Tauwetter in Vorpommern: Feuerwehren im Dauereinsatz gegen Überschwemmungen in Spantekow
Feuerwehren kämpfen gegen Überschwemmungen in Spantekow

Tauwetter in Vorpommern: Feuerwehren im Dauereinsatz gegen Überschwemmungen in Spantekow

Nach wochenlangem Schnee und Eisregen bringen Tauwetter und anhaltende Niederschläge derzeit massive Probleme für die Region Vorpommern. Während der Winter oberflächlich langsam zurückweicht, bleibt der Frost tief in den Böden gespeichert. Dies verhindert ein Versickern des Schmelzwassers und führt zu großflächigen Überflutungen, die zahlreiche Gemeinden in eine kritische Lage bringen.

Spantekow im Ausnahmezustand: Alle Kräfte mobilisiert

Besonders schwer betroffen ist die Gemeinde Spantekow im Amt Anklam-Land. Hier sind die Feuerwehrleute mit sämtlichen aktiven Mitgliedern, Fahrzeugen und kompletten Löschgruppen bereits seit Mittwochabend ununterbrochen im Einsatz. Wehrführer André Dittmann berichtet von einer äußerst angespannten Situation, bei der noch kein Ende absehbar ist. „Wir sind jetzt schon an unsere Grenzen gekommen und müssen jetzt schauen, dass wir die Fahrzeuge nachtanken und wieder einsatzbereit sind“, erklärt Dittmann. Er schließt nicht aus, dass die Spantekower Feuerwehr in den kommenden Tagen externe Hilfe benötigen wird, um die Lage unter Kontrolle zu halten. Bereits jetzt seien Millionen Liter Wasser abgepumpt worden.

Bürgermeisterin Dörte Müller zeigt sich tief beeindruckt vom Engagement der Einsatzkräfte. „Ich bin so stolz darauf, was unsere Kameradinnen und Kameraden hier leisten und uns sprichwörtlich über Wasser halten“, betont sie. Besonders lobend erwähnen sowohl die Bürgermeisterin als auch der Wehrführer die Ehrenabteilung der Feuerwehr, die sich um die Verpflegung der im Dauereinsatz befindlichen Aktiven kümmert und sie mit Essen und Getränken versorgt.

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Regionweit im Krisenmodus: 61 Einsätze binnen 18 Stunden

Die Überschwemmungen beschränken sich keineswegs auf Spantekow. Die Einsatzleitstelle des Landkreises verzeichnete innerhalb von nur 18 Stunden insgesamt 61 Einsätze aufgrund von überfluteten Straßen, vollgelaufenen Kellern und bis zum Rand gefüllten Gräben. Bis zum Freitagvormittag kamen noch einmal etwa zwölf weitere Einsätze hinzu. Laut Leitstelle entspannte sich die Situation in den meisten Orten zwar zum Nachmittag hin etwas, doch die allgemeine Lage bleibt prekär.

Zu den Schwerpunkten des Einsatzgeschehens zählten neben dem Amt Anklam-Land auch die Ämter Jarmen-Tutow, Peenetal/Loitz, Usedom-Süd und Löcknitz-Penkun. Auch Einheiten des Technischen Hilfswerks (THW) aus Greifswald, Wolgast und Pasewalk waren im gesamten Kreisgebiet im Einsatz, um die örtlichen Feuerwehren zu unterstützen. Diese Unterstützungssituation hält Wehrführer André Dittmann auch für Spantekow in den kommenden Tagen für möglich, auch wenn es bisher glücklicherweise noch nicht dazu gekommen ist.

Blick in die Zukunft: Angekündigtes Tauwetter bereitet Sorgen

Die betroffenen Gemeinden blicken mit großer Sorge auf die Wettervorhersagen für die kommenden Tage. Weitere Tauwetterperioden und angekündigte Regenfälle könnten die bereits kritische Situation noch deutlich verschärfen. Die Feuerwehren stehen vor der enormen Herausforderung, ihre Kräfte und Ressourcen zu schonen, gleichzeitig aber jederzeit einsatzbereit zu bleiben. Die vollgelaufenen Gräben und überfluteten Straßen, wie sie aktuell in Spantekow und vielen umliegenden Dörfern zu beobachten sind, stellen eine permanente Gefahr für die Infrastruktur und die Anwohner dar.

Die Bevölkerung wird aufgefordert, besondere Vorsicht walten zu lassen und überflutete Straßenabschnitte unbedingt zu meiden. Die Feuerwehren und Hilfsorganisationen bleiben in höchster Alarmbereitschaft, um auf weitere Entwicklungen schnell reagieren zu können. Der Kampf gegen die Wassermassen in Vorpommern ist noch lange nicht gewonnen.

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