Bei Hertha BSC steht der nächste große Umbruch bevor. CEO Peter Görlich (59) hat klare Vorstellungen: „Wir planen den Kader seit Oktober und spielen dabei immer mit einem Schatten-Kader.“ Das bedeutet, dass der Klub zahlreiche neue Spieler im Auge hat. Personelle Fehlschläge bei Transfers, wie sie in der Amtszeit von Sportdirektor Benjamin Weber zu viele gab, sollen im Sommer nicht mehr vorkommen.
Webers Bilanz: Kein Aufstiegsplatz in drei Jahren
Sechs Transferfenster durfte Weber einkaufen. Nach dem Abstieg 2023 stellte er über drei Spielzeiten einen Zweitligakader zusammen, der insgesamt rund 100 Millionen Euro kostete, aber nie etwas mit dem Aufstieg zu tun hatte. Die niederschmetternde Bilanz: Unter Sportdirektor Weber stand Hertha nicht einen einzigen Spieltag auf einem Aufstiegsplatz.
Neue Verantwortung für Bastian Huber
Deshalb werden die Transferentscheidungen nun in neue Hände gelegt. Seit dem 1. Februar ist Bastian Huber Kaderplaner von Hertha BSC. Der ehemalige Hoffenheimer soll das schaffen, was Weber nicht gelungen ist: entwicklungsfähige, günstige und spielstarke Profis nach Berlin zu holen. Görlich über seine Erwartungen: „Im Prinzip erwarte ich von Bastian Huber genau das, eine Nachjustierung, die gezielt auf die Profile geht, die wir benötigen. Er soll zusätzliche Lösungsvorschläge einbringen, weil wir nicht Mehr vom Gleichen wollen. Wir wollen auch mal überraschen – und das gilt sowohl für interne als auch für externe Spieler.“
Schwachstellen im Kader: Kreativität, Tempo, Abschlussschwäche
Görlich hat im Hertha-Kader fehlende Kreativität ausgemacht. Das ist nur eine Schwachstelle. Fehlendes Tempo, mangelnde taktische Disziplin und vor allem eine eklatante Abschlussschwäche verhinderten das Klubziel Bundesliga-Aufstieg. In all diesen Bereichen soll Huber für Verbesserung sorgen. Görlich betont: „Er ist eine Person, die sofort einen Impuls reinbringt. Aber die Impulse waren auch vorher da durch Sportdirektor Benny Weber und das gesamte Team dahinter. Wir sitzen teilweise mehrfach pro Woche zusammen und diskutieren über den Kader. Wir diskutieren nicht nur über einen zukünftigen Kader, wir diskutieren auch über einen aktuellen Kader.“
Klar ist: Hubers Expertise und Empfehlungen werden künftig am stärksten gewichtet. Ob er mehr Erfolg haben wird als Weber, dessen Vertrag nächstes Jahr ausläuft, wird sich ab Sommer zeigen.



