Basketballerinnen vor Heim-WM: Vier Siege in Lyon, doch Gesundheit bleibt Schlüsselfaktor
Basketballerinnen vor WM: Siege in Lyon, aber noch viel Arbeit

Basketballerinnen vor Heim-WM: Trotz vier Siegen in Lyon bleibt viel Arbeit

Die Ergebnisse stimmen durchaus positiv. Doch mit Blick auf die bevorstehende Heim-Weltmeisterschaft in Berlin bleibt dennoch erheblicher Arbeitsbedarf für Deutschlands Basketballerinnen. Ein Faktor wird dabei von entscheidender Bedeutung sein: die körperliche Verfassung aller Spielerinnen.

Symbolisches WM-Ticket und sportliche Qualifikation

Nach dem vierten Erfolg im fünften Spiel präsentierten Deutschlands Basketballerinnen stolz das symbolische WM-Ticket vor den Kameras. Zwar war die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes bereits zuvor als Gastgeber für die Weltmeisterschaft in Berlin (4. bis 13. September 2026) qualifiziert. Dass mit dem abschließenden 81:73 gegen Nigeria beim Qualifikationsturnier in Lyon aber Platz zwei hinter Gastgeber Frankreich erreicht und damit auch sportlich die Teilnahme an der WM gesichert wurde, erfüllte das Team dennoch mit berechtigtem Stolz.

„Das war emotional ein unglaublich wichtiger Sieg für uns“, betonte der neue Bundestrainer Olaf Lange bei MagentaSport. „Ganz besonders, weil so viele nicht dabei sind und diese Gruppe sich selbst beweisen musste, dass sie auch ohne die Fehlenden Nigeria über unseren Willen, unser System und unsere Disziplin schlagen kann.“

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Neuer Bundestrainer hinterlässt erste deutliche Spuren

Olaf Lange ist erst seit wenigen Monaten für das hoffnungsvolle Team verantwortlich, doch bereits jetzt hat der Nachfolger der Kanadierin Lisa Thomaidis erste erkennbare Spuren hinterlassen. Die Mannschaft spielt deutlich dynamischer und schneller, sie versucht mehr Dominanz auf dem Feld auszustrahlen. „Olaf ist das Puzzlestück, das uns noch gefehlt hat“, lobte WNBA-Profi Leonie Fiebich den neuen Chefcoach, mit dem sie bereits bei New York Liberty in den USA zusammengearbeitet hat. „Es geht in eine sehr gute Richtung.“

Doch wo steht das deutsche Team genau ein halbes Jahr vor der WM in Berlin, bei der eine Medaille das erklärte Ziel ist? „Wir sind immer noch in einem Prozess“, erklärte Lange selbstkritisch. Der gebürtige Berliner, der in seiner langen Trainerkarriere bereits zahlreiche Erfolge auf höchstem internationalem Niveau feiern konnte, nutzte die Zeit in Lyon neben den fünf Spielen innerhalb von sieben Tagen vor allem dazu, mit intensivem Videostudium sein taktisches System zu implementieren.

Herausfordernde Vorbereitung und personelle Engpässe

Die Zeit direkt vor der Heim-Weltmeisterschaft ist äußerst knapp bemessen. Lange selbst wird zu Beginn der Vorbereitung Anfang August nicht anwesend sein, da er noch als Assistenzcoach seiner Frau Sandy Brondello beim neuen WNBA-Club in Toronto gefordert ist. Immerhin kehrt er etwas früher nach Deutschland zurück als die in den USA unter Vertrag stehenden Spielerinnen. Satou und Nyara Sabally, Leonie Fiebich sowie Lisa Geiselsöder – sie alle werden erst wenige Tage vor Turnierbeginn nach Deutschland kommen.

In Lyon fehlten Satou Sabally und Geiselsöder bereits verletzungsbedingt. In Berlin wollen beide unbedingt wieder dabei sein. „Wir haben außer bei Olympia nie mit allen zusammengespielt“, gab Fiebich zu bedenken. „Von daher sind die Tage vor der WM ganz wichtig.“

Vor der Europameisterschaft im vergangenen Jahr mit einer Vorrunde in Hamburg fielen die beiden Sabally-Schwestern und Kapitänin Marie Gülich kurzfristig aus. In Berlin wird das Trio dringend benötigt. Denn nur wenn Deutschland in voller Besetzung antreten kann, hat das Team trotz allen Talents eine realistische Chance auf eine Medaille.

Top-Teams noch deutlich voraus

Diese Erkenntnis wurde der Mannschaft in Lyon bei der deutlichen 63:85-Niederlage gegen den Olympia-Zweiten Frankreich schmerzhaft vor Augen geführt. „Aktuell waren sie noch eine Nummer zu groß für uns“, räumte Lange ehrlich ein. „Doch das Ziel war nicht, heute Frankreich zu schlagen. Wir haben einen langfristigen Plan mit der WM und Olympia 2028.“

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration

Für Olaf Lange geht es nun zunächst zurück in die Vereinigten Staaten. Dort wird er die gewonnenen Erkenntnisse der vergangenen Tage sorgfältig analysieren und verarbeiten. Am 21. April findet dann im Kraftwerk in Berlin die offizielle WM-Auslosung statt. Das große Highlight im deutschen Frauen-Basketball wird damit noch greifbarer. Die Vorfreude ist bereits jetzt riesengroß. „Eine Heim-WM spielt man nur einmal im Leben“, sagte Leonie Fiebich. Hoffentlich im September dann tatsächlich in voller Besetzung.