Sachsen-Anhalt setzt auf Hightech-Industriepark trotz Intel-Rückzug
Die Landesregierung von Sachsen-Anhalt verfolgt weiterhin ambitionierte Pläne für die Entwicklung eines großen Hightech-Industrieparks in der Nähe von Magdeburg, obwohl der US-Chiphersteller Intel seine Investitionspläne im vergangenen Jahr überraschend zurückgezogen hat. Finanz- und Wirtschaftsminister Michael Richter (CDU) betonte nach einer Kabinettssitzung am Dienstag, dass es sich bei dem geplanten Areal um eine einzigartige Investitionsfläche handle, die in dieser Form in Deutschland bisher nicht existiere.
Verhandlungen über Rückkauf der Intel-Fläche
Ursprünglich hatte Intel auf einer Fläche von etwa 400 Hektar eine hochmoderne Chipfabrik errichten wollen, doch der kriselnde Konzern sagte dieses Vorhaben im Jahr 2025 ab. Minister Richter erklärte, dass Sachsen-Anhalt derzeit in Verhandlungen mit Intel stehe, um die bereits vorbereiteten Flächen zurückzukaufen. Diese Verhandlungen seien ein wichtiger Schritt, um die Grundlage für zukünftige Investoren zu schaffen.
Infrastrukturvorbereitungen laufen weiter
Die ursprüngliche Vision sah vor, dass rund um die Intel-Fläche ein hochmoderner Gewerbepark entstehen sollte, der vor allem Zulieferer des Chipherstellers anziehen würde. Richter betonte, dass das Land weiterhin intensiv daran arbeite, diese Bauflächen für potenzielle Investoren vorzubereiten. Konkret gehe es dabei um die Bereitstellung von essentieller Infrastruktur wie Stromversorgung, Wasserversorgung und Abwasserentsorgung. Diese Vorbereitungen seien entscheidend, um den Standort für technologieorientierte Unternehmen attraktiv zu gestalten.
Weitere wichtige Entwicklungen in der Region
DHL baut am Luftfrachtdrehkreuz Leipzig/Halle Stellen ab
Parallel zu den Hightech-Plänen vollzieht sich am DHL-Drehkreuz am Flughafen Leipzig/Halle ein signifikanter Personalabbau. Die Zahl der Vollzeitstellen sank von 5.120 Anfang 2024 auf 4.565 Anfang 2026. Nach Informationen der Mitteldeutschen Zeitung haben im Jahr 2024 etwa 500 Mitarbeiter selbst gekündigt, und DHL ersetzt derzeit freiwerdende Stellen nicht mehr. Hintergrund ist ein seit 2022 rückläufiges Sendungsaufkommen bei DHL Express, auf das der Konzern mit aktivem Kapazitätsmanagement reagiert. Die Gewerkschaft Verdi hofft dennoch auf eine spätere Wiederaufnahme von Einstellungen.
Ältere Gefangene in Sachsen-Anhalts Justizvollzugsanstalten
In den Gefängnissen Sachsen-Anhalts sitzen derzeit 63 Menschen über 60 Jahre ein, wobei der älteste Insasse 69 Jahre alt ist. Anders als in mehreren anderen Bundesländern existiert in Sachsen-Anhalt keine spezielle Senioren-Justizvollzugsanstalt. Die Landesregierung plant jedoch, bei Neubauprojekten wie in Weißenfels und beim Umbau der JVA Volkstedt die besonderen Bedürfnisse älterer oder pflegebedürftiger Gefangener zu berücksichtigen. Geplant sind behindertengerechte Zellen und flexible Lösungen durch die jeweiligen JVA-Leitungen.
Kunstmuseum Moritzburg zieht vorübergehend nach Halle
Das Kunstmuseum Moritzburg wird ab 2028 vorübergehend in das ehemalige Kaufhof-Hauptgebäude in Halle umziehen. Nach langen Verhandlungen haben die Stadtbau AG als Eigentümer und die Kulturstiftung Sachsen-Anhalt eine Einigung erzielt. Das Museum wird dort drei Obergeschosse für Ausstellungen, Büros und Werkstätten nutzen. Dieser Umzug ist notwendig, weil die Moritzburg umfassend saniert werden muss, was einen Weiterbetrieb am ursprünglichen Standort unmöglich machen würde. Die Stadtbau AG plant umfangreiche Umbauten im Kaufhof-Gebäude mit Investitionen im zweistelligen Millionenbereich.
Aktuelle regionale Entwicklungen
Weitere wichtige Themen in Sachsen-Anhalt betreffen unter anderem mögliche Verstöße gegen Urlaubsregeln im Hallenser OB-Büro, Diskussionen über die Einführung von 120-Liter-Gelbe-Tonnen im Landkreis Mansfeld-Südharz, die Absage eines Bundeswehr-Camps auf dem Brocken, das überraschende Auftauchen eines Handyvideos in einem Attentatsprozess sowie aktuelle Insolvenzen von Unternehmen in der Region. Eine aktuelle Umfrage beschäftigt sich zudem mit der Entwicklung der Benzinpreise in den kommenden Tagen.



