Rettungsaktion in der Ostsee: Wal in Lastkahn für den Transport angekommen
Das Drama um den in der Ostsee gestrandeten Buckelwal könnte seinem Finale entgegengehen. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Poel • Lesedauer: 15 min
23.04.2026, Mecklenburg-Vorpommern, Fährdorf (poel): Helfer verteilen Salbe auf dem Rücken des Buckelwals vor der Insel Poel. (Foto: dpa/Jens Büttner)
Von SZ / NK und dpa Veröffentlicht: 28.04.2026 • 14:43 Uhr (Aktualisiert: 28.04.2026 • 14:45 Uhr)
Seit Ende März hält der etwa zwölf Meter lange Wal die Region in Atem. Mehrfach strandete das Tier auf Sandbänken, verlor an Kraft und wurde schließlich von Experten aufgegeben. Die Bilder des gestrandeten Meeressäugers sorgten bundesweit für eine Welle der Anteilnahme und entfachten eine Debatte über das richtige Vorgehen.
Informationen und Aufnahmen von der Situation vor Ort sehen Sie oben im Video.
Seit mehr als einer Woche läuft vor der Insel Poel eine bislang beispiellose Rettungsaktion. Ein Team aus privaten Helfern und Spezialfirmen versucht, den dort seit Wochen in der Ostsee festsitzenden, stark geschwächten Buckelwal zu befreien und in die offene See zu schleppen. Der Plan wird von Mediamarkt-Gründer Walter Gunz und Unternehmerin Karin Walter-Mommert finanziert.
Aktuelle Aufnahmen des Wals vor der Ostseeinsel Poel sehen Sie hier im Livestream von News5:
14:42 Uhr: Der Wal ist im Lastkahn angekommen
Der Wal ist in dem für seinen Transport vorgesehenen Lastkahn angekommen. Das Tier bewegte sich in die sogenannte Barge, nachdem Helfer ihn zuvor mit Gurten in diese Richtung gezogen hatten, wie auf Livestreams zu sehen war.
12:55 Uhr: Bergungsaktion gestaltet sich schwierig
Die am Morgen gestartete Bergungsaktion für den vor Poel liegenden Buckelwal scheint sich schwierig zu gestalten. Zunächst war kein klarer Fortschritt erkennbar, der Wal hatte mittags noch immer die gesamte mehr als hundert Meter lange Rinne bis zum Kahn vor sich, wie auf Livestreams zu sehen war. Mehr als ein Dutzend Helfer zogen immer wieder an Gurten, die dem rund zwölf Tonnen schweren Tier zuvor umgelegt worden waren. Die Mitglieder einer privaten Initiative wollen den Wal zu einem mit Wasser gefüllten Transportkahn ziehen, der im tieferen Fahrwasser wartete.
Helfer versuchen mit Gurten den gestrandeten Buckelwal vor der Insel Poel zu einem Transportschiff zu ziehen. (Foto: Jens Büttner/dpa)
11:37 Uhr: Gurte werden angelegt
Der Bergungsversuch des gestrandeten Buckelwals in der Ostsee ist angelaufen. Helfer haben am Vormittag im Hafen von Kirchdorf auf Poel Boote bestiegen und sind zum Wal hinausgefahren. Sie begannen, dem Tier Gurte anzulegen, um ihn durch eine ausgebaggerte Rinne zu einem bereitliegenden Lastkahn zu führen, wie in Livestreams zu erkennen war. Der Wal ließ die Prozedur zunächst ruhig über sich ergehen.
Helfer bereiten Gurte zum Ziehen des gestrandeten Buckelwals vor der Insel Poel vor. (Foto: Jens Büttner/dpa)
Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus gab sich optimistisch. „Bis Sonnenuntergang sollte es möglichst gelungen sein, den Wal auf der Barge zu haben“, sagte er in Kirchdorf. Er gab jedoch auch zu bedenken, dass es sich bei dem Wal um ein Wildtier handele, dessen Reaktion etwa auf das Anlegen des Gurtsystems nicht absehbar sei. Auch Karin Walter-Mommert, eine Geldgeberin der privaten Initiative, sagte: „Wir wollen heute fertig werden.“
9:52 Uhr: Bergung des gestrandeten Wals kann starten
Die entscheidende Phase des Rettungsversuchs des Buckelwals kann beginnen. Die Tierärzte der privaten Initiative halten das Tier für transportfähig, wie Umweltminister Till Backhaus (SPD) in Kirchdorf auf Poel sagte. Der vor über drei Wochen bei Wismar gestrandete Buckelwal liegt weiterhin im Flachwasser fest. (Foto: Jens Büttner/dpa) Die Landesregierung gab zudem grünes Licht dafür, dass Gurte genutzt werden dürfen, um den rund zwölf Tonnen schweren Wal durch eine gebaggerte Rinne zum mit Wasser gefüllten Transportkahn zu führen. Die Tierärzte der Initiative hätten am Morgen dargelegt, dass der Gesundheitszustand des Wals gut sei, sagte Backhaus. Die Atmung sei tief und ohne Geräusche.
