Wenn Einsatz zur Lebensaufgabe wird: Hardy Gnewuch und seine Liebe zum Sport. Der 68-jährige Hardy Gnewuch gehört zu den prägendsten Persönlichkeiten in Halles Sportszene. Weltklasseschwimmer Paul Biedermann hat ihn nun für den „Esel, der auf Rosen geht“ vorgeschlagen.
Ein Leben für den Sport
Für den halleschen Sport ist er der Dauerläufer, der nie aufgibt: Hardy Gnewuch, Präsident des SV Halle. Es ist ein Gänsehautmoment. Die Treppe hinauf zur Geschäftsstelle des SV Halle im Kreuzvorwerk lässt Sportlerherzen hüpfen – und Nichtsportler in Ehrfurcht zurück. Erfolgreiche Sportler lächeln aus Bilderrahmen – dieser Verein ist ein Schwergewicht in Deutschland und Heimat auch von Wintersportlern wie Thorsten Margis, mit fünf Goldmedaillen der erfolgreichste Bobfahrer in der Geschichte der Olympischen Spiele. Hardy Gnewuch hat daran einen entscheidenden Anteil.
Der Präsident des SV Halle, mit über 4.000 Mitgliedern einer der größten Sportvereine des Landes, plaudert derweil in einer „Präsidentenrunde“ mit Hauptgeschäftsführer Ingo Michalak. Mit am Tisch sitzen der CDU-Politiker Christoph Bergner als Ex-Präsident und Klaus-Dieter Malzahn als „Ehrenpräsi“. „Ich genieße die Gespräche. Alleine ist man nichts. Man braucht ein starkes Team um sich, gerade im Sport“, sagt Gnewuch.
Was Paul Biedermann an Hardy Gnewuch schätzt
Der einstige Weltklasse-Schwimmer Paul Biedermann hat den 68-Jährigen für Sachsen-Anhalts wichtigsten Ehrenamtspreis „Der Esel, der auf Rosen geht“ vorgeschlagen. Biedermann kennt Gnewuch seit vielen Jahren, diesen nimmermüden Sportverrückten. „Sein Engagement trägt in vielfacher Hinsicht zur Verbesserung der Lebensqualität in der Region Halle bei“, sagt Biedermann.
Gnewuch bezeichnet sich indes selbst als „Überzeugungstäter“. Ein Mann, der täglich für den Sport brennt, aus seinen Ämtern auch die Kraft für den Alltag zieht. „Sport ist für mich der Rückhalt, er gibt mir Struktur und zieht mich aus Krisen, wenn es mir nicht so gut geht.“ So wie nach dem Tod seiner Ehefrau, der bis heute furchtbar schmerzt. Dabei ist es doch Gnewuch selbst, der anderen Kraft gibt – in Zeiten, in denen das Ehrenamt unter wirtschaftlichen Zwängen der Städte leidet, auch in Halle.
„Das, was wir Ehrenamtliche leisten, ist doch für viele eine Selbstverständlichkeit, auch in der Politik. Anerkennung ist oft nur symbolisch. Dabei ist das Ehrenamt das Rückgrat der Gesellschaft“, sagt Gnewuch. Ob er wohl schon mal mit dem Gedanken gespielt hat, alles hinzuwerfen? Eine absurde Frage. Natürlich nicht. Dafür ist er viel zu verwurzelt im Sport-Universum.
Funktionär im Ehrenamt: Gnewuch will keinen Cent
Schon als 15-Jähriger war Gnewuch in Wolmirstedt – geboren ist er in einem Dorf bei Magdeburg – Übungsleiter. Durch seine Frau kam er nach Halle, wurde zu einer der prägendsten Figuren beim SC Chemie Halle und nach dem Mauerfall beim SV Halle, den Gnewuch mit gründete. Er leitete die Abteilung Leichtathletik, war Chef des Olympiastützpunktes in Halle. Zahlreiche Athleten hat er geformt. Seit 2023 ist Gnewuch Vereinspräsident. Mit seinen Vorstandskollegen verzichtet er auf eine Aufwandsentschädigung, damit jeder Cent in den Sport fließen kann. „Unsere Kollegen im Westen können das nicht glauben.“
50 Jahre arbeitet Hardy Gnewuch, die hallesche Urgewalt, nun schon ehrenamtlich. Dazu zählt auch das Engagement im Vorstand der GWG Gartenstadt oder in der Para-Leichtathletik, die Menschen mit Behinderungen eine Perspektive im Sport bietet. „Hardy ist bekannt dafür, dass er sich mit Leidenschaft für die Gemeinschaft einsetzt. Wer ihn erlebt hat, der weiß das“, sagt Biedermann.
Der Diplomlehrer für Sport und Geschichte, der nie eine Unterrichtsstunde gab, weil es ihn sofort in den Sport zog, blickt indes schon wieder nach vorn. Dass im Sportkomplex an der Robert-Koch-Straße die Leichtathletikhalle neu gebaut wird, ist auch sein Verdienst. Über 20 Jahre hatte er dafür gekämpft. Damit Athleten – junge wie ältere – auch weiter beste Bedingungen haben.



