Rosenmontagsumzüge trotz Schnee: Tausende feiern in Sachsen-Anhalt
Rosenmontagsumzüge: Narren feiern trotz Schnee in Sachsen-Anhalt

Rosenmontagsumzüge trotz winterlicher Bedingungen in Sachsen-Anhalt

Die traditionellen Rosenmontagsumzüge haben sich auch bei winterlichen Verhältnissen als unverzichtbarer Höhepunkt der fünften Jahreszeit in Sachsen-Anhalt erwiesen. Schneetreiben konnte die Narren nicht vom ausgelassenen Straßenkarneval abhalten, wie die gut besuchten Veranstaltungen in Halle und Köthen eindrucksvoll demonstrierten.

Halle: Lautstarker Umzug mit reichlich Süßigkeiten

Unter dem Motto „Neue Besen geben Gas!“ schlängelte sich in der Saalestadt ein lautstarker Tross durch die Innenstadt. Gemeinsam mit dem Stadtprinzenpaar Henrik I. und Julia II. zogen über 70 festlich geschmückte Fahrzeuge, etwa 35 Fußgruppen und insgesamt 1.340 aktive Teilnehmer an den zahlreichen Schaulustigen vorbei. Besonders bemerkenswert war die großzügige Verteilung von Süßigkeiten: „Etwa 12.000 Kilogramm Wurfmaterial wurde unters Volk gebracht“, berichtete der Sprecher des Halle Saalkreis Karnevalvereins.

Köthen: Landespolitik feiert mit närrischem Zug

Die „1. Köthener Karnevalsgesellschaft KUKAKÖ 1954“ feierte unter dem Motto „Das All sehnt sich nach Karneval – KUKAKÖ ist überall!“ ihre 71. Session. Trotz der winterlichen Bedingungen zeigte sich Präsident Till Mormann optimistisch: „Schneeflocken statt Konfetti ist doch eine gute Alternative“, erklärte er. Angeführt vom Kinderprinzenpaar Niklas I. und Laura I. bewegte sich der närrische Zug entlang der etwa zwei Kilometer langen Feststrecke. Insgesamt waren 105 Fahrzeuge und 2.300 aktive Teilnehmer aus 31 Vereinen beteiligt.

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Zu den prominenten Gästen zählten Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) und Wissenschaftsminister Armin Willingmann (SPD). Immer wieder ertönte der charakteristische Schlachtruf „Ku-Ka-Kö!“, eine humorvolle Anspielung auf die historische Bedeutung Köthens als Viehhandelsplatz. Rund 4.200 Kilogramm Wurfmaterial, darunter Schokoladentäfelchen, Bonbons, Schokoladenwaffeln, Erdnussflips und Kaffeegebäck, wurden unter die Zuschauer verteilt.

Historische Entwicklung der Rosenmontagstradition

Die heutige Bedeutung der Rosenmontagsumzüge in Sachsen-Anhalt ist das Ergebnis einer bemerkenswerten Entwicklung nach der Wende. In Halle existierte zu DDR-Zeiten kein Straßenkarneval am Rosenmontag – erst seit den 1990er Jahren hat sich das Ereignis von einem kleinen, regionalen Fest zu einem der wichtigsten Karnevalshöhepunkte des Bundeslandes entwickelt.

Ähnlich verlief die Entwicklung in Köthen: Nach einer kurzen Blütezeit in den 1950er Jahren wurde der Straßenkarneval von den DDR-Oberen unterbunden. Erst nach der politischen Wende kehrte der Rosenmontagsumzug mit großem Erfolg zurück und etablierte sich als fester Bestandteil der lokalen Festkultur.

Die organisatorische Basis des Karnevals in Sachsen-Anhalt ist beachtlich: Im Landesverband sind derzeit 185 Vereine mit rund 19.000 Mitgliedern organisiert. In beiden Städten fanden zum Abschluss der Umzüge bunte, mehrstündige Programme auf den Marktplätzen statt, die den fröhlichen Charakter der Veranstaltungen unterstreichen.

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