9:03 Uhr: „Tag der Entscheidung“
Für Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) ist heute der „Tag der Entscheidung“. Derzeit stünde man noch vor der Entscheidung, ob man das veränderte Rettungskonzept, das Gurte vorsähe, um den Wal in einen Lastkahn zu ziehen, zulasse, sagte Backhaus am Hafen von Poel. „Wenn es hilft, diesem Tier aus dieser Situation zu helfen und das gering invasiv ist, dann prüfen wir das“, so der Minister. Am Morgen fand eine Lagebesprechung am Ort des Geschehens statt. „Wir brauchen heute Ruhe, wir brauchen heute Glück (...) für mich wäre es mit eines meiner schönsten Erlebnisse in meinem Leben.“ Vom Hafen starten die Helfer und Walexperten zu ihren Einsätzen zur Versorgung des gestrandeten Buckelwals. (Foto: Jens Büttner/dpa)
Dienstag, 8:45 Uhr: Boote und Helfer im Einsatz
Die Arbeiten rund um den in der Ostsee gestrandeten Buckelwal gehen weiter: Helfer der privaten Initiative und Kräfte der DLRG wollen den vor Poel liegenden Buckelwal von dort wegbewegen. Boote verließen den Hafen von Kirchdorf, wie eine dpa-Reporterin berichtete. Auf Livestreams des Geschehens war zudem zu sehen, wie Menschen in Trocken- und Neoprenanzügen im flachen Wasser am Wal arbeiteten und diesen unter anderem mit Tüchern bedecken, um ihn vor der Sonne zu schützen. Walexperten gehen am Morgen zu einer Besprechung zur weiteren Planung in den Hafen auf der Insel Poel. (Foto: Jens Büttner/dpa) Läuft alles nach Plan, soll der schätzungsweise zwölf Tonnen schwere Meeressäuger nach vier Wochen in einem flachen Seitenarm der Wismarbucht seine Reise Richtung Nordsee antreten – lebend, samt Wasser an Bord eines Lastkahns mit dem normalerweise etwa Schiffe transportiert werden. Auch auf der sogenannten Barge waren am Morgen den Livestreams zufolge bereits Arbeiter. Den Großwal in den Kahn zu bekommen, dürfte kniffelig werden. Das Tier soll vorwärts mittels eines Gurtes durch eine eigens im flachen Wasser geschaffene Rinne zur und in die Barge gelenkt werden. Ob dieses neue Konzept vom Umweltministerium in Mecklenburg-Vorpommern geduldet wird, wurde am Morgen noch geprüft. Ein Lastkahn liegt am Morgen am Ende des Kirchsee vor der Insel Poel. Im Hintergrund ist die Wismarer Werft zu sehen. Die sogenannte Barge ist für den Transport des Buckelwals durch die Ostsee in die Nordsee vorgesehen. (Foto: Jens Büttner/dpa)
16:51 Uhr: Retter wollen Wal mit Gurt zum Lastkahn ziehen
Bei dem geplanten Rettungsversuch soll am Dienstag ein Gurt zum Einsatz kommen. „Das wird so sein, dass der praktisch unter seiner Brust lang läuft, sich einmal hinten um die Flipper überschlägt, und darüber ziehen wir ihn“, sagte die an der Privatinitiative zum Transport des Wals beteiligte Kleintierärztin Kirsten Tönnies auf Poel. Der Gurt sei breit und flexibel. Mit dem Gurt soll das Tier dabei unterstützt werden, in Richtung des Lastkahns zu schwimmen. Es soll dazu nach Aussage von Tönnies auf beiden Seiten von mehreren Menschen gezogen werden. Wenn der Wal während der Aktion in Panik gerate, könne eine Seite losgelassen werden. Der Wal soll vorwärts in den Lastkahn bewegt werden. Zuvor war geplant, ihn rückwärts mit Hilfe einer Plane in die Barge zu bugsieren. Auch soll der Wal nicht wie zuvor geplant direkt an seiner aktuellen Position aufgenommen, sondern durch eine Rinne zur Barge geleitet werden.
