Der ehemalige NBA-Profi Jason Collins ist im Alter von nur 47 Jahren gestorben. Er wird als besonderer Vorkämpfer in Erinnerung bleiben. Collins war der erste aktive Profisportler einer der vier großen US-Profiligen, der seine Homosexualität öffentlich machte.
Reaktionen auf den Tod
Die Nachricht von Collins' Tod hat weltweit Bestürzung ausgelöst. Zahlreiche Weggefährten und Sportgrößen würdigten seinen Mut und sein Vermächtnis. Der homosexuelle Ex-College-Basketballer Will Sheridan schrieb auf Instagram: „Du warst ein Pionier, ein Basketballer, und du hast deine Wahrheit früh genug gefunden, um sie zu leben und deine Geschichte zu teilen. Du hast zweifellos Leben berührt und Menschen dazu inspiriert, genau so zu sein, wie sie sind … sogar im Basketball.“
Sheridan fügte hinzu: „Manche erinnern sich vielleicht nicht mehr daran, dass es vor nicht allzu langer Zeit kaum bis gar keine Vorbilder gab, die so aussahen wie wir, und jetzt werden es kommende Generationen wissen. Du hast etwas bewegt und zur Bewegung für Sichtbarkeit und Gleichberechtigung beigetragen.“
Der mutige Schritt
Collins hatte von 2001 bis 2009 eine Beziehung mit Basketballerin Carolyn Moos, war mit ihr verlobt, trennte sich aber schließlich. Am 29. April 2013 machte der Center seine Homosexualität öffentlich. Damit war er der erste aktive Profisportler in den vier großen US-Ligen (NBA, NFL, MLB, NHL), der sich outete. Für seinen Mut erhielt er damals viel Anerkennung, unter anderem von Basketballgrößen wie Kobe Bryant, Dwyane Wade, Steve Nash und Jason Kidd. Auch Ex-Präsident Barack Obama lobte ihn.
Ein Vorbild für viele
Derrick Gordon, der sich als erster Basketballer der Division I ein Jahr nach Collins outete, zeigte sich erschüttert: „Wow, ich bin fassungslos über den Tod von Jason Collins, der für mich nicht nur ein großer Bruder, sondern auch ein Vorbild war. Du warst einer der Gründe, warum ich mich 2014 entschlossen habe, mich öffentlich zu outen. Du hast mir viele Ratschläge gegeben und Dinge mit mir geteilt, die ich nie vergessen werde. Du wirst uns wirklich fehlen!“
Karriere und Krankheit
Collins spielte 13 Jahre in der NBA für Teams wie die New Jersey Nets, Memphis Grizzlies, Minnesota Timberwolves, Atlanta Hawks, Boston Celtics und Washington Wizards. Im September 2024 machte er öffentlich, dass er an einem Hirntumor litt – einem schnell wachsenden Glioblastom. Mit Unterstützung seines Ehemanns Brunson Green sowie Familie und Freunden unterzog er sich mehreren Behandlungen, darunter Chemotherapie und Bestrahlung. Nun erlag er im Alter von 47 Jahren seiner Krankheit.
Abschiedsworte von Jason Kidd
NBA-Legende Jason Kidd, der Collins zu Beginn seiner Trainerkarriere in Brooklyn als Spieler hatte, würdigte ihn: „Das tut weh. Jason Collins war ein Pionier. Er hatte einen Mut, wie man ihn selten sieht. Er war ein unglaublicher Teamkollege. Und ihn zu Beginn meiner Trainerkarriere in Brooklyn zu haben, bedeutete mir sehr viel. Diejenigen, die ihn kannten, hatten das Glück, ihn ihren Freund nennen zu dürfen. Wir vermissen dich schon jetzt, mein Bruder. Ruhe in Frieden.“
Collins hinterlässt ein bleibendes Vermächtnis als Vorreiter in Sachen Outing im Profisport.



