Gestrandeter Buckelwal in Ostsee: Transportvorbereitungen laufen – Entscheidung steht noch aus
Seit mehr als drei Tagen laufen die intensiven Vorbereitungen für den Transport eines geschwächten Buckelwals zurück ins offene Meer. Am vierten Tag der Rettungsaktion könnte es nun vorangehen, doch ob der Transport tatsächlich starten kann, bleibt zunächst ungewiss. Ein Teammitglied der privat finanzierten Rettungsaktion erklärte am Sonntagmorgen in Kirchdorf gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass dem Wal zunächst die für den Transport benötigte Plane vorgelegt werden müsse. Erst dann könne man beurteilen, wie das Tier darauf reagiere.
Einsatz von DLRG-Kräften und Booten
Am Sonntagmorgen waren zwischen dem Hafen in Kirchdorf und dem vor der Insel Poel liegenden Wal kontinuierlich DLRG-Boote unterwegs. Diese dienen nicht nur der logistischen Unterstützung, sondern auch der Sicherung des Einsatzpersonals vor Ort. Insgesamt sind fünf DLRG-Boote und ein Jet-Ski am Hafen von Kirchdorf im Einsatz, unterstützt von etwa 20 DLRG-Kräften, die rund um den Buckelwal aktiv sind. Am Vormittag hatten sich Mitglieder des Rettungsteams im Hafen ausführlich mit Vertretern der Behörden und der DLRG beraten, während direkte Informationen von der Initiative selbst zunächst ausblieben.
Finanzierung durch private Geldgeber
Die aufwendige Rettungsaktion wird von der Unternehmerin Karin Walter-Mommert und Mediamarkt-Gründer Walter Gunz finanziert. In einem Interview mit der „Bild“-Zeitung äußerte Gunz die Hoffnung, dass die Maßnahmen zur Bewegung des Wals in die richtige Richtung am Sonntag beginnen könnten. „Wir hoffen sehr, dass er wie bisher gut mitmacht und erkennt, dass wir ihm helfen wollen“, betonte der Unternehmer. Die gesamte Operation wird vom Umweltministerium aufmerksam beobachtet und eng mit den zuständigen Behördenvertretern abgestimmt.
Geplante Transportmethode mit Pontons und Plane
Der ausgearbeitete Rettungsplan sieht vor, unter den Wal eine spezielle Plane zu führen, die zwischen Pontons – also schwimmenden Plattformen – befestigt ist. Mit dieser Konstruktion soll das Tier aus dem flachen Küstenbereich geborgen und anschließend sicher in Richtung Nordsee transportiert werden. Die Pontons werden dabei von einem Schlepper an einer langen Leine gezogen. Messungen des Umweltministeriums ergaben, dass der Buckelwal beeindruckende 12,35 Meter lang, 3,20 Meter breit und 1,60 Meter hoch ist.
Fachleute äußern Bedenken über Erfolgsaussichten
Gleichzeitig äußerten zahlreiche Fachleute, darunter Wissenschaftler, Behördenvertreter und Mitarbeiter von Nichtregierungsorganisationen, nach umfassender Prüfung erhebliche Bedenken. Sie sind sich einig, dass der Wal dringend Ruhe benötige und weitere Eingriffe dem Tier massive Schäden zufügen könnten. Der Buckelwal gilt als orientierungslos und ist in einem so geschwächten und geschädigten Zustand, dass er die anstrengende Heimreise ins offene Meer aller Wahrscheinlichkeit nach nicht überstehen würde.



