Feldhasen in Sachsen-Anhalt: Seltene Langohren kehren langsam zurück
Feldhasen in Sachsen-Anhalt: Langsame Rückkehr der Langohren

Feldhasen in Sachsen-Anhalt: Die seltenen Langohren kehren zurück

Zu DDR-Zeiten waren Feldhasen in Sachsen-Anhalt noch weit verbreitet und hoppelten zahlreich über die Äcker und Wiesen des Bundeslandes. Doch über die letzten Jahrzehnte sind die Bestände dieser charakteristischen Tiere drastisch eingebrochen. Inzwischen zeigen sich zwar erste Anzeichen einer langsamen Erholung, doch Sachsen-Anhalt bleibt im bundesweiten Vergleich weiterhin das Schlusslicht bei den Feldhasenpopulationen.

Besuch bei einer engagierten Jägerin im Harz

Ein Besuch bei Natascha Schumann, einer Jägerin im Huy im Landkreis Harz, zeigt die aktuelle Situation. Schumann widmet sich der wichtigen Aufgabe, Feldhasen zu zählen, um sie besser schützen zu können. „Schon nach wenigen Metern entdecke ich drei Tiere. Und dort hinten sitzt noch einer!“, ruft sie während einer nächtlichen Zählaktion.

Ihr Auto hält am Feldrand, wo im Scheinwerferlicht rot reflektierende Augenpaare aus dem bereits hoch gewachsenen Winterweizen schauen. Eine kleine Gruppe Feldhasen hat sich dort versammelt. Eines der Tiere richtet sich auf, während zwei andere gemächlich weiterhoppeln. „Wir bleiben oft länger stehen und beobachten sie einfach. Es ist ein wunderschöner Anblick“, erklärt Schumann. „Und jede Sichtung ist eine Bestätigung für unsere wichtige Arbeit.“

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Von der Alltäglichkeit zur bedrohten Art

Früher waren Feldhasen in der Agrarlandschaft Sachsen-Anhalts noch ein gewöhnlicher Anblick. Heute gelten sie als selten und werden als bedrohte Art eingestuft. Die Gründe für den Rückgang sind vielfältig: Intensive Landwirtschaft, der Verlust von Lebensräumen, der Einsatz von Pestiziden und der zunehmende Straßenverkehr haben den Tieren stark zugesetzt.

Die Zählungen von Natascha Schumann und anderen engagierten Jägern sind daher von großer Bedeutung. Nur durch genaue Bestandsaufnahmen können effektive Schutzmaßnahmen entwickelt und umgesetzt werden. Die langsame Zunahme der Zahlen gibt Anlass zur Hoffnung, dass sich die Populationen weiter stabilisieren könnten.

Dennoch bleibt die Situation angespannt. Sachsen-Anhalt muss weitere Anstrengungen unternehmen, um die Feldhasen dauerhaft zu schützen. Die Arbeit von Menschen wie Natascha Schumann ist dabei unverzichtbar. Jede nächtliche Zählung, jede gesichtete Hasenfamilie trägt dazu bei, das Überleben dieser ikonischen Tierart in der Region zu sichern.

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