US-Eishockey-Kapitänin bezeichnet Trump-Äußerungen als "geschmacklosen Witz"
Die Kommentare des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump haben bei den amerikanischen Eishockey-Heldinnen für erheblichen Unmut gesorgt. Kapitänin Hilary Knight, zweifache Olympiasiegerin, bedauerte öffentlich das Verhalten des 79-Jährigen und bezeichnete seine Aussagen als geschmacklosen Scherz.
Olympia-Erfolg der Frauen wird überschattet
"Ich fand das einen geschmacklosen Witz, der leider einen Großteil unseres Erfolgs überschattet", sagte Knight in einer ESPN-Sendung. Die 36-jährige Sportlerin betonte: "Den Erfolg der Frauen bei den Olympischen Spielen, die für Team USA antreten und erstaunliche Goldmedaillenleistungen vollbringen, sollte man nicht durch solche Bemerkungen relativieren."
Trump hatte nach dem Triumph der US-Männer im Finale über Kanada (2:1 n.V.) das Team ins Weiße Haus eingeladen und dabei scherzhaft angemerkt, dass er nun auch die Frauenmannschaft dazu holen müsse. "Ansonsten würde ich wohl des Amtes enthoben werden", sagte der ehemalige Präsident während eines über Lautsprecher geführten Telefonats. Bemerkenswert ist, dass die US-Frauen bereits zuvor mit einem 2:1-Sieg über Kanada ebenfalls Olympiagold geholt hatten.
Knight fordert angemessene Wertschätzung für Frauenleistungen
Die erfahrene Kapitänin nutzte die Gelegenheit, um grundsätzlich auf die Situation von Sportlerinnen aufmerksam zu machen: "Frauen sind nicht weniger wert, und ihre Leistungen sollten nicht von irgendetwas anderem überschattet werden als davon, wie großartig sie sind." Knight sieht in der Kontroverse einen "wirklich guten Lernpunkt" für die Gesellschaft.
"Wir müssen uns wirklich darauf konzentrieren, wie wir über Frauen sprechen, nicht nur im Sport, sondern auch in der gesamten Wirtschaft", forderte die Eishockeyspielerin. Ihre Kritik zielt darauf ab, dass herausragende sportliche Leistungen von Frauen oft nicht die gleiche Aufmerksamkeit und Wertschätzung erhalten wie vergleichbare Erfolge ihrer männlichen Kollegen.
Unterschiedliche Reaktionen auf Trump-Einladungen
Interessant ist der unterschiedliche Umgang mit Trumps Einladungen: Während das Frauen-Team der offenbar nicht ganz ungezwungenen Einladung zur Rede zur Lage der Nation nicht folgte - offiziell aus Termingründen -, kamen die Männer der Aufforderung in großen Teilen nach.
In einer offiziellen Erklärung hieß es zum Absagen der Frauen: Man sei "sehr dankbar für die Einladung" und wisse die Anerkennung der "außergewöhnlichen Leistung sehr zu schätzen". Die Männer hingegen wurden von Trump im Oval Office empfangen, wobei Torhüter Connor Hellebuyck sogar die "Presidential Medal of Freedom" erhalten soll - die höchste zivile Auszeichnung der USA.
Die US-Männer hatten ihre erste Goldmedaille seit dem legendären "Miracle on Ice" 1980 in Lake Placid gewonnen, während die Frauen ihren Olympiasieg erfolgreich verteidigen konnten. Knight und ihre Teamkolleginnen holten bei den Spielen in Italien das begehrte Edelmetall und setzten damit eine beeindruckende Erfolgsserie fort.
Die Debatte um Trumps Äußerungen und Knights deutliche Kritik zeigt einmal mehr, wie wichtig eine gleichberechtigte Wahrnehmung und Wertschätzung von Sportlerinnen ist. Die Kapitänin nutzt ihre prominente Position, um auf strukturelle Ungleichheiten hinzuweisen und für mehr Respekt gegenüber Frauenleistungen im Hochleistungssport zu werben.



