Templiner Wasserratten trotzen Wetter: Doppeltes Anbaden an der Schinderkuhle
Die Templiner Wasserratten um Simone Gantzke haben einmal mehr bewiesen, dass schlechtes Wetter kein Hindernis für Gemeinschaftsspaß ist. Ihr traditionelles Anbaden an der Schinderkuhle fand in diesem Jahr gleich zweimal statt - eine spontane Anpassung an die Wettervorhersage, die sich als voller Erfolg erwies.
Spontane Planänderung führt zu doppeltem Vergnügen
Eigentlich war der Sonntag für das große Anbaden vorgesehen. Eine Wanderung um den Templiner Stadtsee sollte sich mit dem erfrischenden Bad an der Badestelle Schinderkuhle und einem gemütlichen Picknick verbinden. Doch als heftiger Regen angesagt wurde, handelten die Organisatoren schnell: Das Anbaden wurde kurzerhand auf Sonnabendnachmittag vorverlegt, und die Einladung verbreitete sich rasch über soziale Medien.
Rund 20 Badeenthusiasten folgten dem Ruf, darunter auch Familien mit Kindern. Bei 13 Grad Wassertemperatur und wärmenden Sonnenstrahlen entwickelte sich das vorverlegte Ereignis zu einem echten Wohlfühltermin. Jeder Teilnehmer erhielt als Andenken eine lustige Quietscheente - eine liebgewonnene Tradition der Templiner Wasserratten.
Wanderung trotz Regen: Versprechen wird gehalten
Was Simone Gantzke und ihre Anhänger öffentlich ankündigen, das halten sie auch. Trotz des bereits stattgefundenen Anbadens am Sonnabend standen sie am Sonntag pünktlich zur vereinbarten Stadtseewanderung bereit. Nach dem Motto „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung“ machten sich die Teilnehmer mit Regenschutz und Verpflegung auf den Weg.
Die Route führte die wandernde Gruppe durch die Prenzlauer Allee, vorbei am noch geschlossenen Stadtbad, über den Uferweg zum Fährkrug und weiter bis zur Gleuenseebrücke. Auf der gegenüberliegenden Uferseite kehrten sie schließlich zur Badestelle an der Schinderkuhle zurück. Bei unerwarteten 17 Grad Lufttemperatur kamen viele der Wanderer auf den etwa 10 Kilometern Fußmarsch trotz fehlender Sonne ins Schwitzen.
„Ich bin überrascht, dass sich so viele aufgemacht haben“, freute sich Simone Gantzke über die rege Teilnahme. „Hauptsache, das Wetter hält bis zum Anbaden“, fügte sie hoffnungsvoll hinzu. Kurz vor Erreichen der Badestelle setzte dann doch noch feiner Nieselregen ein - doch das hielt niemanden davon ab, das Stadtseewasser des Jahres 2026 an der Schinderkuhle zu testen.
Lebensfreude, die ansteckt
Das große Abschlussfoto der Veranstaltung verriet die pure Lebensfreude, die die Templiner Wasserratten verbreiten. Diese Begeisterung zeigt sich bei allen ihren Aktivitäten, ob beim Blaueierschwimmen in Prenzlau oder beim traditionellen Eisbade-Spektakel in Trassenheide, das sie seit 2019 regelmäßig besuchen.
Beim diesjährigen Winterzauber in Trassenheide standen die Templiner Wasserratten vor einer besonderen Herausforderung: Die Ostsee war noch zugefroren. Die Organisatoren ließen kurzerhand riesige Badebottiche vor dem Strand aufstellen, in denen die Templiner nach Wildwest-Manier plantschten. Statt Cowboyhüten trugen die Uckermärkerinnen dieses Mal stachelige Kakteen-Kostüme und besangen in einer selbst gedichteten Templin-Version den kleinen grünen Kaktus. Für ihre kreative Verkleidung und ihre stimmungsvolle Darbietung erhielten sie einen Sonderpreis.
Die Templiner Wasserratten verstehen es meisterhaft, andere für ihre Leidenschaft zu begeistern und Gemeinschaftserlebnisse zu schaffen, die weit über das eigentliche Baden hinausgehen. Ihr Engagement zeigt, wie aus einer einfachen Idee eine lebendige Tradition werden kann, die Menschen zusammenbringt und Freude verbreitet - ganz gleich, welches Wetter gerade herrscht.



