Berufseinstieg als Industrietaucher: Gefahren und Faszination unter Wasser
Kevin Brasat hatte vor seiner Fortbildung zum Industrietaucher nur ein einziges Mal getaucht. Heute arbeitet er in einem Beruf, der ihn regelmäßig in die Tiefen der Ostsee führt, wo er mit Kettensägen hantiert und historische Bomben bergen muss. In einem exklusiven Interview teilt er seine Erfahrungen und erklärt, wann die Liebe zum Job gefährlich werden kann.
Von der ersten Taucherausbildung zur Spezialisierung
Brasat erinnert sich an seinen ersten Tauchgang als Laie: "Auf einmal war das Meer wie ein Fußballstadion erhellt", beschreibt er das überwältigende Gefühl. Doch der Beruf des Industrietauchers ist weit entfernt von entspannten Freizeittauchen. Nach einer intensiven Fortbildung, die ihn auf spezielle Unterwasserarbeiten vorbereitete, stieg er in die Branche ein. Heute meidet er in seiner Freizeit eher das Wasser, wie er zugibt, um Abstand zum Arbeitsalltag zu gewinnen.
Gefährliche Einsätze: Kettensägen und Bomben
Die Arbeit als Industrietaucher ist mit erheblichen Risiken verbunden. Brasat berichtet von Einsätzen, bei denen er Kettensägen unter Wasser verwendet, um beispielsweise alte Strukturen zu entfernen oder Reparaturen durchzuführen. Besonders heikel sind die Bergungen von Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg in der Ostsee. Diese Bomben stellen eine ständige Bedrohung dar und erfordern höchste Präzision und Vorsicht. Brasat erklärt, dass solche Missionen extrem stressig sind, da ein kleiner Fehler katastrophale Folgen haben könnte.
Wann die Liebe zum Job gefährlich wird
Für Brasat wird die Passion zum Beruf dann riskant, wenn die Grenze zwischen Professionalität und Leidenschaft verschwimmt. "Man muss stets wachsam bleiben und sich nicht von der Faszination der Unterwasserwelt ablenken lassen", betont er. Die physischen und psychischen Belastungen sind enorm, und regelmäßige Sicherheitstrainings sind unerlässlich, um Unfälle zu vermeiden. Trotz der Gefahren schätzt er die Abwechslung und die Herausforderungen, die dieser einzigartige Beruf mit sich bringt.
Die Aufzeichnung des Gesprächs mit Kevin Brasat bietet einen seltenen Einblick in die Welt der Industrietaucher, die oft im Verborgenen arbeiten, aber eine cruciale Rolle in der maritimen Industrie und im Umweltschutz spielen. Ihre Expertise ist gefragt, ob bei Wartungsarbeiten an Offshore-Anlagen oder bei der Beseitigung von Altlasten in unseren Gewässern.



