Strandkörbe kehren an den Warnemünder Strand zurück
Die ersten Strandkörbe stehen bereits am Warnemünder Strand und werden sogar schon für besondere Anlässe genutzt. Rund 2.800 Exemplare in weiß, grau oder blau gehören zum Bild des beliebten Ostseebades wie die Möwen und die See. Angeboten werden sie von etwa 16 Strandkorbverleihern, die jetzt in die neue Saison starten.
Stabile Preise trotz gestiegener Ansprüche
Matthias Treichel von der Strandoase Treichel ist seit 1993 im Geschäft. „Die Preise bleiben 2026 stabil, weil wir bereits eine Schmerzgrenze erreicht haben“, erklärt er. Bei ihm kostet eine Stunde Strandkorb-Leihe 5 Euro, ein Tag 15 Euro und ab 14.00 Uhr 10 Euro. Treichel beobachtet, dass die Ansprüche der Gäste gestiegen sind. Für die Hauptbar wartet er noch auf eine transportable Kuppel aus Polen. „Es wäre praktischer, wenn wir schon im März mit dem Aufbau beginnen könnten“, fügt er hinzu, doch das verbieten die Regularien des Landes.
Herausforderungen für Barrierefreiheit und Ordnung
Die Saison läuft vom 1. April bis zum 15. Oktober. Treichel musste sich mit der Reduktion barrierefreier Angebote abfinden. „Toiletten und Duschen, die wir hier am Strand für Menschen mit Behinderung eingerichtet hatten, mussten vor drei Jahren entfernt werden“, berichtet er. Geblieben sind Wege, die den Zugang mit Rollstuhl oder Rollator ermöglichen. Nicht nur behördliche Vorgaben sind eine Herausforderung. „Es kam vor, dass wir Körbe aus der Ostsee ziehen mussten, weil sie nach nächtlichen Feiern hineingetragen wurden“, erzählt Treichel. Für dieses Jahr hofft er auf Partys ohne Vandalismus.
Traditionelles Familienunternehmen setzt auf Saisonstart
Philipp Saat vom Familienunternehmen Saat, das seit 1950 Strandkörbe in Warnemünde verleiht, hat die ersten Körbe am 27. März aufgestellt. Seit dem 10. April stehen rund 100 Körbe am Strand, insgesamt sollen es 153 werden. Ungefähr 40 davon sind Jahreskörbe von Warnemündern. Der Container für Getränke und Imbiss wurde vor drei Tagen per Bagger geliefert. In der Winterpause wurden die Körbe gestrichen, und jetzt kümmert sich Saat mit seiner Partnerin um die Reinigung.
Preisgestaltung und Gästewünsche
„Die Preise liegen derzeit zum Ostertarif bei 5 Euro pro Stunde und 10 Euro pro Tag“, sagt Saat. Danach gelten 5 Euro für eine Stunde, 10 Euro für zwei Stunden und 15 Euro für den Tag. Urlauber mieten oft mehrere Tage den gleichen Korb; der siebte Tag ist dann kostenfrei. Ein Problem: Manche Gäste möchten über 18.30 Uhr hinaus in ihrem Strandkorb bleiben. „Doch irgendwann ist auch mal Feierabend“, so Saat.
Wetter als entscheidender Faktor
Ob die allgemeine Krisenstimmung die Nachfrage in der Hochsaison dämpfen wird, bleibt abzuwarten. „Das Wetter ist entscheidend“, betont Saat. 2025 habe man gefühlt nur drei Wochen Sommer gehabt. Dazu hofft er, dass die Kurtaxe nicht steigt. Aktuelle Verleihzahlen kann Saat noch nicht nennen. „Am Wochenende läuft es natürlich besser, als während der Woche“, erklärt er. Nicht jeder könne sich bei schönem Wetter gleich in den Zug oder ins Auto nach Warnemünde setzen.
Besondere Momente im Strandkorb
Mareike und Dirk Bergmann mit Tochter Emma haben genau das getan. Zwölfeinhalb Jahre nach ihrer Hochzeit erneuerten sie ihr Liebesversprechen im Strandkorb. Mit Traurednerin Diana Kowalk von „Liebeswort“ gestalteten sie ein stimmungsvolles Ritual mit zwei Strandkörben, Musiklautsprechern und einem Glas Likör am Strand. „Mehr Ostseeflair als mit Strandkörben geht kaum“, findet Kowalk. Das Paar liebt nicht nur einander, sondern auch Warnemünde.



