Nächtlicher Eisbruch auf Ostsee: Deutsche Abenteurer legen SOS aus Eisblöcken
Ein winterliches Abenteuer auf der zugefrorenen Ostsee endete für zwei deutsche Skitourengeher in einem dramatischen Rettungseinsatz. Die beiden Wanderer, ein Mann und eine Frau, waren auf einer ungewöhnlichen Route über das Eis des Bottnischen Meerbusens zwischen Finnland und Schweden unterwegs, als sie plötzlich in eine lebensbedrohliche Notlage gerieten. Dies berichtete am Samstag das finnische Nachrichtenportal „Yle“.
Notruf mithilfe eines Funksenders abgesetzt
Nach Angaben der Küstenwache ereignete sich der Vorfall im Seegebiet zwischen der finnischen Hafenstadt Oulu und dem schwedischen Städtchen Luleå. Die beiden Deutschen hatten dort bereits mindestens eine Nacht in einem Zelt auf dem zugefrorenen Meer verbracht, als das Eis unter ihrem Lagerplatz plötzlich zu brechen begann. Dabei fiel ein Großteil ihrer Ausrüstung ins eiskalte Wasser, was die Situation zusätzlich verschärfte.
Den beiden gelang es jedoch, sich auf stabileres Eis zu retten und mithilfe eines Funksenders einen Notruf abzusetzen. Der Alarm ging am frühen Morgen ein, woraufhin eine umfangreiche Such- und Rettungsaktion gestartet wurde. An der Suche beteiligten sich sowohl finnische als auch schwedische Flugzeuge, wobei die schwierigen Wetterbedingungen in der Region die Arbeiten erheblich erschwerten.
Hintergrund: Der Bottnische Meerbusen
Der Bottnische Meerbusen ist der nördlichste Ausläufer der Ostsee zwischen Schweden und Finnland. Aufgrund des geringen Salzgehalts und der relativ geringen Tiefe friert diese Region häufig mehrere Monate im Jahr zu. Luleå und Oulu gehören dort zu den wichtigsten Hafenstädten, auch wenn die Schifffahrt nur eine untergeordnete Bedeutung hat. Oulu ist unter anderem berühmt für die jährlich dort stattfindende Luftgitarren-Weltmeisterschaft.
Dramatische Rettung mit kreativem SOS-Signal
Schließlich konnten die beiden Deutschen, die als sehr erfahren und gut vorbereitet beschrieben wurden, am späten Vormittag gefunden und in Sicherheit gebracht werden. Auf einer Luftaufnahme ist zu sehen, wie die beiden auf dem Eis warteten und aus Eisstücken das Wort „SOS“ gelegt hatten, um von den Flugzeugen besser gesehen zu werden. Diese kreative Maßnahme trug maßgeblich zu ihrer erfolgreichen Rettung bei.
Die Abenteurer seien zwar stark durchgefroren gewesen, hätten sich den Umständen entsprechend jedoch in einem guten Zustand befunden, teilte die Küstenwache mit. Von wo aus Deutschland die beiden stammen, wurde nicht mitgeteilt. Dieser Vorfall unterstreicht die Risiken, die mit Winterabenteuern auf zugefrorenen Gewässern verbunden sind, und zeigt gleichzeitig die Bedeutung von guter Vorbereitung und schnellem Handeln in Notsituationen.