16:30 Uhr: Dann soll der Wal verladen werden
Der geplante Rettungsversuch soll am Dienstag zwischen 7.00 und 12.00 Uhr starten. „Wenn alles perfekt abgestimmt ist, die Walexperten und auch die Veterinäre das Go geben, werden wir anfangen zu arbeiten“, sagte DLRG-Einsatzleiter Oliver Bartelt vor Journalisten auf Poel. Zugleich betonte Bartels, dass die DLRG maximal bis Mittwoch für den Wal-Einsatz vor Ort bleiben werde. Dies sei so mit dem Landesverband und den Ortsgruppen abgesprochen worden. „Das heißt, wir werden hier Mittwoch abrücken“, sagte er. „Wir befinden uns nicht im Katastrophenschutzeinsatz, sondern wir sind hier ehrenamtlich“, erklärte Bartels. Demnach seien im Wechsel 15 bis 30 Einsatzkräfte vor Ort. „Natürlich wollen wir bis zum letzten Tag unterstützen, aber ich glaube, als Einsatzleiter muss ich irgendwann die harte Entscheidung treffen zu sagen: Das ist meine äußere Grenze.“
16:21 Uhr: Meeresmuseum meldet sich mit Paukenschlag
Lange Zeit äußerte sich das Deutsche Meeresmuseum aus Stralsund nicht zu den aktuellen Vorgängen auf Poel rund um den gestrandeten Buckelwal. Anfangs beriet es Umweltminister Backhaus in fachlichen Fragen und erstellte jenes Gutachten über das Tier, auf das sich der Minister auch jetzt noch beruft. Nach dem Rettungsvorschlag der Privatinitiative zog sich das Meeresmuseum allerdings zurück und äußerte sich nicht mehr. Bis jetzt. Was es zu sagen hat, finden Sie hier.
11:44 Uhr: Lastkahn in Wismar erwartet
Der für den Transport des vor der Insel Poel liegenden Buckelwals vorgesehene Lastkahn wird am Montagnachmittag in Wismar erwartet. Im dortigen Seehafen soll er nach Aussage des beteiligten Tauchunternehmers Fred Babbel für die Aufnahme des Wals vorbereitet werden. Laut Schiffsortungsdiensten hatte der Schlepper „Robin Hood“, der die sogenannte Barge zieht, am Morgen Fehmarn passiert. Die Geschwindigkeit des Verbands ist nach früheren Aussagen Babbels wegen der Barge begrenzt. Helfer befeuchten weiterhin den Rücken des Wals mit nassen Tüchern. (Foto: Philip Dulian/dpa)
8:12 Uhr: Walforscher: Lautstärke sehr stressig für Wal
Der Walforscher und Meeresbiologe Fabian Ritter bleibt mit Blick auf den neuen Rettungsversuch des vor der Ostseeinsel Poel gestrandeten Buckelwals skeptisch. „Der Zustand des Wales ist nach wie vor auch prekär. Er hat eine lange Leidensgeschichte hinter sich und da jetzt mit großem, schwerem Gerät mit vielen, vielen Menschen und viel Geld das Allermöglichste zu versuchen – ich glaube, wir laufen da Gefahr, dem Wal auch zu schaden“, sagte der Mitgründer und zweite Vorsitzende des gemeinnützigen Wal- und Delfinschutzvereins „M.E.E.R.“ im ZDF-Morgenmagazin. Vor allem der lange Transport in dem Lastenkahn könne das Tier sehr stressen, ist Ritter überzeugt. „Was mir Sorgen macht, ist die Lautstärke. Das wird sehr laut für den Wal. Und Wale und Delfine leben in einer Welt des Schalls. Die sind da extrem empfindlich.