt jetzt eine weitere Chance, aber er muss dabei auch aktiv mitmachen", fügte Backhaus hinzu.
Innovative Bergungstechnik kommt zum Einsatz
Für die Rettung des rund zwölf Tonnen schweren Meeressäugers setzen die Helfer auf moderne Technik. Neben Mitarbeitern des Umweltministeriums und des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG) sollen spezielle batteriebetriebene Sandsauggeräte eingesetzt werden. Diese Geräte sollen den Untergrund unter dem gestrandeten Wal freispülen und ihm so die Rückkehr in tiefere Gewässer ermöglichen.
Der geschwächte Buckelwal liegt bereits seit mehr als zwei Wochen, genau gesagt seit 18 Tagen, an derselben Position in der Kirchsee in der Wismarer Bucht fest. Trotz dieser langen Strandungsdauer zeigen die aktuellen Beobachtungen, dass das Tier über erstaunliche Vitalität verfügt und die Rettungsbemühungen weiterhin gerechtfertigt sind.



