Ausstellung „Mauern – Gitter – Stacheldraht“ in Rostock
Die Dokumentations- und Gedenkstätte Rostock eröffnet am Dienstag, den 12. Mai, um 18 Uhr die Wanderausstellung „Mauern – Gitter – Stacheldraht“. Die Schau des Vereins UOKG (Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft) beleuchtet Repressionserfahrungen zwischen 1945 und 1990. Ein besonderer Fokus liegt auf der Ostsee als nördlicher Grenzraum der DDR.
Biografien junger Menschen im Mittelpunkt
Die Ausstellung erzählt von jungen Menschen, die wegen ihrer politischen Haltung oder Lebensweise mit dem SED-Staat in Konflikt gerieten. Themen sind deportierte Frauen und Mädchen, Internierungen in Speziallagern, Haft in DDR-Zuchthäusern, Zwangsaussiedlungen an der innerdeutschen Grenze sowie Verfolgung durch die Staatssicherheit. Die Ostsee wird dabei als Urlaubs- und Sehnsuchtsraum, aber auch als Grenzraum dargestellt. Diese „nasse Grenze“ prägte den Alltag an der Küste, oft unsichtbar oder kaum bemerkt.
Forschung und persönliche Erinnerungen
Die US-Historikerin Hope Harrison, Senior Fellow am Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald und Professorin an der George Washington University, erforscht derzeit, wie Menschen die maritime Grenzsituation erlebten. Zur Eröffnung sprechen Harrison und Mit-Kurator Alexander W. Bauersfeld (UOKG). Im Anschluss lädt die Gedenkstätte zu einem öffentlichen Gesprächsforum ein. Besucher können eigene Erinnerungen an die Ostsee-Grenze, etwa in Form von Fotos oder Videos, einbringen.



