Basketball-Frauen vor WM: Neustart mit Hürden und Medaillenambitionen
Basketball-Frauen vor WM: Neustart mit Hürden

Basketball-Frauen vor WM: Neustart mit Hürden und Medaillenambitionen

Ein halbes Jahr vor Beginn der Weltmeisterschaft in Berlin starten die deutschen Basketballerinnen in die entscheidende Vorbereitungsphase. Obwohl Deutschland als Gastgeber automatisch qualifiziert ist, hat die am Mittwoch in Lyon beginnende Qualifikationsturnier für den neuen Bundestrainer Olaf Lange eine besondere Bedeutung.

Debüt in Lyon mit gemischten Gefühlen

Bundestrainer Olaf Lange feiert in Lyon sein Debüt an der Seitenlinie der deutschen Nationalmannschaft. Der erfahrene Coach, der bereits von 2001 bis 2003 das Team leitete, kehrt nach erfolgreichen Jahren in Russland und als Assistent in der WNBA zurück. „Dieser März ist ganz besonders wichtig für uns“, betonte Lange. „Es geht darum, unser komplettes Spielsystem und unsere Philosophie ins Laufen zu bekommen. Die Zeit mit fünf Spielen in sieben Tagen ist Gold wert.“

Starke Gegner und personelle Probleme

In Lyon erwartet das deutsche Team eine bunte Mischung internationaler Gegner: Südkorea, die Philippinen, Gastgeber Frankreich, Kolumbien und Nigeria. „Wenn ich mir das hätte aussuchen können, dann hätte ich es wahrscheinlich genau so zusammengestellt“, sagte Lange. „Es ist wichtig, gegen verschiedene Basketball-Stile zu spielen. Das wird uns mit Blick auf die WM sehr helfen.“

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Ärgerlich für den Bundestrainer sind jedoch die Ausfälle von zwei Schlüsselspielerinnen:

  • Satou Sabally leidet noch unter den Folgen einer Gehirnerschütterung aus den WNBA-Finals im Oktober
  • Luisa Geiselsöder musste kurzfristig wegen einer Verletzung passen

Immerhin stehen mit Nyara Sabally und Leonie Fiebich zwei weitere WNBA-Profis zur Verfügung.

Fiebich als Schlüsselfigur für Langes Rückkehr

Besonders Leonie Fiebich spielte eine entscheidende Rolle bei der Rückkehr von Olaf Lange als Bundestrainer. Die 26-Jährige, die mit Lange bei New York Liberty zusammengearbeitet hatte, fragte ihn nach der enttäuschenden EM, ob er sich ein Engagement vorstellen könne. „Wir waren auf einem guten Weg, aber Olaf Lange ist genau das Puzzleteil, das uns noch gefehlt hat“, erklärte Fiebich.

Lange bestätigte diesen Einfluss: „Einer der Gründe, warum ich das wieder gemacht habe, sind die Spielerinnen, die auf mich zugekommen sind. Ansonsten weiß ich gar nicht, ob ich das aus zeitlichen Gründen überhaupt gemacht hätte.“ Der Trainer wird in der kommenden Saison als Assistent seiner Frau Sandy Brondello beim neuen WNBA-Club in Toronto arbeiten.

Kritik am deutschen Basketball

Der Bundestrainer äußerte sich auch kritisch zur Entwicklung des Basketballs in Deutschland. „Leider hat sich auf Vereinsebene in den vergangenen 20 Jahren nicht viel getan“, sagte Lange. „Da hätte ich mir gewünscht, dass sich das besser entwickelt hätte. Das kann ich nur in aller Ehrlichkeit so sagen.“ Aus der boomenden WNBA sei er ganz anderes gewohnt. „Das ist wie Tag und Nacht.“

Medaillenambitionen trotz aller Hürden

Trotz der personellen Ausfälle und der Kritik an der heimischen Liga zeigt sich Lange optimistisch. Mit den ihm zur Verfügung stehenden Spielerinnen, die fast komplett im Ausland unter Vertrag stehen, ist er sehr zufrieden. „Wenn bei uns alle gesund sind, können wir um eine Medaille mitspielen“, betonte der Trainer.

Seine Ambitionen gehen dabei weit über die Heim-WM vom 4. bis 13. September hinaus: „Für mich geht es darum, dass wir bei der WM, bei der EM 2027 und vor allem auch bei Olympia 2028 in Los Angeles um Medaillen mitspielen.“ Das Turnier in Lyon dient somit als wichtiger Gradmesser für den Neustart unter Olaf Lange und die Medaillenhoffnungen der deutschen Basketballerinnen.

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