Sachsen-Anhalts Winter 2025/26: Ein Kontrast aus Schnee und Trockenheit
Der Winter in Sachsen-Anhalt hat in der Saison 2025/26 ein bemerkenswertes Doppelgesicht gezeigt. Laut einer vorläufigen Bilanz des Deutschen Wetterdienstes (DWD) war es der schneereichste Winter seit dem Jahr 2012, doch gleichzeitig blieb die Niederschlagsmenge deutlich unter dem langjährigen Mittel. Diese scheinbar widersprüchliche Entwicklung unterstreicht die komplexen Wetterphänomene der vergangenen Monate.
Schneerekord bei ungewöhnlicher Trockenheit
Der DWD verzeichnete an rund 30 Tagen eine geschlossene Schneedecke in Sachsen-Anhalt – ein Wert, der seit mehr als einem Jahrzehnt nicht erreicht wurde. Damit übertrifft der Winter 2025/26 alle schneearmen Jahre der jüngeren Vergangenheit. Dennoch fiel die Gesamtniederschlagsmenge mit etwa 85 Litern pro Quadratmeter um 29 Prozent unter dem üblichen Durchschnitt von 119 Litern pro Quadratmeter. Diese Diskrepanz zwischen Schneehäufigkeit und Gesamtniederschlag ist ein auffälliges Merkmal der aktuellen Wintersaison.
Temperaturverlauf und Sonnenstunden im Überblick
Die Durchschnittstemperatur lag im Winter bei 1,2 Grad Celsius und damit über dem Klimamittel von 0,4 Grad. Der kälteste Tag war der 12. Januar, als in Genthin ein strenger Frost von minus 18,3 Grad Celsius gemessen wurde. Im Kontrast dazu endete der Winter frühlingshaft mild, mit erwarteten Temperaturen von bis zu 19 Grad Celsius am 27. Februar. Zudem erlebte Sachsen-Anhalt mit 205 Sonnenstunden einen außergewöhnlich sonnigen Winter, der den Referenzwert von 145 Stunden deutlich übertraf.
Diese Daten verdeutlichen, wie der Winter in Sachsen-Anhalt verschiedene Facetten präsentierte: von frostigen Phasen im Januar bis hin zu ungewöhnlich milden und sonnigen Abschnitten gegen Ende der Saison. Die Kombination aus rekordverdächtigem Schnee und gleichzeitiger Trockenheit wirft Fragen zur langfristigen Klimaentwicklung in der Region auf.



