EHC München nach Rekordsieg und Berlin-Niederlage im Playoff-Derby gegen Ingolstadt
Der EHC Red Bull München startet nach einem emotionalen Wochenende mit extremen Höhen und Tiefen als Vierter der Hauptrunde in die Playoffs um die Deutsche Eishockey-Liga (DEL). Nach einem historischen 10:1-Kantersieg gegen die Straubing Tigers am Freitag folgte am Sonntag eine deutliche 1:5-Niederlage bei den Eisbären Berlin, die die Münchner endgültig auf Platz vier verwies.
Champions-League-Traum geplatzt – jetzt muss der Titel her
Der Münchner Plan für den Berliner Sonntag war ambitioniert: Ein Sieg hätte den Sprung auf Rang zwei und die Qualifikation für die Champions Hockey League (CHL) ermöglicht. Doch daran scheiterte der viermalige DEL-Meister deutlich. „Wir waren nicht scharf genug. Berlin hat eine Top-Leistung abgerufen und wir nicht“, analysierte EHC-Boss Christian Winkler bei Magentasport die enttäuschende Leistung seiner Mannschaft.
Damit ist der Traum von der CHL-Teilnahme vorerst geplatzt – für die Königsklasse muss nun der Meisterpokal her. Die Münchner hatten ihre Chancen selbst in der Hand, konnten sie aber nicht nutzen, während Konkurrent Adler Mannheim mit einem 4:2-Sieg gegen Schwenningen den zweiten Platz sicherte.
Historischer Rekordsieg gegen Straubing
Der Kontrast zum Freitagsspiel könnte größer nicht sein: Gegen die Straubing Tigers lieferte der EHC eine Offensiv-Gala ab, wie sie in der Vereinsgeschichte noch nie zu sehen war. Mit dem 10:1-Erfolg erzielten die Münchner ihren höchsten Sieg seit DEL-Zugehörigkeit.
Chris DeSousa und Yasin Ehliz gelang jeweils ein Hattrick, Tobias Rieder und Jeremy McKenna trafen doppelt. Die Chancenauswertung war nahezu perfekt. „Ab und zu spielt man sich in so einen Rausch, wo dann auch alles funktioniert“, kommentierte Verteidiger Konrad Abeltshauser das außergewöhnliche Spiel.
Schmerzhafte Lehren aus der Berlin-Niederlage
In Berlin zeigte sich dann die andere Seite der Münchner: Nach dem zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich durch Chris DeSousa (21. Minute) folgten entscheidende Fehler. In der Defensive erlaubten zwei gravierende Patzer den Berlinern Durchbrüche zum 2:1 und 4:1.
Besonders schmerzhaft: In Überzahl verlor DeSousa den Puck im Angriffsdrittel, was Frederik Tiffels (25.) zum Führungstreffer für Berlin in Unterzahl nutzte. „Das war der Moment, wo du das Spiel auf deine Seite ziehen kannst“, bedauerte Winkler die verpasste Chance.
Ein weiterer Fehlpass von Yasin Ehliz führte zum 4:1 durch Ty Ronning (38.), dazwischen traf Andreas Eder (37.) in Überzahl. Yannick Veilleux setzte kurz vor Schluss den 5:1-Endpunkt. „Wir haben gewusst, dass es anders als am Freitag wird, aber wir haben zu viele Zweikämpfe verloren“, resümierte Verteidiger Fabio Wagner.
Playoff-Derby gegen Ingolstadt mit Heimvorteil
Damit startet der EHC nun von Platz vier in die Playoffs und trifft im Viertelfinale auf den ERC Ingolstadt (Platz 5). Es handelt sich um eine Neuauflage des Finales von 2023, bei dem die Münchner damals den Titel holten.
Angesichts der überzeugenden Saisonbilanz in bayerischen Derbys und des Heimvorteils als besser platziertes Team gehen die Münchner leicht favorisiert in die „best-of-seven“-Serie. Das erste von maximal sieben Spielen steigt am 24. März im SAP Garden.
In den Pre-Playoffs suchen Bremerhaven (7.) gegen Nürnberg (10.) sowie Wolfsburg (8.) gegen Schwenningen (9.) ihre Gegner für Köln und Mannheim. Titelverteidiger Berlin (6.) trifft auf Straubing (3.).
„Jetzt werden die Karten neu gemischt“
Nationalspieler Fabio Wagner, der lange Jahre für Ingolstadt spielte, blickt mit gemischten Gefühlen auf das Duell mit seinem Ex-Klub: „Jetzt werden die Karten neu gemischt“. Aus Sicht des EHC sollten dann mehr Trümpfe drinstecken als am enttäuschenden Sonntag in Berlin – sowohl offensiv als auch defensiv.
Die Münchner müssen aus den extremen Leistungsschwankungen des Wochenendes lernen: Zwischen Rekordspiel und Ernüchterung liegen oft nur wenige entscheidende Szenen. Für den Titelkampf wird mehr Konstanz erforderlich sein.



