Premiere am Hafen: Zehnjähriger Schüler fängt seinen ersten Hering in Rostock
Schüler fängt ersten Hering in Rostock: Angel-Premiere am Hafen

Premiere am Hafen: Zehnjähriger Schüler fängt seinen ersten Hering in Rostock

An der Kaikante im Rostocker Stadthafen herrscht reges Treiben. Kiloweise Hering werden in diesen Tagen aus der Unterwarnow gefischt, und unter den zahlreichen Anglern stehen auch Papa Olaf und sein zehnjähriger Sohn Lennard Schulter an Schulter. Für den Jungen ist es das erste Mal, dass er das traditionelle Heringsangeln erlebt, und die Begeisterung ist ihm deutlich anzusehen.

Angelunterricht von Vater zu Sohn: Eine besondere Erfahrung

Der Angelausflug nach Rostock markiert eine Premiere für Lennard, der später einmal Paläontologe werden möchte. Zwar hat er bereits Erfahrung mit dem Angeln, etwa beim Hechtfang, doch bisher war er meist mit dem Boot unterwegs. „Aber sonst sind wir mit dem Boot draußen“, erklärt der Zehnjährige. Papa Olaf nutzt den Tag, um seinem Sohn das Heringsangeln beizubringen. „Weit rauswerfen, sacken lassen, ruhig ein paar Sekunden“, instruiert er geduldig, „dann schwenken und zuckeln und dann langsam wieder reinkurbeln.“ Die Technik zeigt schnell Erfolg, denn kaum ist die Angel ausgeworfen, hängt bereits der erste Fisch am Haken.

Tradition und Natur: Die Faszination des Heringsangelns

Die beiden sind aus Zehna bei Güstrow angereist, um an dieser langjährigen Tradition teilzunehmen. „Seit ich denken kann, gibt es hier das Heringsangeln. Und das musste ich Lennard natürlich mal zeigen“, betont Olaf. Die Heringe ziehen in die Unterwarnow, sobald die Temperaturen milder werden, um zu laichen. Der Zeitpunkt ihres Erscheinens ist wetterabhängig, wie der erfahrene Angler weiß. Gefischt wird mit einem Paternoster, einer Leine mit fünf bis sechs Haken, die keine Köder erfordert. „Die Heringe beißen so oder so“, erklärt Olaf, und in der Schwarmphase können schnell drei oder vier Fische gleichzeitig am Haken hängen.

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Schneller Erfolg und nachhaltige Verarbeitung

Innerhalb weniger Minuten beißen die ersten Heringe an, und die Fangquote ist beeindruckend. „Das geht hier wirklich wie am Fließband“, stellt Olaf fest. Die gefangenen Fische werden umgehend getötet, um Leiden zu vermeiden, zunächst durch Keulen, dann mit einem Kehlschnitt. Die Familie plant, etwa 30 Heringe für den Eigenbedarf mitzunehmen, die zu Klassikern wie Brathering, Rollmops oder geräuchert verarbeitet werden sollen. Olaf hat das Räuchern erst kürzlich von einem Nachbarn gelernt und ist von dem Ergebnis begeistert.

Lennards Leidenschaft: Die Liebe zur Natur überwiegt

Interessanterweise mag Lennard Fisch nicht besonders, doch das Angeln fasziniert ihn dennoch. „Ich mag es, draußen zu sein, die Natur und den Wind“, erzählt er. Die Spannung des Wartens und die Freude über einen Fang machen den Ausflug zu einem besonderen Erlebnis. „Das ist auch schön, weil man das eben zusammen macht“, fügt er hinzu. Trotz seiner Abneigung gegen Fisch ist er bereit, den gefangenen Hering zu probieren, um die gesamte Erfahrung abzurunden.

Ein natürlicher Zyklus: Vom Hering zum Hornhecht

Die Zeit des Heringsangelns an der Unterwarnow ist begrenzt, wie Olaf erklärt. „Wenn der Raps blüht, geht der Hering und der Hornhecht kommt“. Dieser wird natürlicherweise vom Laich des Herings angelockt, was den Kreislauf der Natur unterstreicht. Für Lennard und seinen Vater bleibt dieser Tag eine unvergessliche Premiere, die nicht nur einen ersten Fang, sondern auch wertvolle gemeinsame Zeit in der Natur beschert hat.

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