Neubrandenburg stellt Weichen für klimaneutrale Wärmeversorgung bis 2045
Die Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg arbeitet intensiv an der Umsetzung eines ambitionierten Wärmeplans, der bis zum Jahr 2045 eine vollständig klimaneutrale Wärmeversorgung sicherstellen soll. Im Juni dieses Jahres wird die Stadtvertretung voraussichtlich den finalen Beschluss fassen, nachdem das Konzept von der Firma Teta Concepts erarbeitet wurde. Dieser Plan markiert einen entscheidenden Schritt in der kommunalen Energiepolitik, doch einige Herausforderungen bleiben bestehen.
Gemeinsame Anstrengungen von Stadt, Stadtwerken und Wohnungsunternehmen
Die Stadt Neubrandenburg kooperiert eng mit den kommunalen Stadtwerken sowie den großen Wohnungsunternehmen Neuwoges und Neuwoba, um die Wärmeplanung voranzutreiben. Nach anfänglichen Schwierigkeiten bei der Fördermittelbeschaffung und der Suche nach qualifiziertem Personal konnten diese Hürden überwunden werden. Lokale Partner wie die Sparkasse Neubrandenburg/Demmin, NB-Haustechnik und Buderus wurden für die Umsetzung gewonnen. „Wir sind froh, dass wir alle gemeinsam die kommunale Wärmeplanung tragen können“, betonen die beteiligten Akteure.
Fokus auf Verdichtung bestehender Fernwärmenetze
Der Wärmeplan setzt primär auf die Verdichtung bereits existierender Fernwärmenetze, anstatt auf umfangreiche Neubauten. In vielen Stadtgebieten liegen bereits Fernwärmeleitungen, die nun durch zusätzliche Anschlussnehmer erweitert werden sollen. Für bestimmte Quartiere ist die optimale Lösung noch nicht abschließend geklärt. In den Randlagen der Stadt müssen Eigentümer und Vermieter ihre Heizungserneuerungen eigenverantwortlich organisieren, was eine besondere Herausforderung darstellt.
Sanierungsziele und erneuerbare Energien im Mittelpunkt
Ein zentraler Bestandteil des Plans ist die Steigerung der Energieeffizienz. Vorgesehen ist, jährlich etwa ein Prozent des Gebäudebestands zu sanieren, um entsprechende Energieeinsparungen zu erzielen. Parallel dazu sollen rund 300 Heizungen pro Jahr ausgetauscht werden. Erdgas in der Fernwärme wird schrittweise durch erneuerbare Energien ersetzt, wobei die Stadt auf dekarbonisierte Wärme setzt. Die Wohnungsunternehmen Neuwoges und Neuwoba, die etwa 50 Prozent des Wohnungsmarkts in Neubrandenburg kontrollieren, betonen die Notwendigkeit, Betriebskosten im Blick zu behalten und bezahlbaren Wohnraum zu sichern. Sie weisen jedoch darauf hin, dass die Sanierungsziele nur erreicht werden können, wenn auch kleinere Vermieter und Hauseigentümer mitziehen.
Stadtteil Broda vom Fernwärmenetz ausgeschlossen
Ein signifikanter Nachteil des aktuellen Plans betrifft den Stadtteil Broda. Aufgrund technischer Gegebenheiten ist eine Leitungsverlegung für das Fernwärmenetz dort nicht möglich. Hauseigentümer in Broda müssen daher in den kommenden Jahren eigene, alternative Lösungen für ihre Wärmeversorgung umsetzen. Diese Ausgrenzung stellt eine besondere Hürde für die angestrebte flächendeckende Klimaneutralität dar.
Öffentliche Beteiligung und digitale Unterstützung
Zur Information der Bürger lädt die Stadt am 21. April zu einer öffentlichen Veranstaltung im HKB ein. Zudem ist die Einrichtung eines Klimaportals geplant, auf dem Anwohner ihre Adresse eingeben können, um passende Heizlösungen, Förderprogramme und Kontakte zu lokalen Fachleuten zu erhalten. Diese Maßnahmen sollen die Transparenz und Akzeptanz des Wärmeplans erhöhen.



