Basketball-Kultstar John Bryant im exklusiven Interview: Der lange Weg zurück auf den Court
Das Jahr 2026 entwickelt sich für Basketball-Kultstar John Bryant (38) zu einer der größten Herausforderungen seiner Karriere. Nach dem Rauswurf bei den Syntainics MBC und einem anschließenden Gerichtsprozess folgte eine schwere Verletzung der Achillessehne. Doch der zweifache MVP und deutsche Meister blickt nach vorn – unterstützt von seiner Frau Isabelle, die ihm in diesen schweren Zeiten Halt gibt.
Ein Karriere-Meilenstein und der plötzliche Absturz
Am 30. Dezember 2025 absolvierte John Bryant sein 500. BBL-Spiel – eine Leistung, die vor ihm nur sieben Spieler erreicht haben. Doch danach begann eine schwierige Phase: Im Januar folgte der Rauswurf beim MBC, angeblich wegen Disziplinlosigkeiten und mangelnder Professionalität. Da der Klub ihm die Freigabe verweigerte, musste Bryant diese per Eilverfahren vor Gericht erstreiten. Der Wechsel zum ProA-Aufstiegskandidaten Bremerhaven endete tragisch: Beim ersten Training zog sich der gebürtige Kalifornier eine schwere Achillessehnen-Verletzung zu.
Der Verletzungsvorfall und die Operation
„Es war beim ersten Training in Bremerhaven“, erinnert sich Bryant. „Ich bin zum Lay-up hochgegangen und spürte plötzlich einen Schub von hinten – obwohl keine Gegenspieler in der Nähe waren. Ich strauchelte, fiel aber nicht hin. In diesem Moment wusste ich: Da stimmt etwas nicht.“ Die Entscheidung fiel auf eine Operation in der Unfallklinik Murnau, nur etwa eine Stunde von seinem Zuhause in Aying entfernt. „Die Operation verlief gut, alles wurde repariert. Die Ärzte versicherten mir, dass ich zu 98 Prozent wiederhergestellt werde“, so Bryant.
Die Genesung: Geduld und familiäre Unterstützung
Derzeit ist Bryant noch an Krücken unterwegs, trägt einen Gips und einen speziellen Airwalker-Schuh. Das größte Problem sei jedoch nicht die physische Verletzung, sondern der mentale Umgang damit. „Ich muss lernen, mich zurückzuhalten. Selbst im Krankenhaus wollte ich immer mehr, als ich durfte. Jetzt muss ich akzeptieren, dass ich in den ersten Wochen nicht zu viel machen darf“, gesteht der Basketballer. Zur Ablenkung liest er mehr und versucht, nicht ständig an den Fuß zu denken. „Das ist wirklich hart für mich. Aber ich habe die Unterstützung meiner Familie, von Isabelle und den Kindern.“
Die Zukunft: Rückkehr auf den Basketball-Court
Auf die Frage, ob seine Karriere nun beendet sei, antwortet Bryant entschieden: „Nein. Ich werde alles tun, um wieder zurückzukommen.“ Allerdings räumt er ein, dass der Weg lang sein wird. „Eine Achillessehnen-Verletzung mit notwendiger Operation ist immer ein weiter Weg. Ich habe verschiedene Zeitfenster erhalten: In drei bis vier Monaten könnte ich wieder im normalen Leben sein. Der früheste Zeitpunkt für ein leichtes Training könnte vier Monate betragen, aber es gibt keinen definitiven Termin. Das hängt von vielen Faktoren ab.“
Offene Fragen zum MBC-Aus
Über die genauen Umstände seines Rauswurfs beim MBC darf Bryant derzeit nicht ausführlich sprechen. „Das wäre wohl keine so gute Idee. Die Geschichte ist noch nicht geklärt, und es gibt noch keinen Termin. Mein Anwalt und ich haben einen Zeitplan“, erklärt er zurückhaltend. Die Angelegenheit bleibt also vorerst ungelöst, während sich Bryant auf seine Genesung konzentriert.
Der Basketball-Kultstar steht an einem Wendepunkt seiner Karriere. Mit der Unterstützung seiner Familie und dem Willen, zurück auf den Court zu kehren, bereitet er sich auf die nächsten Schritte vor – auch wenn der Weg dorthin Geduld und Disziplin erfordert.



