Sinner nach Kollaps wieder fit
Bei den French Open in Paris sorgte Jannik Sinner für einen Schockmoment: Bei 2:0-Satzführung und 5:1 im dritten Durchgang brach der Italiener aufgrund der großen Hitze ein und verlor überraschend in der zweiten Runde. Medizinische Tests folgten, doch der Weltranglisten-Erste gibt sich optimistisch. „Man habe versucht herauszufinden, was passiert ist – und sei zu einer Schlussfolgerung gekommen“, sagte Sinner. Bei einem Showmatch gegen den Briten Cameron Norrie in London zeigte er sich in guter Form. Allerdings geht er ohne ernsthaftes Vorbereitungsturnier auf Rasen in sein Erstrundenmatch gegen den Serben Miomir Kecmanovic. Dass ihm fehlende Matchpraxis nichts ausmachen kann, hat er schon bewiesen. Spielt er am Limit, ist er kaum zu schlagen – sein größter Gegner könnte der eigene Körper sein.
Zverev als Titelanwärter
Alexander Zverev feierte vor drei Wochen bei den French Open seinen ersten Grand-Slam-Triumph und will nun auch in Wimbledon triumphieren. Der spanische Topstar Carlos Alcaraz pausiert noch wegen einer Handgelenksverletzung, was Zverev die Chance eröffnet, dem großen Favoriten Sinner den Erfolg streitig zu machen. Die deutsche Nummer eins ist heiß auf den Rasenklassiker und könnte im Endspiel auf Sinner oder Novak Djokovic treffen.
Djokovic jagt den 25. Grand-Slam-Titel
Der siebenmalige Wimbledon-Champion Novak Djokovic (39) reist mit dem Ziel an, seinen unerreichten 25. Grand-Slam-Triumph zu holen. Mit zunehmendem Alter schwindet die Chance, doch in Wimbledon könnte sie am größten sein, da die Ballwechsel und Matches auf Rasen weniger kräftezehrend sind. Ob der Routinier sieben Matches übersteht, bleibt abzuwarten. Der deutsche Davis-Cup-Teamchef Michael Kohlmann sieht Djokovic als Außenseiter unter den Favoriten: „Man darf ihn nie unterschätzen. Aber er hat extrem wenig gespielt und das ist immer schwierig.“ Auf Djokovic könnte Zverev wie auf Sinner erst im Endspiel treffen.
Nordamerikaner als Geheimfavoriten
Die US-Amerikaner Ben Shelton (23) und Taylor Fritz (28) haben gute Chancen, weit zu kommen. Auch der Kanadier Felix Auger-Aliassime (25), der als Teenager mit Roger Federer verglichen wurde, ist nicht zu unterschätzen. Allerdings ist er eine Wundertüte: „Er ist in seinen guten Phasen extrem gut, in seinen schlechten Phasen extrem schlecht für einen Topspieler“, sagte Kohlmann. Entweder spielt der Kanadier stark, offensiv und schnell – oder er ist mit zu vielen Fehlern verwundbar.
Jungstars fordern die Elite heraus
Die nächste Generation beeindruckte in Paris: Der Tscheche Jakub Mensik (20), der Spanier Rafael Jódar (19) mit seinem Power-Tennis und der Brasilianer João Fonseca (19). Ob sie auch auf Rasen überzeugen können? Ex-Champion Michael Stich hält Überraschungen für möglich: „Es sind viele Junge, die ein bisschen respektloser werden im positiven Sinne“, sagte der Amazon-Prime-Experte. Kohlmann stuft Jódar und Mensik als gefährlich ein, während Fonseca auf Rasen eher kein ernsthafter Konkurrent sei. Der Brasilianer sagte nach seinem Erstrunden-Aus in Halle für Eastbourne wegen Schulterproblemen ab.



