Die Uefa plant eine grundlegende Änderung ihrer Sicherheitsbestimmungen für Stehplätze. Ab der Saison 2026/27 sollen in allen 55 Nationalverbänden Stehplätze wieder erlaubt sein – allerdings unter strengen Auflagen. Das berichtet SPORT BILD.
BVB steht vor Herausforderungen
Für Borussia Dortmund könnte dies weitreichende Konsequenzen haben. Die berühmte „Gelbe Wand“ auf der Südtribüne, die Platz für rund 25.000 Zuschauer bietet, müsste nachgerüstet werden. Grund dafür ist die Forderung der Uefa nach durchgängigen Wellenbrechern in jeder Reihe, die ein unkontrolliertes Vorwärtsdrängen der Fans verhindern sollen. Der BVB müsste diese Metallabsperrungen auf den Stufen installieren, da auf dem Oberrang der Südtribüne derzeit die Rückenlehnen der Vario-Sitze als Barrieren dienen.
Sollte der Verein die Nachrüstung nicht vornehmen, droht eine Reduzierung der Stehplätze. Zudem liegt der BVB mit rund fünf zugelassenen Fans pro Quadratmeter knapp über der von der Uefa geforderten Grenze von 4,7 Fans pro Quadratmeter.
Reaktionen aus Dortmund
BVB-Präsident Hans-Joachim Watzke zeigt sich verärgert über die Pläne. „Das ist Blödsinn und reine Bürokratie“, sagte Watzke. „Unser Stadion ist in der Bundesliga für Spiele gegen Bayern oder Leverkusen zugelassen. Warum soll es in der Champions League gegen dieselben oder andere Gegner nicht mehr tauglich sein? Zumal in all den Jahren nie etwas passiert ist.“
Am 9. April wird BVB-Organisationschef Christian Hockenjos an einem digitalen Uefa-Meeting teilnehmen, um über die neuen Vorschriften zu diskutieren. Hockenjos geht von einem hohen fünfstelligen Betrag pro Spiel für den Um- und Rückbau aus. „Ich würde mir wünschen, dass wir eine Regelung mit der Uefa finden, die nationalem Recht folgt“, so Hockenjos.
Hintergrund der Regelung
Bereits zur Saison 2022/23 erlaubte die Uefa versuchsweise wieder Stehplätze bei Europacup-Spielen von Klubs aus den Top-5-Verbänden, darunter Deutschland. Seit 1998 waren Stehplätze in europäischen Wettbewerben verboten. Das Pilotprojekt wurde in der Folge verlängert. Nun soll die Regelung auf alle Verbände ausgeweitet werden.



