Wasserschutzpolizei Sachsen-Anhalt: Schiffsunfälle halbiert, doch Diebstähle steigen deutlich
Die Wasserschutzpolizei in Sachsen-Anhalt hat eine bemerkenswerte Entwicklung zu vermelden: Innerhalb von nur zwei Jahren hat sich die Zahl der Schiffsunfälle auf den Gewässern des Bundeslandes halbiert. Diese positive Bilanz wird jedoch durch einen besorgniserregenden Anstieg bei Diebstählen von Booten und Motoren getrübt, was zeigt, dass die Polizeibehörde weiterhin stark gefordert bleibt.
Dramatischer Rückgang bei Schiffsunfällen
Im vergangenen Jahr registrierte die Wasserschutzpolizei lediglich 19 Schiffsunfälle auf Bundeswasserstraßen und Landesgewässern in Sachsen-Anhalt. Zum Vergleich: Im Jahr 2023 waren es noch 38 Unfälle gewesen, wie das Innenministerium unter Berufung auf die Jahresbilanz 2025 mitteilte. Diese Halbierung innerhalb eines so kurzen Zeitraums stellt einen bedeutenden Erfolg dar.
Als Hauptursachen für die verbleibenden Unfälle identifizierten die Behörden nautisches Fehlverhalten und mangelnde Sorgfalt der Fahrzeugführer. Die meisten Vorfälle ließen sich auf menschliches Versagen zurückführen, was auf weiterhin notwendige Aufklärungsarbeit hindeutet.
Rettungseinsätze und Kontrolltätigkeit
Die Polizistinnen und Polizisten der Wasserschutzpolizei waren im Jahr 2025 zu 78 Rettungseinsätzen ausgerückt, was nur geringfügig weniger war als die 80 Einsätze im Vorjahr. Zu den Gründen für diese Einsätze zählten neben Unfällen auch:
- Havarien und technische Defekte
- Hilflose Personen auf dem Wasser
- Die Suche nach vermissten Personen
- Die Bergung von Wasserleichen
Parallel dazu führte die Wasserschutzpolizei umfangreiche Kontrollen durch: Insgesamt 5.376 Überprüfungen der Schifffahrt und Angelfischerei wurden vorgenommen. Dabei leiteten die Beamten 362 Strafverfahren ein, wobei der Großteil (243 Fälle) auf Umweltstraftaten entfiel. Zusätzlich registrierten sie 816 Ordnungswidrigkeiten.
Sportboote zeigen deutlich weniger Verstöße
Ein besonders erfreulicher Trend zeigt sich bei den Sportbooten: Während im Jahr 2023 noch jedes vierte kontrollierte Sportboot Beanstandungen aufwies, war es 2025 nur noch jedes neunte Boot. Diese deutliche Verbesserung spricht für eine erhöhte Sorgfalt und bessere Ausstattung bei den Freizeitkapitänen.
Besorgniserregender Anstieg bei Diebstählen
Dem positiven Trend bei den Unfallzahlen steht jedoch eine alarmierende Entwicklung gegenüber: Die Diebstähle von Booten und Motoren haben stark zugenommen. Die Statistik weist für das Jahr 2025 insgesamt 17 solcher Delikte aus – ein deutlicher Anstieg gegenüber den fünf Fällen im Vorjahr. Diese dreifache Steigerung stellt die Wasserschutzpolizei vor neue Herausforderungen in der Kriminalitätsbekämpfung.
Umfangreiches Zuständigkeitsgebiet
Die Wasserschutzpolizei in Sachsen-Anhalt ist für ein ausgedehntes Gewässernetz verantwortlich. Zu ihrem Zuständigkeitsbereich gehören:
- Rund 560 Kilometer Bundeswasserstraßen, darunter die Elbe, Saale und der Mittellandkanal
- Weitere 190 Kilometer Flüsse und Häfen
- Zahlreiche Lade-, Lösch- und Umschlagstellen
Dieses weitläufige Gebiet erfordert eine kontinuierliche Präsenz und Überwachung, um die Sicherheit auf den Wasserstraßen zu gewährleisten. Trotz der erfreulichen Entwicklung bei den Unfallzahlen bleibt die Wasserschutzpolizei somit ein unverzichtbarer Bestandteil der Sicherheitsarchitektur in Sachsen-Anhalt.



