Emotionaler Euroleague-Abend endet mit bitterer Niederlage für Bayern
Ein denkwürdiger Abend in der Euroleague: Die Bayern Basketballer mussten sich bei Maccabi Tel Aviv nach einem atemberaubenden Krimi mit 106:111 geschlagen geben. Das Spiel stand unter traurigen Vorzeichen, da bei den Gastgebern in der vergangenen Woche der langjährige Besitzer David Federman im Alter von 81 Jahren verstorben war.
Gedenken an David Federman prägt Spielbeginn
Noch vor dem Anpfiff zeigten die Maccabi-Spieler ihre Verbundenheit mit dem verstorbenen Club-Besitzer. Jeder Spieler legte eine gelbe Rose auf Federmans Stuhl, während auf dem Videowürfel ein kurzer Film über sein Leben gezeigt wurde. Die ausverkaufte Mivtachim Arena reagierte mit bewegendem Applaus, viele Zuschauer hatten Tränen in den Augen. Abschließend wurde ein Federman-Banner unter das Hallendach gezogen – hoch emotionale Minuten vor dem Beginn eines spektakulären Basketball-Abends.
Wildes Offensiv-Spektakel mit Andi Obst als Bayern-Hoffnung
Was folgte, war ein Basketball-Trauerspiel der besonderen Art – wild, verrückt und spektakulär zugleich. Beide Teams standen punktgleich hinter den Play-In-Plätzen, die Bayern auf Rang 15, Maccabi auf Platz 14. Die Gastgeber erwischten den besseren Start und führten nach elf Minuten bereits mit 13 Punkten. Verrückt dabei: Tel Aviv traf in der ersten Hälfte die Dreier mit 60 Prozent deutlich besser als die Zweier mit nur 27 Prozent.
Vor allem Andi Obst war es zu verdanken, dass die Bayern nur mit sechs Punkten Rückstand (45:51) in die Pause gingen. Der 29-jährige deutsche Welt- und Europameister spielte eine überragende Partie und feuerte im dritten Viertel vier Dreier ohne Fehlversuch. Nach 29 Minuten führten die Bayern erstmals mit 73:69. „Die beste Show dieser Liga“, jubelte Magenta-Kommentator Sebastian Ulrich über den Deutschen.
Dramatische Schlussphase mit verpassten Chancen
Doch die Führung hielt nicht lange. Bei Maccabi trafen Tamir Blatt und William Raymond jeden ihrer elf Dreier-Versuche. Die Dramatik steigerte sich bis zur letzten Minute: 101 Sekunden vor Schluss beim Stand von 95:95 verpasste Obst zwei einfache Freiwürfe – eine verrückte Situation. 15 Sekunden vor Ende, bei 95:98 Rückstand, hatte Bayern noch die Chance auf die Verlängerung. Nach einem Dreier von Obst und einem erfolgreichen Freiwurf von Dimitrijevic führten die Bayern 9,6 Sekunden vor Schluss mit 99:98.
Doch Tel Aviv hatte den letzten Angriff: Oshae Brissett wurde gefoult und traf nur einen von zwei Freiwürfen – Verlängerung! Hier machte Bayern zwar zunächst die ersten Punkte durch David McCormack. Als der Center jedoch beim Stand von 103:103 sein fünftes Foul beging, kippte das Spiel endgültig zugunsten von Tel Aviv.
Trainer-Statements nach dem emotionalen Duell
Bayern-Coach Sveti Pesic zeigte sich enttäuscht: „Ein exzellentes Spiel von beiden Mannschaften. Beide hätten den Sieg verdient gehabt.“ Sein Gegenüber Odet Kasttash lobte vor allem den Bayern-Star: „Ein verrücktes Spiel. Obst war überragend. Er ist derzeit in der besten Form aller Spieler in Europa.“
Insgesamt erzielte Andi Obst 33 Punkte in über 30 Minuten Spielzeit, doch am Ende reichte es trotz seiner herausragenden Leistung nicht zum Sieg. Ein emotionaler Euroleague-Abend, der den Bayern-Basketballern lange in Erinnerung bleiben wird.



