Rostocker Seehafen: Neues Stellwerk „Roter Riese“ steuert Schienenverkehr mit Millioneninvestition
Rostocker Seehafen: „Roter Riese“ steuert Schienenverkehr

Modernisierung im Rostocker Seehafen: „Roter Riese“ nimmt Betrieb auf

Eine bedeutende Investition in die Zukunft des Güterverkehrs: Im Rostocker Seehafen hat das neue Elektronische Stellwerk mit dem charakteristischen Namen „Roter Riese“ seinen Betrieb aufgenommen. Dieses Bauwerk markiert einen entscheidenden Schritt in der umfassenden Modernisierung der Schieneninfrastruktur des größten deutschen Ostseehafens.

Millionenschwere Investition für zukunftsfähigen Güterverkehr

Bis zum Jahr 2032 fließen mehr als 300 Millionen Euro in die Erneuerung der Schieneninfrastruktur des Rostocker Seehafens. Diese gewaltige Summe stammt aus Bundesmitteln und Eigenkapital der Deutschen Bahn und soll den wichtigsten Güterverkehrsknotenpunkt in Mecklenburg-Vorpommern für die kommenden Jahrzehnte fit machen. Alexander Kaczmarek, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für MV, betonte bei der Inbetriebnahme: „Damit ist ein entscheidender Schritt zur Modernisierung und Leistungssteigerung des Güterumschlags im Seehafen der Hansestadt getan.“

Der „Rote Riese“: Einzigartiges Bauwerk mit symbolträchtigem Namen

Das neue Stellwerk vereint sieben ältere Anlagen und übernimmt die Steuerung des Ablaufbetriebs für einzelne Güterwagen bei der Bildung kompletter Güterzüge. Seinen ungewöhnlichen Namen erhielt das Bauwerk durch einen internen Wettbewerb unter Beschäftigten. „Der Titel greift im Wesentlichen die Farbe des Gebäudes auf“, erklärte Kaczmarek und fügte hinzu: „Ich wüsste nicht, dass irgendeines unserer Stellwerke so einen schönen Namen hat.“ Ein eigens angefertigtes Namensschild ziert nun das Gebäudeinnere.

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Nachhaltige Bauweise und innovative Technik

Das Stellwerk weist mehrere bemerkenswerte Besonderheiten auf:

  • Das gesamte Gebäude mit integrierter Kanzel besteht komplett aus Holz – eine bisher einzigartige Konstruktion
  • Die Form erinnert an ein Schiff, inspiriert durch den Namen „Rostock Seehafen“
  • Dank des Baustoffs Holz weist das Bauwerk eine bessere CO₂-Bilanz auf als herkömmliche Betonkonstruktionen
  • Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach ermöglicht die teilweise Selbstversorgung mit Strom
  • Moderne Arbeitsplätze und zentrale Lage optimieren die Betriebsabläufe

Wichtiger Impuls für Wirtschaft und Arbeitsplätze

Dr. Gernot Tesch, Geschäftsführer der Hafenbetreibergesellschaft Rostock Port, unterstrich die Bedeutung der Investition: „Dass hier investiert wird, zeigt, dass die Deutsche Bahn an den Standort Rostock glaubt.“ Der Seehafen verzeichnete jüngst mit 31,3 Millionen Tonnen Fracht einen neuen Umschlagrekord und befindet sich auf deutlichem Wachstumskurs.

Auch Ines Jesse (SPD), Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium von Mecklenburg-Vorpommern, betonte die regionale Bedeutung: „Hier wird alles dafür getan, um den Güterverkehr in MV zu stärken. Mit der umfassenden Modernisierung des Güterbahnhofs wird der Rostocker Seehafen als leistungsfähiges Drehkreuz zwischen Wasser und Schiene gestärkt.“

Langfristiges Modernisierungsprojekt mit klarem Zeitplan

Der Spatenstich für die Modernisierung der Schieneninfrastruktur erfolgte bereits im April 2023. Mit der Eröffnung des Stellwerks ist nun die erste Bauphase etwa zur Hälfte abgeschlossen. Ab 2028 soll sich nahtlos die zweite Bauphase anschließen, in der folgende Elemente erneuert werden:

  1. Weichen und Gleise
  2. Weichenheizungen
  3. Oberleitungen
  4. Bahnhofsgleise
  5. Beleuchtungssysteme

Alle Arbeiten sollen bis Ende 2032 vollständig abgeschlossen sein. Alexander Kaczmarek fasste die Bedeutung des Projekts zusammen: „Mit dem Ausbau des deutschlandweit einzigen vollständig selbst betriebenen Seehafen-Gleisnetzes stärkt die Deutsche Bahn den Wirtschaftsstandort Rostock und sichert so Arbeitsplätze in der Region.“

Das neue Elektronische Stellwerk „Roter Riese“ steht somit nicht nur für technische Innovation, sondern auch für ein klares Bekenntnis zur Zukunft des Rostocker Seehafens als zentralem Güterverkehrsdrehkreuz an der deutschen Ostseeküste.

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