“ Das wäre so, als würde man einem Menschen drei Tage lang eine helle Lampe ins Gesicht halten, sagt er. Fabian Ritter ist Meeresbiologe und Walforscher. (Foto: Serdar Dogan/dpa) Zudem könne man den Buckelwal nach drei Tagen nicht einfach anschubsen und davon ausgehen, dass er einfach losschwimmt. „Man muss darauf achten, dass er bewegungsfähig ist. Idealerweise hat man auch festgestellt, dass er Nahrung tatsächlich zu sich nehmen kann. Und was mir immer noch fehlt, sind die Ergebnisse einer Blutprobe oder dass die Blasluft analysiert wird.“ Zu den Überlebenschancen des Walbullen wollte Ritter keine konkreten Angaben machen. „Also über die Überlebenschancen dieses Wals ist schon viel spekuliert worden und er hat uns immer wieder überrascht. Da mag ich jetzt keine Prognose geben.“
Montag, 6:14 Uhr: Wo der rettende Kahn jetzt ist
Diese Woche soll Schiffstechnik den Abtransport des lebendigen Tiers ermöglichen. Ein Lastkahn, der den großen Meeressäuger samt Wasser aufnehmen soll, erreichte auf seinem Weg in die Wismarbucht bis zum späten Sonntagnachmittag aus der Elbe kommend den Nord-Ostsee-Kanal. Vom Schubboot „Hans“ geschoben kam die sogenannte Barge in der Nacht zu Montag in Kiel an. Nach einigen weiteren technischen Vorbereitungen an dem Lastkahn, einer sogenannten Barge, die in Wismar erfolgen sollen, war der eigentliche Abtransport des Wals zuletzt frühestens für Dienstag geplant. Der Lastkahn wurde von dem Schubschiff „Hans“ durch den Nord-Ostsee-Kanal geschoben. (Foto: Bodo Marks/dpa) Das Rettungsteam hatte eine mehr als 100 Meter lange Rinne bis zur tieferen Fahrrinne gebaggert, gesaugt und gespült. Durch diese soll der Wal in den absenkbaren Kahn gelotst werden. Das stählerne Becken soll dann von einem Schlepper gezogen in die mehr als 400 Kilometer entfernte Nordsee starten.
16:07 Uhr: Warum war Backhaus wieder beim Wal?
Am Sonntagmorgen fuhr Umweltminister Backhaus erneut zum Wal in der Ostsee - diesmal fasste er ihn sogar an. Warum? „Wir haben uns entschieden, doch noch mal rauszufahren zu ihm“, sagte er anschließend. Backhaus fand es nach eigener Aussage „hochinteressant“. Schon am Freitag hatte er gesagt, er sei direkt an ihm - dem Wal - dran gewesen. Nicht nur beobachten, auch berühren: Umweltminister Till Backhaus fasst an den Kopf des Wildtiers. (Foto: Jens Büttner/dpa) Das nach anfänglichen Schätzungen zwölf Tonnen schwere Tier habe deutlich abgenommen, werde von der Initiative aber weiter als transportfähig eingestuft, sagte Backhaus. „Er wird von heute auf morgen jedenfalls nicht sterben.“
15:15 Uhr: Scharfe Kritik an Rettungsaktion
Und wenn es dem Tier viel schlechter geht als angenommen? Experten jedenfalls sagen, dass Wildtiere beim Kontakt mit Menschen in Panik geraten und flüchten. Wenn das nicht möglich ist, was macht das dann mit dem Tier? Die Antwort und die ganze Geschichte lesen Sie hier.
