Dennis Schröder im exklusiven Interview: Zoff mit Doncic, Playoff-Hoffnungen und NBA-Expansion
Der deutsche Basketball-Nationalspieler Dennis Schröder befindet sich mit den Cleveland Cavaliers auf direktem Kurs in die NBA-Playoffs. Im ausführlichen Gespräch mit SPORT1 öffnet der erfahrene Point Guard sein Herz und spricht über zahlreiche Themen, die seine Karriere und die Liga bewegen.
Playoff-Ambitionen mit den Cavaliers
Mit den Cleveland Cavaliers steht Schröder aktuell auf Platz vier der Eastern Conference und hat damit beste Chancen auf die Teilnahme an den Playoffs. "In den Playoffs ist alles möglich", erklärt der 32-Jährige selbstbewusst. "Wir haben einen sehr guten Kader. Wenn wir zusammenrücken und weiter so spielen wie zurzeit, dann kann man alles erreichen."
Die Reise durch die NBA
Seit 13 Jahren spielt Schröder bereits in der besten Basketball-Liga der Welt. Während er mit der deutschen Nationalmannschaft zuletzt Welt- und Europameister wurde, entwickelte sich seine Klubkarriere zu einer wahren Rundreise durch die Liga. Anfang Februar 2026 wurde er zu den Cleveland Cavaliers getradet – bereits das elfte NBA-Team seiner bemerkenswerten Karriere.
"Es ist eine geile Situation, wenn du in ein Spiel gehst und du immer gewinnen willst", beschreibt Schröder den Wechsel von den Sacramento Kings zu den Cavaliers. "Jedes einzelne Spiel hat eine ganz andere Dynamik. Ich glaube, dass wir als Organisation auch einen guten Job machen."
Familienleben zwischen den Wechseln
Die zahlreichen Standortwechsel stellen auch für Schröders Familie eine Herausforderung dar. "Wir haben Homeschooling, keine festen Bindungen in den Städten", erklärt der Familienvater. "Ich arbeite natürlich sehr hart, um meinen Kindern das ermöglichen zu können. Natürlich stand aber wieder ein Umzug an. Das ist der einzige Negativpunkt, durch den meine Frau immer gestresst ist."
Mittlerweile hat die Familie jedoch eine Lösung gefunden: "Wir haben jetzt ein Haus gefunden, gekauft und sind gerade dabei, es einzurichten. Die Möbel sind alle schon drin, jetzt fehlt nur noch ein Kleiderschrank und dann ist alles fertig."
Der Zoff mit Luka Doncic
Ein besonderes Thema im Interview ist die Auseinandersetzung mit NBA-Superstar Luka Doncic während Schröders Zeit in Los Angeles, die zu einer Sperre für den Deutschen führte. Auf die Frage nach einer möglichen Vorgeschichte antwortet Schröder knapp: "Wir haben im Sommer gegen Slowenien gewonnen und das war es eigentlich."
Unsicherheit über die Zukunft
Ob Schröder auch in der kommenden Saison für die Cavaliers auflaufen wird, bleibt ungewiss. "In der NBA kann alles passieren, es ist ein Business", gibt der erfahrene Spieler zu bedenken. "Solange ich bei einem Team bin, bin ich immer voll engagiert. Wenn das dann nicht mehr so ist, dann bin ich in einer anderen Organisation."
Expansionspläne der NBA
Die NBA plant, in absehbarer Zeit um zwei weitere Standorte erweitert zu werden – Seattle und Las Vegas stehen dabei ganz oben auf der Liste. Schröder begrüßt diese Entwicklung: "Gut. Das heißt, es sind wahrscheinlich nochmal 60 Plätze frei. 30 bis 40 Plätze für Spieler, die in der NBA spielen können. Das ist natürlich etwas Gutes."
Der Deutsche weiter: "Las Vegas hat auch ein NFL-Team und Seattle war schon einmal ein Teil der NBA, sie hatten eine starke Fanbase. Das ist richtig so."
Deutsche Talente in den USA
Beim March Madness Final Four waren mehrere deutsche Spieler vertreten, die bereits in jungen Jahren beträchtliche Summen am College verdienen können. Schröder sieht dies positiv: "Es ist eine Anerkennung. Ich finde es gut, dass viele Europäer einfach so eine geile Plattform bekommen und auch so viel Geld verdienen."
Auch wenn dies für den deutschen Basketballmarkt Herausforderungen mit sich bringt, zeigt sich Schröder gelassen: "Sie können ihre Familie jetzt nicht komplett versorgen, aber wirklich gutes Geld verdienen, mit dem sie ihrer Familie helfen können. Ich glaube, dass das etwas Gutes ist. Natürlich, auf dem deutschen Markt wird es dann schwierig, wenn du die 6-plus-6-Regel hast, aber ich finde es nicht schlimm."
Der deutsche Basketballstar blickt somit optimistisch in die Zukunft – sowohl was seine persönliche Karriere als auch die Entwicklung des Sports insgesamt betrifft.



