Konfetti-Kanonen lösen Chaos im Bundesliga-Basketball aus
Wenn die EWE Baskets Oldenburg in der Easycredit Basketball-Bundesliga ihre Heimspiele gewinnen, gibt es normalerweise eine ausgelassene Feier mit jubelnden Spielern, passender Musik und zur optischen Untermalung Luftschlangen aus Konfetti-Kanonen. Doch im Topspiel am Sonntag gegen die Fitness First Würzburg Baskets entwickelte sich die geplante Siegesfeier zu einem kuriosen Zwischenfall, der das Spiel unerwartet unterbrach.
Die Luftschlangen fliegen zur falschen Zeit
Die Oldenburger hatten an diesem Tag wenig Grund zum Feiern, denn sie verloren im wichtigen Kampf um die Play-off-Plätze mit 79:85 gegen das Spitzenteam aus Würzburg. Dennoch wurden die Luftschlangen aufs Parkett geschossen – und zwar mitten im laufenden Spiel! Die völlig bizarre Szene ereignete sich 89 Sekunden vor Spielende bei einem Stand von 76:80 für die Gastgeber.
Genau in dem Moment, als die Schiedsrichter das Ergebnis eines Video-Entscheids verkündeten, wirbelten plötzlich gelbe Luftschlangen aus dem Nichts durch die Luft und landeten auf dem Spielfeld. Spieler und Unparteiische schauten sich ratlos an, nur Würzburgs Brae Ivey schien Spaß an der ungewöhnlichen Situation zu haben: Er begann damit, die Konfetti-Schlangen aus der Luft zu fangen.
Dominik von Burchard, der die Partie für Dyn und BILD kommentierte, konnte sein Lachen kaum unterdrücken: „Jetzt fliegt hier das Konfetti! Was auch immer das jetzt bedeuten sollte. Ja... Was soll man dazu sagen? Bisschen übereifrig, sind ja auch noch eineinhalb Minuten zu spielen.“
Spielunterbrechung und Putztrupp-Einsatz
Die Mannschaften wurden vom Feld geschickt, während ein Putztrupp das Konfetti beseitigen musste. Nach einer kurzen Unterbrechung konnte das Spiel fortgesetzt werden, doch die Luftschlangen brachten den Oldenburgern kein Glück mehr – Würzburg sicherte sich den verdienten Sieg.
Trainer Filipovski mit genialer Boss-Auszeit
Während auf dem Parkett nicht immer beste Unterhaltung geboten wurde und zahlreiche Turnover das Spiel prägten, sorgte Würzburg-Trainer Sasa Filipovski für ein weiteres Highlight des Abends. Der extrovertierte und durchaus extravagante Trainer genießt Kult-Status in der BBL, und seine Auszeiten sind stets von klarer und bildhafter Sprache geprägt.
Die 35-Sekunden-Stille-Taktik
Im zweiten Viertel bei einem Stand von 24:21 für Oldenburg ertönte der Buzzer für eine Auszeit. Die Würzburg-Spieler versammelten sich an ihrer Bank, wo ihr slowenischer Chef sich zunächst mit seinen Assistenten besprach und seine Mannschaft ganze 35 Sekunden lang links liegen ließ. Erst dann richtete Filipovski die ersten fünf Worte an seine Truppe („Wir haben noch Fouls“), um anschließend wieder zu schweigen.
Erst als der Buzzer das Ende der einminütigen Auszeit signalisierte, sagte der Trainer mit wenigen Worten in aller Seelenruhe einen Spielzug an. Diese minimalistische Anweisung erwies sich als genial: Nach genau fünf Sekunden landete der Ball bei Marcus Carr, der souverän zum 24:24-Ausgleich traf.
Selbstbewusste Feier des Erfolgs
Filipovski feierte sich daraufhin kurz selbst, nahm an der Seitenlinie beide Zeigefinger hoch, als hätte er selbst den Treffer erzielt – ein echter Boss-Move! Es ist gut, dass der umworbene Slowene kürzlich seinen Vertrag in Würzburg um drei Jahre verlängert hat, denn solche taktischen Meisterleistungen machen ihn zu einem wertvollen Asset für das Team.
Spielverlauf und statistische Besonderheiten
Marcus Carr wurde am Ende Top-Scorer der Partie mit 23 Punkten, gleichauf mit Oldenburgs Christopher Clemons. Die EWE Baskets, die nach einem kapitalen Fehlstart in die Saison eine Aufholjagd Richtung Play-ins gestartet hatten, hielten das Spiel über die gesamte Spielzeit offen und wiesen die viel besseren Wurfquoten auf – darunter sogar 100 Prozent von der Freiwurflinie.
Trotz dieser statistischen Überlegenheit unterlagen sie dem disziplinierten und taktisch klug geführten Würzburger Spitzenteam. Die Kombination aus kuriosem Konfetti-Zwischenfall und Filipovskis genialer Auszeit machte dieses BBL-Spiel zu einem unvergesslichen Ereignis für Zuschauer in der Halle und im Live-Stream.



