Viertägiger Warnstreik legt Nahverkehr in Sachsen-Anhalt komplett lahm
Seit den frühen Morgenstunden steht der öffentliche Personennahverkehr in weiten Teilen Sachsen-Anhalts still. Die Gewerkschaft Verdi hat zu einem viertägigen Warnstreik aufgerufen, der Busse und Bahnen in mehreren Großstädten des Bundeslandes lahmlegt. Die Tarifverhandlungen im kommunalen Nahverkehr sind festgefahren, was zu dieser drastischen Maßnahme führte.
Notbetrieb nur eingeschränkt verfügbar
In Magdeburg bieten die Magdeburger Verkehrsbetriebe (MVB) lediglich einen stark eingeschränkten Notbetrieb an. Drei Straßenbahnlinien (2, 4 und 9) verkehren zwischen 6.00 und 20.00 Uhr. Bei den Buslinien 52 und 54 gibt es einen 30-Minuten-Takt, allerdings ohne Fahrplangarantie. Zusätzlich werden die Buslinie 42 sowie vereinzelte Schulbusse bedient. Ob am Wochenende weitere Verbindungen angeboten werden können, wird derzeit noch geprüft.
Halle und Dessau-Roßlau betroffen
In Halle begann der Streik bereits um 3 Uhr morgens. Die Halleschen Verkehrsbetriebe haben für alle vier Streiktage einen Notfahrplan organisiert, der unter anderem die Straßenbahnlinien 1, 3, 5, 7, 9 und 10 umfasst. Aktuelle Informationen zum Fahrbetrieb werden auf der Webseite des Unternehmens bereitgestellt.
In Dessau-Roßlau steht der Nahverkehr komplett still. Der zuständige Verdi-Gewerkschaftssekretär Wieland Kämpfe bestätigte: "Die Streikbeteiligung ist hoch, die Stimmung angespannt." Die Beschäftigten zeigen sich enttäuscht über das aus ihrer Sicht mangelnde Entgegenkommen der Arbeitgeberseite. Die Dessauer Verkehrsbetriebe hatten bereits im Vorfeld mitgeteilt, dass es kein Notfall- oder Ersatzkonzept geben werde.
Streik im Burgenlandkreis kurzfristig zurückgenommen
Einen Lichtblick gibt es im Burgenlandkreis: Den dort angekündigten Streik hat die Gewerkschaft gestern kurzfristig zurückgenommen. Grund war ein Termin beim Arbeitsgericht Halle, der aufgrund eines von der Personenverkehrs- und Servicegesellschaft Burgenlandkreis (PVG) angestrebten Verfahrens stattfand.
Hintergrund: Forderungen nach 35-Stunden-Woche
Hintergrund des viertägigen Warnstreiks sind die festgefahrenen Tarifverhandlungen im kommunalen Nahverkehr. Verdi fordert unter anderem eine 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich sowie zusätzliche Entlastungen für die Beschäftigten. Die Arbeitgeberseite hält eine solche Arbeitszeitverkürzung für finanziell nicht darstellbar. Sollten die Verhandlungen weiterhin stocken, sind weitere Streikmaßnahmen nicht ausgeschlossen.



