Schimmelalarm bei Feuerwehr Völschow: Förderung für Neubau in Sicht, doch Ärger um Termin
Feuerwehr Völschow: Schimmelproblem und Förderung für Neubau

Schimmelalarm bei der Feuerwehr Völschow: Hoffnung auf geförderten Neubau

In der Gemeinde Völschow herrscht große Freude über die Aufnahme in ein neues Landesförderprogramm für Feuerwehrhäuser. Doch zunächst fühlt sich die Gemeinde mächtig veralbert, nachdem eine feierliche Übergabe der Fördermittelankündigung kurzfristig abgesagt wurde.

Gesundheitliche Gefahren in marodem Domizil

Dass die Löschtruppe in Völschow dringend ein neues Domizil benötigt, steht schon lange außer Frage. Die Einheit muss Räume nutzen, die längst nicht mehr den Anforderungen entsprechen und überdies gesundheitliche Risiken bergen. Besonders betroffen ist die kleine Fahrzeugunterstellhalle, die in den 1990er-Jahren aus einem ehemaligen Schulkabinett der DDR-Zeit entstand.

Bis 2017 diente diese Garage mangels Alternativen auch als Umkleide. Dann entdeckten die Einsatzkräfte eigenartige Beläge auf ihrer Einsatzkluft, die sich als Schimmelsporen entpuppten. Verursacht wurden sie durch eine durchfeuchtete Außenwand. Seitdem ist der Aufenthalt in der Garage nur noch kurzzeitig erlaubt.

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Dauerprovisorium mit gravierenden Mängeln

Aus der Notlösung wurde ein Dauerprovisorium. Seit fast zehn Jahren nutzen die Völschower Feuerwehrleute einen Raum neben dem Gemeindesaal als Umkleide. An den Wänden hängen Bretter mit Haken für die Kleidung, doch das verbessert die Situation nur bedingt.

Es fehlen grundlegende sanitäre Einrichtungen wie Duschen, und von einer Schwarz-Weiß-Trennung kann keine Rede sein. Dieses Hygienekonzept ist essenziell, um kontaminierte Einsatzsachen von sauberer Privatkleidung zu trennen und so die Verschleppung von Schadstoffen wie krebserregenden Rußpartikeln zu verhindern.

„Eigentlich müssten wir das Haus komplett abreißen“

Bürgermeister Thomas Breitsprecher, selbst aktiver Feuerwehrmann, bringt es auf den Punkt: „Eigentlich müssten wir das Haus komplett abreißen.“ Die Immobilie lasse sich mit vertretbarem Aufwand nicht mehr in einen akzeptablen Zustand bringen. Bei den umfangreichen Arbeiten der Nachwendezeit seien zu viele gravierende Fehler begangen worden.

Ein Abriss würde jedoch nicht nur die Feuerwehr obdachlos machen, sondern auch alle Nutzer des Gemeindesaals betreffen – von Rentnergruppen bis zu Familienfeiern. Bisher erschien eine Finanzierung eines Neubaus kaum möglich, doch nun zeichnet sich eine realistische Chance ab.

Landesförderprogramm bringt Hoffnung

Völschow gehört zu den Gemeinden, die in die Liste für das neue Feuerwehrhaus-Programm Mecklenburg-Vorpommerns aufgenommen wurden. Insgesamt stehen 50 Millionen Euro bereit, mit denen 58 Vorhaben gefördert werden sollen.

Im Mittelpunkt stehen standardisierte, kosteneffiziente Gebäude für bis zu 35 Einsatzkräfte mit zwei Fahrzeugstellplätzen und bedarfsgerechter Raumausstattung. Durch die Standardisierung beschleunigen sich Planungs- und Genehmigungsverfahren, und die Baukosten reduzieren sich. Das Land trägt einen gewichtigen Anteil an den Kosten, die auf etwa 1,2 Millionen Euro veranschlagt sind.

Für Völschow sind bis zu 600.000 Euro Förderung in Aussicht gestellt. Die monetäre Unterstützung richtet sich nach der Finanzlage der Kommunen, wobei Völschow vergleichsweise gut dasteht.

Ärger um abgesagte Förderübergabe

Die entsprechende Förderankündigung sollte eigentlich von Staatssekretärin Ines Jesse persönlich überreicht werden. Die Völschower bereiteten sich sorgfältig vor: Die gesamte Gemeindevertretung wurde mobilisiert, und die Rentner sagten ihren wöchentlichen Kaffeenachmittag ab, um die Delegation bewirten zu können.

Doch die Schweriner Delegation verschob den Termin zunächst von 14 auf 17 Uhr wegen einer Krisensitzung. Rund eine Dreiviertelstunde vorher wurde der Termin dann komplett abgesagt. Für eine Wertschätzung des Ehrenamts spreche dieses Verhalten nicht gerade, befand Bürgermeister Breitsprecher verärgert.

Die hergerichtete Kaffeetafel mit frisch gebackenem Kuchen blieb verwaist. Selbst eine Mitarbeiterin der ministeriellen Presseabteilung wusste anscheinend nicht über die Absage Bescheid und fuhr vergeblich von Schwerin nach Völschow.

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Ausblick und historischer Hintergrund

Wann und wo genau das neue Gerätehaus gebaut werden soll, ist momentan noch unklar. Die komplette Umsetzung des Projekts wird sich über mehrere Jahre hinziehen, mit einem ersten Baustart im Land wird für den Sommer gerechnet.

Die Feuerwehr Völschow, gelegen an der A20 und L35, wurde 1895 gegründet und zählt damit zu den ältesten Dorffeuerwehren Vorpommerns. Laut Wehrführer Martin Krüger dienen in der aktiven Einheit rund zwei Dutzend Mitglieder, hinzu kommen fast 20 Kinder und Jugendliche in der Nachwuchsabteilung sowie einige Veteranen.

Trotz der aktuellen Verstimmung über die abgesagte Übergabe bleibt die Hoffnung auf ein modernes, sicheres Domizil für die engagierten Einsatzkräfte bestehen. Das Förderprogramm des Landes könnte endlich Abhilfe für die seit Jahren bestehenden Missstände schaffen.