Polizei-Außenstelle in Warnemünde droht Schließung – Kritik an Sicherheitspolitik
Polizei-Außenstelle Warnemünde droht Schließung – Kritik

Polizeiaußenstelle in Warnemünde steht vor dem Aus – Ministerium prüft Schließung

Die Polizeiaußenstelle im Ostseebad Warnemünde könnte bald Geschichte sein. Wie Adriana Ott-Ebert, Leiterin des zuständigen Polizeireviers Lichtenhagen, auf einer Sitzung des Ortsbeirates Warnemünde bekannt gab, liegt im Innenministerium ein Prüfvorgang zur Schließung der Station an der Mittelmole vor. „Wir werden höchstwahrscheinlich die Polizeistation hier in Warnemünde schließen“, verkündete Ott-Ebert die überraschende Nachricht. Als Gründe nannte sie finanzielle Erwägungen und die angespannte personelle Situation.

Personalmangel und steigende Fallzahlen in der Tourismussaison

Bislang wurde die Außenstelle während der Saison durch drei Beamte besetzt – genau in der Zeit, wenn die meisten Touristen und Besucher ins Ostseebad strömen und das Kriminalgeschehen deutlich ansteigt. Laut Ott-Ebert verdoppeln sich die Fallzahlen spätestens Ende April oder Anfang Mai. In den Sommermonaten Juli und August verdreifachen sie sich sogar. Doch beim Personal gab es jüngst erhebliche Veränderungen:

  • Ein Beamter ist bereits ausgeschieden
  • Ein weiterer hat Aufgaben in einem anderen Revier übernommen
  • Ein dritter Beamter wird in Kürze altersbedingt den Dienst verlassen

Zwar soll spätestens zum Saisonbeginn ein neuer Kollege das Team verstärken und die Mannschaft der Kontaktbeamten für das gesamte Revier Lichtenhagen perspektivisch wieder auf neun aufgestockt werden. Doch dass dann wieder drei Beamte dauerhaft Warnemünde zugewiesen werden, wie in den zurückliegenden Jahren, werde wohl nicht passieren, so die Revierleiterin.

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Neue Konzepte statt fester Präsenz

Stattdessen sollen die Polizisten künftig „Anlass angemessen“ eingesetzt werden, mit einem direkten Ansprechpartner für die Nöte und Probleme der Bewohner im Ortsteil. Die Idee sei, trotzdem während der Saison „über einen Anlaufpunkt in Warnemünde präsent zu sein“, sollte die Station Am Bahnhof 1 tatsächlich geschlossen werden. Hierzu würde es Gespräche mit der Tourismuszentrale geben. Hinzu käme die Erreichbarkeit per Telefon oder E-Mail. Ott-Ebert verwies darauf, dass sich die Art der Kontaktaufnahme der Bürger mit den Beamten in den zurückliegenden Jahren ohnehin verändert habe und nicht mehr vorrangig persönlich vor Ort in der Station erfolge.

Massive Kritik von Ortsbeirat und Gewerkschaft

Die Pläne zur möglichen Schließung der Polizeiaußenstelle stoßen jedoch auf massive Kritik. Für Axel Tolksdorff, Vorsitzender des Warnemünder Ortsbeirats (Rostocker Bund), ist das „ein Rückschritt für die Sicherheit in Warnemünde“. Auch die Gewerkschaft der Polizei Mecklenburg-Vorpommern (GdP MV) zeigt sich verwirrt und findet in den sozialen Medien deutliche Worte.

Die GdP MV wirft dem Innenministerium vor, sich in Schwerin den „Luxus“ von „schicken Ladenflächen in der Marienplatz-Galerie“ zu gönnen – keine fünf Minuten Fußweg von der nächsten Wache entfernt. „Aber in Warnemünde? Da entdeckt man plötzlich sein Herz für die ,schwäbische Hausfrau': Zu teuer! Zu wenig Nutzen! Während Millionen Touristen kommen, wird die echte Wache gegen ein Eckchen irgendwo im Ostseebad getauscht“, heißt es von der Gewerkschaft.

„Das ist keine Sicherheitspolitik, das ist Realsatire!“

Christian Schumacher, Landesvorsitzender der GdP MV, kommentiert scharf: „Das ist keine Sicherheitspolitik, das ist Realsatire! In Schwerin gibt’s Polizei zum Schaufensterbummel, in Warnemünde werden die Kollegen ins Exil nach Lichtenhagen geschickt. Viel Spaß im Sommerstau, wenn es brennt! Sicherheit ist kein Pop-up-Store! Wir fordern: Schluss mit der absurden Ungleichbehandlung. Echte Polizei gehört dorthin, wo die Menschen sind – und zwar nicht nur im Einkaufszentrum!“

Die Diskussion um die Zukunft der Polizeipräsenz in Warnemünde zeigt deutlich die Spannung zwischen finanziellen Zwängen und dem Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung in einem touristisch stark frequentierten Ostseebad. Während das Ministerium auf flexible Einsatzkonzepte setzt, fordern lokale Vertreter und die Gewerkschaft eine dauerhafte, sichtbare Polizeipräsenz vor Ort.

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