Dramatische Rettungsaktion in der lettischen Ostsee
Ein abendlicher Spaziergang auf dem zugefrorenen Meer nahe der Ortschaft Plienciems westlich von Riga endete für zwei Menschen in einem lebensgefährlichen Abenteuer. Wie lettische Medien unter Berufung auf Einsatzkräfte berichten, löste sich ein großer Eisbrocken von der Küste und trieb mit den beiden Personen an Bord mehrere Kilometer auf den Golf von Riga hinaus.
Fünf Stunden in eisiger Gefangenschaft
Die Suche nach den Gestrandeten gestaltete sich äußerst schwierig. Dunkelheit und zahlreiche große Eisschollen behinderten die Rettungsarbeiten erheblich. Erst nach fünf Stunden konnten die alarmierten Retter die in Not geratenen Spaziergänger ausfindig machen.
Gegen 3 Uhr nachts, bei eisigen Temperaturen, wurden sie schließlich mit einem Kran an Bord eines Eisbrechers gehievt. Ein vom Freihafen Riga veröffentlichtes Video dokumentiert diese dramatische Bergungsaktion. Die Geretteten wurden anschließend in Riga an Land gebracht und medizinisch versorgt.
Wiederholte Gefahr durch treibende Eisschollen
Dieser Vorfall ist kein Einzelfall. Erst vor einer Woche waren in Deutschland zwei Jugendliche von einer in der Ostsee treibenden Eisscholle gerettet worden. In Scharbeutz hatten sie sich auf ein Eisstück gewagt, das sich von der teils zugefrorenen Ostsee gelöst hatte.
Im deutschen Fall konnte die nahegelegene Feuerwehr die abtreibende Eisscholle mit einer Leine sichern und die Jugendlichen über eine Leiter in Sicherheit bringen. Diese beiden Vorfälle unterstreichen die tückischen Gefahren, die von scheinbar stabilen Eisflächen ausgehen können.
Die Rettungskräfte in Lettland betonten, dass solche Einsätze durch die widrigen Bedingungen besonders anspruchsvoll sind. Die Kombination aus Dunkelheit, Kälte und unberechenbaren Eisverhältnissen stellt extreme Anforderungen an Mensch und Material.