11:26 Uhr: Kahn könnte in der Nacht auf Montag ankommen
Der für den Transport des Buckelwals vorgesehene Lastkahn könnte nach Angaben aus dem Team für das Vorhaben Sonntagnacht oder Montagfrüh an der Insel ankommen. Der eigentliche Transport des Tieres mit der sogenannten Barge sei für Dienstag geplant, sagte der an dem privaten Versuch beteiligte Tauchunternehmer Fred Babbel. Voraussetzung für den Zeitplan sei unter anderem, dass es etwa im Nord-Ostsee-Kanal, durch den die Barge hindurch müsse, keine Störung des Schiffsverkehrs gibt. Nach Angaben der Initiative, die den Walbullen bis in die Nordsee oder sogar in den Atlantik bringen möchte, war der Kahn am frühen Sonntagmorgen in Geesthacht in Bewegung gesetzt worden. Der mit den Baggerarbeiten beauftragte Unternehmer Fred Babbel (Foto: Helena Dolderer/dpa) Inzwischen sei die Barge, die keinen eigenen Antrieb hat, an ein anderes Schubboot gekoppelt worden, da das vorherige nur auf der Elbe fahren könne, sagte Babbel. Demnach setzte der Verbund seinen Weg Richtung Brunsbüttel und Nord-Ostsee-Kanal fort. In Kiel stehe der Schlepper „Robin Hood“ bereit, um die Barge zu übernehmen. Vor dem eigentlichen Einsatz müsse die Barge in Wismar noch vorbereitet werden, hieß es weiter. Unter anderem müsse noch ein Schott gewechselt werden, sagte Babbel. Vor Poel werde noch die Zufahrt vom Wal bis in die tiefere Fahrrinne verbreitert. „Wir sind da noch beim Arbeiten, beim Spülen, Saugen.“ Till Backhaus (r, SPD), Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern, beobachtet den Wal im Wasser. (zu dpa: «Ruhig wirkender Wal im Trubel - Was fühlt er wirklich?») (Foto: Philip Dulian/dpa)
10 Uhr: Minister Backhaus wieder in der Ostsee beim Wal
Wie neue Fotos zeigen, war Umweltminister Till Backhaus am Sonntagmorgen erneut beim Wal. In gelbem Trockenanzug, dick eingepackt und mit wärmender Mütze auf dem Kopf stand er vor dem gestrandeten Tier. Wie die Bild berichtet, habe Backhaus das Boot diesmal selbst gesteuert, ehe er von dort aus ins Wasser stieg. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) fährt mit einem Boot zu dem vor der Insel Poel liegenden Buckelwal. Der vor über drei Wochen bei Wismar gestrandete Buckelwal liegt weiterhin im Flachwasser. (Foto: Christopher Hirsch/dpa)
9:48 Uhr: Es soll mal wieder viel passieren
Der Buckelwal soll in einem Transportkahn tagelang bis in die Nordsee geschleppt werden. Das sagte der technische Leiter der privaten Initiative für einen Transport des Tiers, Felix Bohnsack, am Abend vor Journalisten in Kirchdorf. Demnach soll der Buckelwal in dreieinhalb Tagen an Fehmarn vorbei bis zur mehr als 400 Kilometer entfernten Nordsee bei Skagen gebracht werden. Dort werde man den Zustand des Tiers bewerten und „schauen, wie die Reise überstanden wurde“, so Bohnsack. Der Wal liegt in einer freigespülten Kuhle vor der Insel Poel (Aufnahme aus einem Flugzeug). Der vor etwa drei Wochen bei Wismar gestrandete Buckelwal liegt weiterhin im Flachwasser fest. Eine private Initiative versucht seit Tagen, den Wal zu retten. (Foto: Philip Dulian/dpa) Nach seinen Angaben befand sich der Kahn am Samstagabend bei Hamburg. Er solle demnach am Sonntag in Poel ankommen und dort für den Transport umgebaut werden. Neue Luftbilder zeigen die 110 Meter lange Rinne, die die Helfer vom Wal aus gezogen haben. Durch sie soll der vier bis sechs Jahre alte Wal auf den absenkbaren Kahn gelotst werden. Eine Rinne führt vom Wal in tieferes Gewässer. (Foto: Philip Dulian/dpa)
15:26 Uhr: Peilsender funktioniert nicht
Laut Backhaus funktioniere der an den Wal angebrachte Peilsender nicht unter Wasser. Das führt zu Problemen. Sollte das Tier tatsächlich noch einmal von selbst losschwimmen, soll es eigentlich über die Daten des Peilsenders verfolgt werden können. Die Initiative prüfe nach seinen Worten derzeit, ob ein anderer, wasserfester Sender aus Kanada verwendet werden könne.
15:01 Uhr: Grünes Licht für neuen Rettungsversuch
Die Veterinäre aus dem Rettungsteam seien zu der Erkenntnis gelangt, dass der Buckelwal transportfähig sei. Das sagte Umweltminister Till Backhaus bei einem Pressestatement am Nachmittag. Auf deren Expertise legt der Minister großen Wert. Gegen zwei Uhr am Samstagfrüh seien letzte Unterlagen über den neuen Rettungsversuch bei Backhaus' Behörde eingegangen. Nach eingehender Prüfung dulde man nun auch diesen Rettungsversuch, so Backhaus. Nach Backhaus' Einschätzung könne das Tier möglicherweise am Sonntag auch von selbst losschwimmen. Dann solle der Wal von Booten begleitet werden. Auch Tierärztin Kirsten Tönnies hat etwas zu sagen. Demnach gehe sie Stand jetzt davon aus, dass der 50 mal 30 Meter große, mit Wasser gefüllte Lastkahn Dienstag oder Mittwoch mit dem Wal Richtung Nordsee abfahren wird. Aktuell ist das Schiff aber noch nicht in Wismar angekommen, wo noch Vorbereitungsarbeiten ausstehen. Es handle sich um einen vier bis sechs Jahre alten Walbullen, stehe inzwischen fest, sagte Backhaus auch. Nach Eindruck der beteiligten Kleintierärztinnen sei er transportfähig.
