Erneuter Streik legt Regionalverkehr in Sachsen-Anhalt lahm
Während in den großen Städten Magdeburg, Halle und Dessau der Nahverkehr nach einem mehrtägigen Ausstand allmählich wieder anläuft, müssen sich die Menschen in der Nordhälfte Sachsen-Anhalts auf massive Einschränkungen einstellen. Die Gewerkschaft Verdi hat für Montag einen ganztägigen Streik im Regionalverkehr angekündigt, der zahlreiche Busunternehmen betrifft und den öffentlichen Verkehr weitgehend zum Erliegen bringen wird.
Betroffene Regionen und Unternehmen
Der Streikaufruf erstreckt sich auf die Beschäftigten mehrerer regionaler Verkehrsgesellschaften. Konkret betroffen sind die BördeBus Verkehrsgesellschaft mbH, die Halberstädter Verkehrsgesellschaft (HVG) GmbH, die Harzer Verkehrsbetriebe, die Kreisverkehrsgesellschaft Salzland mbH, der Personennahverkehr Burg, die Personennahverkehr mbH Genthin, die PVGS Altmarkkreis Salzwedel GmbH sowie die Stendalbus GmbH. In diesen Regionen werden am Montag voraussichtlich keine Busse rollen, was Pendler, Schülerinnen und Schüler vor erhebliche Herausforderungen stellt.
Hintergründe der Arbeitskampfmaßnahmen
Die Gewerkschaft Verdi begründet den erneuten Arbeitskampf mit dem festgefahrenen Zustand der Tarifverhandlungen. „Die Beschäftigten treten in den Arbeitskampf, weil die Arbeitgeber auch in der zweiten Verhandlungsrunde kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt haben“, erklärte Verdi in einer offiziellen Mitteilung. Die Arbeitnehmer fordern insbesondere Entlastungen bei den Arbeitszeiten, da es laut Gewerkschaftsangaben nicht selten zu 12-Stunden-Tagen durch Leerzeiten und lange Rückwege vom Dienstort kommt.
Konkrete Forderungen der Gewerkschaft
Im Zentrum der Tarifrunde im Regionalverkehr stehen deutliche Verbesserungen der Arbeitsbedingungen. Die Gewerkschaft fordert unter anderem:
- Eine Reduzierung der maximalen Dienstschichtlänge von derzeit 12,5 Stunden auf 9 Stunden
- Eine Verkürzung der Ausgleichszeiträume für Mehrarbeit und Überstunden, um Erholung zeitnah zu ermöglichen statt erst nach sechs Monaten
- 30 Tage Urlaub bereits beim Berufseinstieg
Verdi kritisiert zudem, dass die Verhandlungen nun bis Mai vertagt wurden. „Auch daran zeigt sich, welchen Stellenwert die berechtigten Forderungen der Beschäftigten für die Unternehmensführungen derzeit haben“, so die Gewerkschaft.
Auswirkungen auf den Nahverkehr
Der Streik im Regionalverkehr folgt unmittelbar auf einen mehrtägigen Ausstand in den Großstädten Sachsen-Anhalts. Seit Donnerstag fuhren in Magdeburg, Halle und Dessau Busse und Straßenbahnen nur eingeschränkt oder gar nicht, was viele Pendler und Schüler zur Suche nach Alternativen zwang. Während dort der normale Betrieb am Montag wiederaufgenommen werden soll, verschärft sich die Situation nun in den ländlicheren Regionen.
Die Arbeitgeberseite forderte unterdessen ein Ende der Arbeitskämpfe, während die Gewerkschaft ihre Entschlossenheit bekräftigte, die Interessen der Beschäftigten durchzusetzen. Für die Fahrgäste bedeutet dies weitere Ungewissheit und die Notwendigkeit, sich auf fortgesetzte Beeinträchtigungen im öffentlichen Nahverkehr einzustellen.



