Fachtagung in Rostock: Piraterie bleibt reale Gefahr für Seeleute im 21. Jahrhundert
Rostock • Lesedauer: 2 Minuten
Die Sonderausstellung „Piraten. Mythos und Wirklichkeit“ im Rostocker Schifffahrtsmuseum auf dem Traditionsschiff im IGA-Park zieht zahlreiche Besucher an. Neben der historischen Aufarbeitung des Themas widmet sich das Museum auch den gegenwärtigen Herausforderungen durch Piraterie. Im Rahmen des Begleitprogramms findet am 19. März die Fachtagung „Piraterie heute“ auf dem Traditionsschiff statt.
Moderne Sicherheitsrisiken auf hoher See
„Trotz moderner Sicherheitstechnologien und internationaler Kooperationen bleibt Piraterie auch im 21. Jahrhundert ein sicherheitsrelevantes und wirtschaftlich bedeutsames Thema für Seeleute, Reedereien und globale Lieferketten“, erklärt Museumsleiterin Dr. Kathrin Möller. Die Tagung bringt Experten aus Wissenschaft, Sicherheitsbehörden, Schifffahrt und Wirtschaft zusammen, um aktuelle Risiken und Lösungsansätze zu diskutieren.
Internationale Zusammenarbeit gegen Piraterie
Rainer Endres, Flottillenadmiral a. D. und ehemaliger stellvertretender operativer Befehlshaber der EU-Mission „Atalanta“ im Jahr 2012, betont die Bedeutung der internationalen Bekämpfung der Piraterie. „Die Zusammenarbeit von Marine, Polizei, Politik, Justiz und Handelsschifffahrt ist entscheidend“, so Endres. Operationen wie „Atalanta“ hätten dazu beigetragen, die Sicherheit auf wichtigen Seewegen zu verbessern. Gleichzeitig weist er darauf hin, dass Piraterie nicht allein militärisch gelöst werden kann und komplexe strafrechtliche Herausforderungen darstellt.
Persönliche Erfahrungen von Seeleuten
Prof. Frederik Euskirchen von der Hochschule Flensburg berichtet auf der Tagung über die Entführung der „MS Hansa Stavanger“ im Jahr 2009 aus der Perspektive eines gefangenen Offiziers an Bord. „Die Entführung hat mir sehr deutlich vor Augen geführt, dass Piraterie kein abstraktes Sicherheitsrisiko ist, sondern eine existenzielle Bedrohung für die Menschen an Bord“, erklärt Euskirchen. Für die betroffenen Seeleute bedeute eine solche Situation enorme psychische und physische Belastungen, die oft noch lange nachwirken.
Details zur Veranstaltung
Die Fachtagung „Piraterie heute“ findet am 19. März von 10.30 bis 16 Uhr im Schifffahrtsmuseum Rostock im IGA-Park statt und ist öffentlich zugänglich. Für die Teilnahme wird um Anmeldung bis zum 17. März per E-Mail an info@schifffahrtsmuseum-rostock.de oder telefonisch unter 0381/12831364 gebeten. Die Veranstaltung bietet eine wichtige Plattform für den Austausch über aktuelle Entwicklungen und Schutzmaßnahmen gegen Piraterie auf hoher See.



