Schüsse in Berlin-Schöneberg: Mann notoperiert – Polizei jagt Flüchtigen
Schüsse in Berlin: Mann notoperiert – Polizei fahndet

In Berlin-Schöneberg ist ein Mann in der Nacht zu Dienstag angeschossen und lebensgefährlich verletzt worden. Der Vorfall ereignete sich auf der Yorckstraße, wie die Polizei mitteilte. Der 44-jährige Verletzte musste notoperiert werden. Die Polizei fahndet nach einem flüchtigen Tatverdächtigen, der sich auf der Flucht befindet. Ein Hubschrauber durchkämmte den nahegelegenen Park am Gleisdreieck aus der Luft, jedoch zunächst ohne Erfolg. Die Mordkommission hat die Ermittlungen übernommen. Zum aktuellen Zustand des Mannes gab es zunächst keine neuen Informationen.

Gewerkschaft äußert sich besorgt

„Dass in Berlin in einer Nacht scharf geschossen wird, ist jetzt sicher keine große Besonderheit mehr. Es darf aber niemals einfach so als Normalität hingenommen werden, denn wir reden über die Gefährdung von Menschenleben“, sagte Benjamin Jendro, Sprecher der Gewerkschaft der Polizei Berlin. Er sprach von einer „Durchbewaffnung auf unseren Straßen“. Eine Vielzahl von Personen sei bereit, andere selbst ohne großen Hintergrund oder Vorgeschichte niederzuschießen. „Fünf Schüsse sind keine Warnung, das ist pure Tötungsabsicht“, so Jendro. Manchmal gehe es bei den Schießereien um Geschäfte, manchmal um verletzte Ehre. Die vielen Verletzten durch Messerstiche und Schüsse seien eine extreme Belastung für das Gesundheitssystem und die gesamte Gesellschaft. „Letztlich werden alle Kosten durch die Krankenkassenbeiträge aller Menschen bezahlt“, ergänzte der Sprecher.

Zunahme der Gewaltkriminalität

Seit mehr als einem Jahr bereitet die zunehmende Gewaltkriminalität mit Schusswaffen der Polizei Sorgen. Häufig handelt es sich nach Polizeiangaben um Erpressungen von Geschäftsleuten sowie Revierkämpfe und Auseinandersetzungen in der organisierten Kriminalität. Im Jahr 2025 registrierte die Polizei 1.119 Fälle von Schusswaffengebrauch, etwas mehr als die Hälfte waren Drohungen. In 515 Fällen wurde tatsächlich geschossen. Dies entspricht einem Anstieg von 68 Prozent mehr Straftaten, bei denen mit Waffen gedroht oder geschossen wurde, im Vergleich zum Vorjahr 2024. Das Landeskriminalamt hat die Sondereinheit „Ferrum“ (lateinisch für „Eisen“) ins Leben gerufen. Auch die Staatsanwaltschaft setzte inzwischen eine spezielle Ermittlungsgruppe „Telum“ (lateinisch für „Angriffswaffe“) ein.

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