Rettungsaktion an der Ostsee: Buckelwal vor Timmendorfer Strand zeigt erste Bewegungen
Wal vor Timmendorfer Strand zeigt erste Bewegungen

Dramatische Rettungsaktion an der Ostseeküste: Buckelwal zeigt Lebenszeichen

An der Küste von Timmendorfer Strand spielen sich seit Tagen dramatische Szenen ab, die an einen Hollywood-Film erinnern. Ein riesiger Buckelwal saß dort auf einer Sandbank fest und konnte sich nicht mehr selbst befreien. Nun gibt es endlich einen Hoffnungsschimmer: Wie im Live-Stream der Bild-Zeitung zu sehen war, hat sich das majestätische Tier am Donnerstagabend gegen 19 Uhr erstmals wieder bewegt. Die Rettungsaktion gewinnt damit wortwörtlich an Schwung, auch wenn der Wal noch immer im flachen Wasser zu sehen ist.

Schweres Gerät und erfahrene Helfer im Einsatz

Die Küstenwache steht bereits in Bereitschaft, um den Wal nach seiner vollständigen Befreiung sicher in die Nordsee zu eskortieren. Im Mittelpunkt der Rettungsbemühungen steht der bekannte Biologe und Youtuber Robert Marc Lehmann, der persönlich im Neoprenanzug vor Ort ist und direkten Kontakt zu dem gestrandeten Meeressäuger hält. Lehmann dirigiert dabei nicht nur die gesamte Operation, sondern koordiniert auch den Einsatz von schwerem Gerät, das den Bereich um den Wal herum ausbaggert, um dem Tier mehr Bewegungsfreiheit zu verschaffen.

„Mittlerweile vertraut mir der Wal“, berichtete Lehmann am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. „Der wird ganz ruhig, wenn man die Hand auflegt.“ Diese beruhigende Wirkung sei entscheidend, damit die Bagger direkt am Wal arbeiten könnten. Ohne menschliche Nähe werde das Tier nämlich schnell nervös und unruhig.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Biologe berichtet von ermutigenden Signalen

Lehmann erklärt, dass Wale untereinander viel Körperkontakt pflegen, was bedeutet, dass Berührungen für sie etwas Positives darstellen – vorausgesetzt, sie vertrauen der Person. Dieses Vertrauen scheint sich zwischen dem Biologen und dem Buckelwal entwickelt zu haben. „Einmal hat er gemerkt, 'okay hier wird's tiefer, ich hab' Bock mal zu starten'“, so Lehmann. Diese Motivation des Tieres stimme ihn deutlich hoffnungsvoller als noch zu Beginn der Rettungsaktion.

Der Experte betont, dass man bei Tieren – ob Wal, Hund oder Pferd – deutlich spüre, wenn sie sich bewegen wollen oder es zumindest versuchen. „Ich hab' ihn gedrückt in die richtige Richtung“, beschreibt Lehmann seine Methode, die selbst bei einem 15 bis 20 Tonnen schweren Tier funktioniere, da es auf sanften Druck reagiere.

Ungewisser Ausgang trotz aller Bemühungen

Trotz dieser ermutigenden Entwicklungen bleibt der Ausgang der Rettungsaktion ungewiss. Lehmann hält einen vollständigen Erfolg nach eigener Aussage weiterhin für unwahrscheinlich, gibt aber gleichzeitig an: „Aber wir geben alle unser Bestes.“ Die Helfer arbeiten sowohl von der Seeseite als auch vom Strand aus mit Baggern, um dem Wal den Weg zurück ins tiefe Wasser zu ebnen. Die gesamte Operation wird von der Öffentlichkeit mit großer Anteilnahme verfolgt, während die Retter gegen die Zeit und die Gezeiten kämpfen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration