Alba Berlin verliert Finalkrimi gegen Bayern München
Alba Berlin verliert Finalkrimi gegen Bayern München

In der ausverkauften Max-Schmeling-Halle lieferten sich Alba Berlin und Bayern München ein mitreißendes drittes Finale um die deutsche Meisterschaft. Die Münchner siegten mit 91:83 (24:25, 16:18, 20:18, 23:30) und haben am Freitag (20.30 Uhr, Schmelinghalle) den ersten Matchball zur Meisterschaft.

Emotionen ohne Happy End für Alba

Schon als die Halle lange vor Spielbeginn noch leer war, ließ sich erahnen, was für ein großer Abend bevorstand. Auf allen Sitzen lagen Finalshirts, passend zum Motto „Alle in Gelb“. Später füllten die Spieler von Alba Berlin und 8899 Fans diesen Spruch mit Leben. Vor den Augen der früheren Alba-Akteure Franz Wagner, Maodo Lo, Tim Schneider, Louis Olinde und Alan Ibrahimagic sowie Nationalmannschaftskapitän Dennis Schröder und -trainer Álex Mumbrú hatten die Gäste die besseren Nerven.

Während Alba im Vergleich zum Sieg in München am Sonntag unverändert startete, ersetzte bei Bayern Wenyen Gabriel den früheren Berliner David McCormack. Xavier Rathan-Mayes, der sich im ersten Spiel ein öffentliches Wortgefecht mit Trainerlegende Svetislav Pešić geliefert hatte, stand zwar im Kader, kam aber erneut nicht zum Einsatz.

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Rasanter Beginn von beiden Teams

In der Anfangsphase spielten beide Teams wie von der Atmosphäre beflügelt, zumindest in der Offensive. In den ersten Minuten ging es rasant hin und her, die Spieler trafen viele Dreier. Bei Alba waren es vor allem Martin Hermannsson und Justin Bean, die für Punkte sorgten. Auf Münchner Seite fand Point Guard Nenad Dimitrijević immer wieder Lücken für den eigenen Abschluss oder Pässe auf Vladimir Lučić.

Es war ein enger Schlagabtausch, bei dem die Defensiven erst langsam auf Betriebstemperatur kamen. Ganz anders das Publikum. Jeder Rebound wurde gefeiert, jede umstrittene Schiedsrichterentscheidung mit Pfiffen und empörten Rufen quittiert. Die Stimmung war eines Finales würdig – und auch auf dem Feld entwickelte sich ab Ende des ersten Viertels der für solch ein wichtiges Spiel typische Abnutzungskampf.

Besonders Alba tat sich nun deutlich schwerer, gute Würfe herauszuspielen. Die Trefferquoten sanken deutlich, und knapp fünf Minuten vor der Pause sah es erstmals so aus, als könnten die Berliner ernsthafte Probleme bekommen. München führte mit neun Punkten, und hätte Andreas Obst einen leichten Korbleger getroffen, wäre der Abstand zum ersten Mal an diesem Abend zweistellig geworden. Doch der beste Spieler der BBL leistete sich einen seltenen Leichtsinnsfehler, und Alba bestrafte das. Bis zur Halbzeit kamen die Berliner wieder bis auf drei Punkte heran und wurden mit donnerndem Applaus in die Kabinen begleitet.

Intensiver Schlagabtausch nach der Pause

Das Spiel blieb auch nach dem Seitenwechsel mitreißend. Von außen ging bei beiden Mannschaften nichts – der letzte Dreier datierte aus dem ersten Viertel – und in der Zone wurde es immer physischer. Dass die Schiedsrichter viel laufen ließen, verstärkte die Intensität zusätzlich. Das Spiel näherte sich immer weiter der entscheidenden Phase, und das spürte man auch auf den Rängen.

Der Ausgleich von Michael Rataj riss die Fans von den Sitzen, Obst antwortete mit einem Dreier, auf der anderen Seite war es kurz darauf Moses Wood, der auch Albas Flaute aus der Distanz beendete. Es ging hin und her, die Spieler lieferten sich einen großen Kampf, das Publikum feuerte die Berliner ekstatisch an. Zum Sieg reichte es dennoch nicht. In der Schlussphase zitterte Alba, insbesondere von der Freiwurflinie, und München sicherte sich den Sieg.

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