US-Frauen feiern dritten Olympiasieg im Eishockey nach dramatischem Finale
Bei den Olympischen Winterspielen in Mailand haben die US-Frauen ihren dritten Olympiasieg im Eishockey gefeiert. Im hart umkämpften Finale setzten sie sich gegen Erzrivale Kanada mit 2:1 nach Verlängerung durch. Das Spiel markierte gleichzeitig das Karriereende zweier Ikonen des Frauen-Eishockeys.
Dramatische Wendung in der Schlussphase
Die USA mussten im Finale gegen Kanada einen Rückstand aufholen. Kristin O'Neill hatte die Kanadierinnen in der 21. Minute in Führung gebracht, obwohl sie in Unterzahl spielten. Erst zwei Minuten vor dem regulären Spielende gelang US-Ikone Hilary Knight der Ausgleichstreffer, der das Spiel in die Verlängerung zwang. Dort erzielte Megan Keller in der fünften Minute der Overtime den entscheidenden Siegtreffer für das US-Team.
Besonders kontrovers war eine Szene sechs Minuten vor Spielende, als US-Spielerin Britta Curl nach einem harten Bandencheck gegen Kanadas beste Verteidigerin Erin Ambrose nur eine Zwei-Minuten-Strafe erhielt. Ambrose konnte nach dem Foul nicht mehr weiterspielen, was die kanadische Defensive deutlich schwächte.
Abschied zweier Legenden
Das Finale markierte das Karriereende zweier prägender Spielerinnen. Für Kanadas Rekordspielerin Marie-Philip Poulin, die erfolgreichste Spielerin der Eishockey-Geschichte, war es das letzte Olympia-Spiel. Die 34-Jährige konnte in Mailand ihren eigenen Olympiarekord nicht ausbauen – in den vier vorherigen Olympia-Endspielen hatte sie jeweils mindestens ein Tor erzielt.
Auch US-Ikone Hilary Knight (36) beendete nach diesem Spiel ihre Olympia-Karriere. Die Stürmerin hatte vor den Spielen mit einem öffentlichen Heiratsantrag an US-Eisschnellläuferin Brittany Bowe über Instagram für Aufsehen gesorgt.
Historische Dominanz der nordamerikanischen Teams
Die Finalpaarung USA gegen Kanada setzte eine historische Tradition fort. Nur ein einziges Mal hatte es bei Olympischen Winterspielen bislang eine andere Nation als diese beiden nordamerikanischen Teams ins Endspiel geschafft: 2006 gewann Schweden die Silbermedaille. Die USA waren mit einem olympischen Rekord von fünf Spielen in Serie ohne Gegentor als klarer Favorit ins Finale von Mailand gezogen.
Im kleinen Finale um Bronze hatte sich zuvor die Schweiz mit 2:1 nach Verlängerung gegen Schweden durchgesetzt. Für die USA bedeutet dieser Sieg den dritten Olympiasieg nach den Triumphen von 1998 und 2018 und unterstreicht ihre Position als führende Nation im Frauen-Eishockey.