13:55 Uhr: Im Wal-Wahn vereint: Analyse der Schaulustigen
Unser Autor war drei Tage auf der Insel Poel, um über die Walrettung zu berichten. Er erlebte viele Schaulustige an den Zaunabsperrungen. Wer die sind und wie ihr Selbstverständnis ausschaut, hat er hier aufgeschrieben. Tierschützer demonstrierten auch am Dienstag, 7. April 2026, im Hafen von Kirchdorf auf der Insel Poel. (Foto: Michael Schmidt)
11 Uhr: Sandbeutel sollen Wal stabilisieren
Derzeit werden zahlreiche mit Sand gefüllte Beutel, sogenannte Bigbags, zum Buckelwal gebracht. Sie sollen das Tier stabilisieren und dafür sorgen, dass es nicht noch weiter in flaches Wasser gerät. Eine schwimmende Plattform mit Dutzenden mit Sand gefüllten Big Bags wird zur Arbeitsplattform neben dem gestrandeten Buckelwal vor der Insel Poel geschleppt. (Foto: Bernd Wüstneck/dpa)
10:48 Uhr: Helfer wollen notfalls Schlingen um den Wal legen
Durch eine geöffnete Klappe am Heck soll das Tier entweder selbstständig in den Kahn schwimmen oder behutsam hineinbugsiert werden. „Notfalls müssen wir diese Hilfsmittel, diese weichen Schlingen, mit dazunehmen, vielleicht kriegen wir's auch so hin“, sagte Tierärztin Kirsten Tönnies. Den Wal mit Hilfe von Gurten zu bewegen, hatten die Behörden in der Vergangenheit als zu belastend für das Tier abgelehnt. So oder so: Die Tierärztin räumte ein, dass der Transportkahn verspätet vor Poel eintreffen werde. Einen Zeitpunkt nannte sie nicht.
10:41 Uhr: Immer noch keine Genehmigung fürs neue Rettungskonzept
Die private Rettungsinitiative muss weiter an ihrem neuen Rettungskonzept feilen. Sie stehen zunehmend unter Druck. Die Behörden stimmten ihrem neuen Rettungskonzept für den Meeressäuger am Abend nicht zu. Es seien noch immer einige Fragen zu beantworten, sagte ein Sprecher von Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) der Deutschen Presse-Agentur. Die letzten offenen Punkte sollten nun möglichst am heutigen Samstag geklärt werden. Dem beauftragten Bagger-Unternehmer Fred Babbel zufolge soll heute auch die mehr als 100 Meter lange Rinne vom Liegeplatz des Wals zum tiefen Fahrwasser fertig werden. Möglichst am Sonntag oder Montag soll nach seinen Worten das rund zwölf Meter lange und zwölf Tonnen schwere Tier aus seiner Notlage befreit werden. Im Fahrwasser soll ein 50 mal 30 Meter großer, mit Wasser gefüllter Lastkahn warten, der den Meeressäuger - wenn alles glattläuft - in Richtung Nordsee schippern wird.
10:35 Uhr: Tag sechs auf der Sandbank: Der Wal lebt noch
Guten Morgen, der Buckelwal lebt noch - verharrt aber auch immer noch an derselben Stelle. Die hatte er sich vergangenen Montag ausgesucht, nachdem er sich freigeschwommen hatte und rund zwei Stunden in der Bucht vor Poel herumschwamm. Zu seinem aktuellen Gesundheitszustand könne man keine Angaben machen, teilte ein Sprecher des Umweltministeriums von Mecklenburg-Vorpommern in Schwerin mit. Der gestrandete Buckelwal liegt vor der Insel Poel und bläst Atemluft aus. (Foto: Marcus Golejewski/dpa)
Was in den vergangenen Tagen rund um die Rettungsaktion und den vor Poel gestrandeten Buckelwal passiert ist, lesen Sie hier.



